Wie generiert man im Wettbewerb mit Platzhirschen Aufmerksamkeit? (c) Bo Soremsky
Wie generiert man im Wettbewerb mit Platzhirschen Aufmerksamkeit? (c) Bo Soremsky
EPD versus DPA

Wie man Platzhirschen die Stirn bietet (5)

Von Post und Bahn bis Onlinehandel: Manche Märkte in Deutschland sind von Monopolen geprägt, von ehemaligen Monopolen, Quasi-Monopolen oder schlichtweg von Giganten. Wie behaupten sich Konkurrenten kommunikativ im Wettbewerb mit den Riesen? Ein Blick auf die Herausforderer. Teil fünf: der Evangelische Pressedienst gegen die DPA.
Mirjam Stegherr

Der Evangelische Pressedienst (EPD) ist die älteste Nachrichtenagentur Deutschlands – aber nicht die größte. Wenn es um Nachrichten geht, fallen vor allem drei Buchstaben: DPA. Der Markt gilt in Deutschland als hart umkämpft, mehr als die Hälfte Marktanteil verbucht die Deutsche Presse-Agentur. 

- Anzeige -

Anzeige: Quadriga Media Berlin

 

Der EPD versteht sich nicht als „Nischenagentur“, sondern „als eine Fachagentur im Strom der Massenmedien“, sagt Chefredakteur Karsten Frerichs. „Wir setzen Schwerpunkte und wollen über Hintergründe und Zusammenhänge berichten.“ Eine Chronistenpflicht habe der EPD nicht. Das unterscheide ihn von der DPA. „Exklusivität ist das tagtägliche Brot im Nachrichtengeschäft, aber es ist nicht das, was über den Erfolg von Agenturen als Nachrichten-Großhändler entscheidet.“ 

Kirche, Ethik und Sozialpolitik gehören zu den Kernkompetenzen der Agentur. Auch im Themenfeld Medien hat sich der EPD einen Namen gemacht. Bei Unternehmen ist die Agentur weniger bekannt. Gerade für Hintergründiges kann sich der Austausch jedoch lohnen: 80 Prozent der Zeitungsauflagen deckt der EPD ab. 

Wettbewerb spornt an

Redaktionen abonnieren in Deutschland im Durchschnitt 2,5 Nachrichtenagenturen. Der Wettbewerb sporne auch die DPA zu Höchstleistungen an, meint Frerichs. Als Marktführer aber definiere die DPA die technischen und inhaltlichen Standards. Der „Notizblock“ etwa, den Ex-DPA-Chefredakteur Wolfgang Büchner eingeführt hat, gehört dazu. Mit ihm kennzeichnen Nachrichtenagenturen Quellen und verlinken Informationen. 

Die Konkurrenz zum Marktführer ist täglich präsent. Frerichs: „Wir beobachten Agenturen und Medien 24 Stunden am Tag. Nachrichten sind nur für einen Wimpernschlag exklusiv.“ Die größte Herausforderung entstehe zurzeit durch Zeitungsgruppen wie Funke und Madsack, die eine Reichweite erzielen, die der von Agenturen gleicht: „Das Kräfteverhältnis zur DPA hat sich bewährt. Aber hier entsteht etwas Neues, das den Wettbewerb komplett verändern wird.“ 


Dies ist der fünfte und letzte Teil einer Serie über Organisationen und ihre Strategien, sich kommunikativ gegenüber Marktführern zu behaupten. Lesen Sie hier die anderen Beiträge.

--

++ Lesen Sie auch: Wie die dpa Fakten checkt – ein Redaktionsbesuch ++

 

 
 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

CAPTCHA

This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.



randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Weitere Beiträge dieser Serie.

Wie generiert man im Wettbewerb mit Platzhirschen Aufmerksamkeit? (c) Bo Soremsky
Bild: Bo Soremsky
Lesezeit 1 Min.
Lesestoff

Wie man Platzhirschen die Stirn bietet (4)

Von Post und Bahn bis Onlinehandel: Manche Märkte in Deutschland sind von Monopolen geprägt, von ehemaligen Monopolen, Quasi-Monopolen oder schlichtweg von Giganten. Wie behaupten sich Konkurrenten kommunikativ im Wettbewerb mit den Riesen? Ein Blick auf die Herausforderer. Teil vier: Flixbus gegen die Deutsche Bahn. »weiterlesen
 
Wie generiert man im Wettbewerb mit Platzhirschen Aufmerksamkeit? (c) Bo Soremsky
Bild: Bo Soremsky
Lesezeit 2 Min.
Lesestoff

Wie man Platzhirschen die Stirn bietet (3)

Von Post und Bahn bis Onlinehandel: Manche Märkte in Deutschland sind von Monopolen geprägt, von ehemaligen Monopolen, Quasi-Monopolen oder schlichtweg von Giganten. Wie behaupten sich Konkurrenten kommunikativ im Wettbewerb mit den Riesen? Ein Blick auf die Herausforderer. Teil drei: Postcon und Pin Mail gegen die Deutsche Post. »weiterlesen
 
Wie generiert man im Wettbewerb mit Platzhirschen Aufmerksamkeit? (c) Bo Soremsky
Bild: Bo Soremsky
Lesezeit 1 Min.
Lesestoff

Wie man Platzhirschen die Stirn bietet (2)

Von Post und Bahn bis Onlinehandel: Manche Märkte in Deutschland sind von Monopolen geprägt, von ehemaligen Monopolen, Quasi-Monopolen oder schlichtweg von Giganten. Wie behaupten sich Konkurrenten kommunikativ im Wettbewerb mit den Riesen? Ein Blick auf die Herausforderer. Teil zwei: die Aktionsgemeinschaft Artenschutz versus Greenpeace und Co. »weiterlesen
 
Wie generiert man im Wettbewerb mit Platzhirschen Aufmerksamkeit? (c) Bo Soremsky
Bild: Bo Soremsky
Lesezeit 1 Min.
Lesestoff

Wie man Platzhirschen die Stirn bietet (1)

Von Post und Bahn bis Onlinehandel: Manche Märkte in Deutschland sind von Monopolen geprägt, von ehemaligen Monopolen, Quasi-Monopolen oder schlichtweg von Giganten. Wie behaupten sich Konkurrenten kommunikativ im Wettbewerb mit den Riesen? Ein Blick auf die Herausforderer. Teil eins: Otto versus Amazon. »weiterlesen
 

Das könnte Sie auch interessieren.

Die DJS hat einen Appell zur Rettung der EJS gestartet. (c) Getty Images / juhide
Foto: Getty Images / juhide
Meldung

DJS und Co. starten Appell gegen EJS-Schließung

Aufgrund von Finanzproblemen steht die EJS Berlin offenbar vor dem Aus. Mehrere Journalistenschulen haben nun einen Appell gegen die Schließung gestartet. »weiterlesen
 
Die "Süddeutsche" stellt nach Plagiatsvorwürfen ihre Zahlenkolumne ein. (c) Getty Images / artisteer
Foto: Getty Images / artisteer
Meldung

„Süddeutsche“ stellt Zahlenrubrik ein

Nachdem sich der zuständige Redakteur mehr als einmal beim „Katapult“-Magazin bediente, hat die „Süddeutsche“ nun ihre Rubrik „Unterm Strich“ eingestellt. »weiterlesen
 
Wie sollen Kommunikatoren mit Investigativjournalisten umgehen? (c) Getty Images / golubovy
Foto: Getty Images / golubovy
Gastbeitrag

11 Tipps für den Umgang mit Investigativjournalisten

Berichten Medien kritisch über Unternehmen, gibt es oft Konflikte. Gerichtliche Auseinandersetzungen sowie ein negatives Image des Unternehmens können die Folge sein. Das muss nicht sein. Über den Umgang mit investigativen Reportern und Boulevardjournalisten. »weiterlesen
 
Die Weltgesundheitsorganisation WHO führt den weltweiten Kampf gegen Fake News zum Coronavirus an. (c) Getty Images / Antiv3D
In sozialen Netzwerken verbreiten sich massenhaft Falschmeldungen zum Coronavirus. Foto: Getty Images / Antiv3D
Meldung

Coronavirus: Kampf gegen Fake News, Betrug & Panik

Boulvard-Medien rufen zur Corona-Panik auf, WHO und soziale Netzwerke kämpfen gegen massenhafte Fake News, E-Mail-Betrüger nutzen die Epidemie auf ihre Weise. »weiterlesen
 
Für öffentliche Einrichtungen und Behörden sind Krisensimulationen unerlässlich. (c) Getty Images / Caiaimage/Sam Edwards
Foto: Getty Images / Caiaimage/Sam Edwards
Gastbeitrag

Was bringen Krisensimulationen?

Unternehmen und Behörden simulieren regelmäßig mögliche Krisenszenarien. Glaubwürdigkeit gegenüber der Öffentlichkeit sollten sie allerdings bereits im Tagesgeschäft aufbauen. »weiterlesen
 
Das AfD-Aussteigerprogramm richtet sich gegen den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk. / "Aussteigerprogramm": (c) Screenshot
Foto: Screenshot
Meldung

Jimdo schaltet „Aussteigerprogramm“ der AfD ab

Jimdo nimmt das AfD-Meldeportal für „Mainstream-Journalisten“ offline. Das Portal sei „antidemokratisch“. »weiterlesen