Die Sessel in der eigens für Männer eingerichteten DB-Lounge blieben verhältnismäßig leer (c) Thinkstock/Ivary
Die Sessel in der eigens für Männer eingerichteten DB-Lounge blieben verhältnismäßig leer (c) Thinkstock/Ivary
Sieben Sätze zur DB-Weihnachtsaktion

Männerclub ohne Männer

Frauen kaufen ein, Männer dürfen spielen. Unsere Sieben Sätze über eine DB-Weihnachtsaktion, die in die Hose ging.

Was Ikea kann, können wir auch – haben sich die Adventskalenderverantwortlichen der Deutschen Bahn womöglich gedacht. Wer am 12. Dezember das Türchen öffnete, bekam als Weihnachtsüberraschung exklusiven Zugang zu einem Aufenthaltsbereich angeboten, das komplexe Passwort lautete „Männerlounge“.  Ähnlich wie im Männerbällebad zum 40. Jubiläum von Ikea im vergangenen Jahr, konnten sich die Herren mit Spielekonsolen, W-Lan und Getränken die Zeit vertreiben. Ihre Partnerinnen sollten dies nutzen, um derweil alle Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Ein wichtiger Unterschied mag sein: Zu Ikea gehen die meisten Frauen recht gern, stressige Weihnachtseinkäufe in vollen, stickigen Einkaufszentren sind jedoch für viele ein Graus. Der Kölner Stadtanzeiger war vor Ort und bilanziert: Nur einer von Fünfzig wusste das Passwort, andere schüttelten verständnislos den Kopf, einige Wartende verirrten sich zufällig in die Lounge. Das hat sie bestimmt gut gemeint, die Deutsche Bahn – bei PR-Aktionen auf Geschlechtertrennung zu setzen, ist jedoch im 21. Jahrhundert recht heikel.

 
 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

Kommentare

Ich denke es ist nicht heikel aber so ein wundervolles Angebot anzunehmen trauen sich vermutlich wenige Männer. Wenn ein Mann etwas nur für Männer nutzen möchte denken viele, besonders Frauen, einen Chauvinisten oder schwulen Mann vor sich zu haben. Wenn Frauen ein solches Angebot bekommen dann wird das mit Applaus genommen.


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Antje Karbe von der Pressestelle der Universität Tübingen nahm als Erstplatzierte den IDW-Preis für Wissenschaftskommunikation entgegen. (c) Uni Tübingen / ZFM
Foto: Uni Tübingen / ZFM
Lesezeit 2 Min.
Meldung

Wissenschaftskommunikation zweifach ausgezeichnet

Gleich zwei Preise würdigten die Wissenschaftskommunikation: Drei Kommunikatorinnen sind Forschungssprecherinnen des Jahres. Und die Universität Tübingen überzeugte mit einer Pressemitteilung. »weiterlesen
 
Die Konzernzentrale von BMW. (c) BMW Group/Stadlerphoto.com
Foto: BMW Group/Stadlerphoto.com
Lesezeit 1 Min.
Studie

Dax-Pressearbeit: Automobilbranche vorn

In einer Umfrage loben Wirtschaftsjournalist:innen die Pressearbeit von BMW, Daimler und Volkswagen. Zugleich bemängeln sie Corona-bedingte Kommunikationsprobleme. »weiterlesen
 
Muss sich häufig vor Unternehmen und Politik – hier vor dem US-Kongress 2018 – rechtfertigen, warum er so wenig gegen Hate Speech unternimmt: Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (c) picture alliance/Xinhua News Agency/Ting Shen
Foto: picture alliance/Xinhua News Agency/Ting Shen
Lesezeit 6 Min.
Bericht

Zu viel Hass auf Facebook-Seiten

Um das Zuckerberg-Netzwerk zu zwingen, stärker gegen Hass auf seiner Plattform vorzugehen, schlossen sich weltweit Tausende Unternehmen einem Werbeboykott an. Einige planen nicht mehr zurückzukehren.
 
Wechselt nach rund 20 Jahren in Führungspositionen bei Hering Schuppener auf die Position der Chairwoman: Tina Mentner. (c) Hering Schuppener
Foto: Hering Schuppener
Lesezeit 3 Min.
Meldung

Mentner wird Chairwoman, Bertram Managing Partner

Christoph Bertram folgt Tina Mentner in der Geschäftsleitung. Er ist seit 2010 bei Hering Schuppener und verantwortet seit 2018 den Berliner Standort der Firma. »weiterlesen
 
Firmensitz von BMW in München. (c) www.stadlerphoto.com, BMW Group
Foto: www.stadlerphoto.com, BMW Group
Lesezeit 5 Min.
Meldung

Genug von schlechter Presse

Die BMW Group baut ein Corporate Media House auf. Die Münchener wollen damit ihre Position stärker über ihre eigenen digitalen Kanäle vermitteln. »weiterlesen
 
Niel Golightly distanzierte sich von seinen früheren Aussagen zu Kampfeinsätzen von Frauen. (c) Getty Images/Jupiterimages
Foto: Getty Images/Jupiterimages
Lesezeit 5 Min.
Kommentar

Dürfen wir nie unsere Meinung ändern?

Niel Golightly trat im Juli als Senior Vice President Communications bei Boeing zurück. Der Grund: ein etwa 33 Jahre alter Artikel, in dem er die Meinung vertrat, dass Frauen nicht an militärischen Operationen teilnehmen sollten. Diese Auffassung wurde ihm als Sexismus ausgelegt. Patrick Kammerer, heute bei Coca-Cola, arbeitete mit Golightly vor etwa zehn Jahren bei Shell zusammen. »weiterlesen