Hilfsorganisationen führen den so genannten Gemeinwohlatlas an. (c) Getty Images / Thitima Thongkham
Hilfsorganisationen führen den so genannten Gemeinwohlatlas an. (c) Getty Images / Thitima Thongkham
Gemeinwohlatlas

Marlboro, Fifa und Bild mit schlechtestem Image

Unternehmen schneiden im "Gemeinwohlatlas 2019" nicht besonders gut ab. Ob diese Image-Hitparade überhaupt sinnvoll ist: unklar.
Aus der Redaktion

Die Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz sind einer großangelegten Studie zufolge die Organisationen, welche die Deutschen am nützlichsten für die Gesellschaft halten.

Im so genannten „Gemeinwohlatlas 2019“ landeten Marlboro, die Fifa und die Bild-Zeitung dagegen auf den letzten Plätzen.

Für die umfangreiche Studie befragten die Graduate School of Management HHL Leipzig und die Universität St. Gallen insgesamt 11.769 Personen nach ihrer Einschätzung zum gesellschaftlichen von 137 Organisationen – darunter einzelne Unternehmen wie etwa Bosch, Ikea oder Siemens, staatliche Institutionen wie Bundesregierung und die Bundesanstalt für Arbeit, aber beispielsweise auch zu den Kirchen, den dritten Programmen der ARD und sogar Fußballvereinen.

Wie sinnvoll und aufschlussreich ein Ranking unter derart unterschiedlichen Organisationen tatsächlich sein, ist offen und umstritten.

So schreiben die Deutschen der Studie zufolge dem Einzelhändler Kaufland (Platz 63) einen höheren Gemeinwohlnutzen zu als der Bundesregierung (Platz 64). Beide Organisationen liegen damit weit hinter einem anderen Einzelhändler, Edeka auf Platz 37, aber deutlich vor der katholischen Kirche (Platz 102) und vor dem Fernsehsender Sat 1 auf Platz 122. Erkenntnisgewinn überschaubar.

Angeführt wird die Gemeinwohl-Hitparade von Hilfs- und Rettungsorganisationen und besonders angesehenen staatlichen Institutionen.

Top 10 des Gemeinwohlatlas

  1. Feuerwehr
  2. Technisches Hilfswerk
  3. Deutsches Rotes Kreuz
  4. Weißer Ring
  5. Johanniter-Unfallhilfe
  6. Deutsches Jugendherbergswerk
  7. Bundespolizei
  8. Bundesverfassungsgericht
  9. Malteser Hilfsdienst
  10. Diakonie

Ähnliche Organisationen wie der Arbeiter-Samariter-Bund, die Caritas, der Naturschutzbund, Unicef, aber auch die die dritten Programme der ARD, die ARD als Ganzes und die evangelische Kirche erreichten demnach die Top 20. Das laut Studie nützlichste Unternehmen taucht erst auf Platz 30 auf.

Erfolgreichste Unternehmen (ohne Medien)

  • Platz 30: Carl Zeiss
  • Platz 33: dm
  • Platz 35: Miele
  • Platz 37: Edeka
  • Platz 38: Bosch
  • Platz 39: Rossmann
  • Platz 40: Aldi Nord
  • Platz 41: Würth
  • Platz 43: Aldi Süd
  • Platz 44: Rewe

Multinationale Großunternehmen schnitten schlechter ab: SAP erreichte Platz 46, die Deutsche Post liegt direkt dahinter, Ikea und Siemens auf den Plätzen 55 und 56.

Die Schlusslichter des Gemeinwohlatlas

In Verruf geratene Sportorganisationen, Medienmarken und US-Digitalkonzerne dominieren das Ende der Liste. Die einzigen Unternehmen, die sehr weit hinten landeten, sind Nestlé – und die Deutsche Bank.

  • Platz 128: RTL
  • Platz 129: Instagram
  • Platz 130: Nestlé
  • Platz 131: Twitter
  • Platz 132: Facebook
  • Platz 133: Uefa
  • Platz 134: Deutsche Bank
  • Platz 135: Bild
  • Platz 136: Fifa
  • Platz 137: Marlboro

Zur Gesamtübersicht des Gemeinwohlatlas 2019.

 

 
 


randbemerkung

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