Echte Recherche geht vor (c) Thinstock/sirastock
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Replik zum Recherchescout-Kommentar

Matching-Plattformen sind keine Grundlage für richtige Recherche

Dass Matching-Plattformen den Informationsfluss demokratisierten, habe mit der Realität wenig zu tun, sagt Günter Bartsch, Geschäftsführer von Netzwerk Recherche. Eine Replik auf Kai Oppels Beitrag "Fluch oder Segen".
Günter Bartsch

"Matching-Plattformen können den Informationsfluss demokratisieren“, schreibt Kai Oppel in seinem Kommentar. Nur: Mit der Realität hat das wenig zu tun. Schon möglich, dass Recherchescout billiger ist als andere PR-Kanäle – aber Tatsache ist: Nur wer es sich leisten kann, bekommt die Fragen gestellt.

Recherche kommt von Suchen, Erforschen. Daher kann Grundlage für eine Recherche keine Blind-Anfrage an einen kleinen Ausschnitt eventueller und für den Anfragenden unsichtbarer Experten sein. Ebensowenig sollte die Sichtbarkeit unter den vorderen Google-Ergebnissen eine Rolle für die Suche nach den besten Ansprechpartnern spielen.

Ja, Recherche braucht Zeit – und ja, die ist knapp. Aber gut ausgebildete Journalisten können auch in kurzer Zeit zu guten Rechercheergebnissen kommen. Wer zum Beispiel den Umgang mit Google-Suchoperatoren kennt, erhält viel bessere, zielgenauere Ergebnisse - bei einer Grundgesamtheit, die quasi das ganze Internet umfasst. Dort können auch jene zu Wort kommen, die kein Marketing-Budget haben. Wer ernsthaft das Ziel verfolgt, den Informationsfluss zu demokratisieren – für den ist echte Recherche die erste Wahl.

 
 

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