Wie generiert man im Wettbewerb mit Platzhirschen Aufmerksamkeit? (c) Bo Soremsky
Wie generiert man im Wettbewerb mit Platzhirschen Aufmerksamkeit? (c) Bo Soremsky
Aktionsgemeinschaft Artenschutz vs. WWF und Co.

Wie man Platzhirschen die Stirn bietet (2)

Von Post und Bahn bis Onlinehandel: Manche Märkte in Deutschland sind von Monopolen geprägt, von ehemaligen Monopolen, Quasi-Monopolen oder schlichtweg von Giganten. Wie behaupten sich Konkurrenten kommunikativ im Wettbewerb mit den Riesen? Ein Blick auf die Herausforderer. Teil zwei: die Aktionsgemeinschaft Artenschutz versus Greenpeace und Co.
Mirjam Stegherr

WWF, Bund, Nabu und Greenpeace: Im Natur- und Artenschutz bestimmen die Großen die Bilder und Schlagzeilen. Doch es gibt auch kleine Verbände, die sich für Umwelt und Tiere einsetzen. Wie die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA). Anders als in der Wirtschaft sehen sie sich nicht als Konkurrenz: „Jeder Spender ist willkommen, ob er Greenpeace unterstützt oder uns“, sagt AGA-Vorstand Birgit Braun.

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Um für Spender präsent zu sein, fehlen der AGA die Ressourcen. Plakate, Magazine, TV-Spots und Kampagnen, all das kann sich der kleine Verband nicht leisten. Die größte Aufmerksamkeit verschaffen ihm Prominente – wie der Schauspieler Hannes Jaenicke. Er kooperierte für eine Dokumentation mit der AGA und spricht im Fernsehen darüber. 

Pressearbeit machen die zwei Vorstände in Teilzeit. Grafiken, Webseiten und Fotos erstellen Profis im Ehrenamt. Für Birgit Braun ist die Not auch eine Tugend: Sie will Ressourcen nachhaltig einsetzen. „Wenn beim Fundraising fünf Prozent auf einen Flyer reagieren, bedeutet das 95 Prozent Papiermüll zu viel“, sagt sie. 

Sie fokussiert sich auf Social Media und auf Posts, die konkret aus den Projekten berichten, sind sie auch noch so klein. „Das macht den Charme aus.“ Nicht alle Menschen schätzten Spendenbriefe und Gimmicks. Förderer wüssten die Zurückhaltung der AGA zu schätzen. „Jeder bedient seine Zielgruppe und sein Ziel. Manchmal braucht man große Kampagnen, um etwas durchzusetzen, manchmal profitieren Projekte von kleinen Verbänden, die keine langen Abstimmungsschleifen haben“, sagt Braun. „Wir brauchen einfach die Großen und die Kleinen.“


Dies ist der zweite Teil einer Serie über Organisationen und ihre Strategien, sich kommunikativ gegenüber Marktführern zu behaupten. Lesen Sie in Teil eins, welchen Weg der Versandhändler Otto im Wettbewerb mit Amazon einschlägt.

 

 
 

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