Studie zur Change-Kommunikation (c) Thinkstock/Teptong
Studie zur Change-Kommunikation (c) Thinkstock/Teptong

Mängel in der Change-Kommunikation

Change-Kommunikation soll Mitarbeiter und Stakeholder auf Veränderungsprozesse vorbereiten. Eine Studie zeigt jedoch, dass nur 38 Prozent der deutschen Unternehmen Fusionen, Umstrukturierungen, Personalabbau und Neuausrichtungen regelmäßig kommunizieren.
Florian Till Patzer

Nur ein Fünftel der deutschen Unternehmen bewerten ihre Change-Kommunikation als erfolgreich. Zu diesem Ergebnis kommt die „Change-Fitness-Studie 2014“ der Unternehmensberatung Mutaree. Zudem wird die Kommunikation als strategisches Instrument insgesamt noch zu wenig genutzt, um intern und extern über Veränderungen zu informieren und um mögliche Ängste und Widerstände abzubauen.

30 Prozent setzen auf institutionalisierte Kommunikation

Dabei ist eine kontinuierliche Kommunikation über Veränderungen und Umstrukturierungen laut den Studienherausgebern in der Zeit des technologischen Wandels unumgänglich. „Jeder Veränderungsprozess muss durch Kommunikationsmaßnahmen begleitet werden“, sagt die Geschäftsführerin von Mutaree, Claudia Schmidt. Daher verwundere es, dass nur 38 Prozent der befragten Unternehmen angeben, regelmäßig ihre Stakeholder über Veränderungen auf dem Laufenden zu halten. Interessant ist, dass immerhin 30 Prozent klar definierte, kommunikative Prozesse entwickelt haben, um Veränderungsmaßnahmen zu begleiten.

Die größten Herausforderungen

Als größte Herausforderungen bei der Change-Kommunikation wurde von den befragten Unternehmen Kostendruck, verstärkter Wettbewerb, Technologisierung, Globalisierung und gesetzliche Regulierung genannt. Diese können laut den Befragten am besten gemeistert werden, wenn Veränderungen umfassend analysiert und strukturiert sowie alle Beteiligten in die Change-Kommunikation einbezogen werden.

Finanzielle Vernachlässigung

Ein Vergleich mit den Vorgänger-Studien zeigt zudem, dass Unternehmen immer weniger in ihre Change-Kommunikation investieren. Plante 2010 noch die Hälfte einen regelmäßigen Austausch mit den Prozessbeteiligten, sind dies heute nur noch 38 Prozent. Das ist umso verwunderlicher, da eine nachhaltige Kommunikation auch nach außen wirkt. Nicht nur die direkten Stakeholder, sondern auch Medien, die transparent über den Wandel informiert werden, können laut der Studie dazu beitragen, dass sich neue Abläufe zügig verfestigen und schneller akzeptiert werden.

Hier geht's zur Studie.

Zur Studie

Mutaree ist eine auf Change-Kommunikation spezialisierte Unternehmensberatung. Die „Change-Fitness-Studie“ veröffentlicht das Unternehmen nach 2010 und 2012 nun zum dritten Mal. 2014 befragte Mutaree 345 Teilnehmer mit Hilfe von Fragebögen.

 
 

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