Kreation bringt frische Farben auch in die Interne Kommunikation. (c) Thinkstock/your_photo
Kreation bringt frische Farben auch in die Interne Kommunikation. (c) Thinkstock/your_photo
Interne Kommunikation

Kein Change ohne Inspiration

Abschweifen erlaubt: Wer kreative Impulse sucht, findet sie meist nicht in Strategiepapieren. Doch ganz gleich, woher die Inspiration zur Kreativität auch kommen mag – aus der Philosophie, der Botanik, der Literatur: Die Interne Kommunikation sollte sie sich dringend zunutze machen, um interne Kommunikationsmittel originell und aufmerksamkeitsstark ins Rampenlicht zu rücken. Die neue Folge der „Echolot“-Kolumne, diesmal von Wolfgang Lux.
Wolfgang Lux

Lust auf Inspiration? Na klar! Jeder, der den Weg von Klein- zu Großhirn mühelos zurücklegt, lässt sich gern inspirieren. Inspiration ist durch und durch positiv und ohne sie wäre unser Leben um einiges ärmer. Inspiration befähigt uns, Lösungen zu finden und neue Wege zu gehen. Sie motiviert, macht Menschen produktiver und nicht zuletzt lebendiger.

Allein, sie ist launisch. So wenig berechenbar, wie Küsse der Muse sind, will die Inspiration gelockt werden – vorzugsweise mit kreativen Impulsen. Sie haben die Kraft, uns aus gewohnten Denk- oder Gefühlsstrukturen zu führen. Wobei es bei Kreation und Inspiration durchaus eine Wechselwirkung gibt. Der Kreative benötigt eine Inspiration für die Kreation, damit diese wiederum andere inspirieren kann.

Klingt verzwickt, macht aber nix

Feuer machen mit Steinen und Moos klingt auch verzwickt. Aber aus beidem kann ein winziger Funken ein großes Feuer entfachen. Die Inspiration lässt uns Visionen entwickeln. Und Visionen geben Orientierung, motivieren uns, spenden Mut zur Transformation, geben Kraft zu Veränderungen.

Schön philosophiert, sagt der Skeptiker. Beim Verlassen von bekanntem Terrain steht fest, was man verliert, ungewiss ist indes, was man bekommt. Und führt Transformation nicht auch mitunter zu Transpiration?

Gut erkannt, antwortet der inspirierte Visionär, jede Veränderung ist tatsächlich Mutprobe und Anstrengung. Einerseits. Andererseits wissen wir doch, dass nur permanente Transformation uns das Leben ermöglicht. Und der Botaniker springt ihm zur Seite und sagt: Richtig, Wasser, das steht, wird faulig.

Zwei diametrale Sichtweisen

Sie könnten uns glatt in die Lage von Buridans Esel bringen (er verhungerte, weil er sich nicht für einen der zwei Heuhaufen entscheiden konnte). Andererseits – unsere Welt ist nicht schwarz oder weiß. Große Veränderungen sind meist die Summe kleiner Schritte. Oder neuer Sichtweisen, wie die folgende Geschichte zeigt.

Ein Professor händigte die Unterlagen für das Abschlussexamen aus und verursachte einige Verwirrung bei den Studenten. Einer von ihnen sprang auf und rief aufgeregt: "Aber, Herr Professor, das sind ja die gleichen Fragen, die Sie uns bei der letzten Klausur gestellt haben!" – "Stimmt", sagte er, "aber die Antworten haben sich geändert."

Wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein, stellte schon Goethe fest. Wenn also permanente Veränderung die Konstante ist, dann sollte man Offenheit, Kreativität und Mut im Gepäck haben. Und Lust auf Inspiration.

Brotlose Philosophie?

Im Gegenteil. Wer diese Erkenntnisse beispielsweise in der Internen Kommunikation beherzigt, wird schnell ganz reales Feedback erhalten. Kreativ inszenierte Inhalte inspirieren Mitarbeiter und, unglaublich aber wahr, sogar stahlharte Führungskräfte. Change-Prozesse werden schneller, nachhaltiger und somit effizienter umsetzbar. Und selbst untergeordnete Themen erhalten gesteigerte Wahrnehmung, Antizipation und Wertschätzung. Klingt das nicht inspirierend?

Fünf Indikatoren, dass Kreation Ihre IK beflügeln sollte:

  1. Der Erfolg des anstehenden Change-Prozesses findet sich in den KPIs Ihres Vorgesetzten wieder.
  2. Sie – und auch sonst niemand – kann sich konkret an das letzte interne Kommunikationsthema erinnern.
  3. Das Wort „Botschafterrolle“ versetzt Ihre Führungskräfte regelmäßig in komatösen Tiefschlaf.
  4. Ihre Kollegen erzählen Ihnen dauernd von toller Werbung, die sie gesehen haben.
  5. Das Nutzer-Tracking der IK-bespielten Medien und Kanäle nähert sich rasant dem Nullpunkt.

 

Und wie Sie selbst mehr kreative Ideen entwickeln, verrät Ihnen dieser Beitrag ("Kleine Helfer für große Ideen").

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Weitere Beiträge dieser Serie.

Die unangefochtene Queen der Mitarbeitermedien ist die gedruckte Mitarbeiterzeitschrift. (c) Thinkstock/Sportactive
Foto: Thinkstock/Sportactive
Lesezeit 4 Min.
Kolumne

Die Queen der Internen Kommunikation

In Zeiten von Fake News scheint die hiesige Presse ein latentes Glaubwürdigkeitsproblem zu haben. Kranken daran auch die unternehmensinternen Medien? In der neuen Folge der Kolumne „Echolot“ beleuchtet Katia Kröger die klassische Mitarbeiterzeitschrift – und geht deren generellen Daseinsberechtigung auf den Grund. »weiterlesen
 
(c) Thinkstock/z_wei
Foto: Thinkstock/z_wei
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Führung in Futur: Zehn Thesen

Miese Noten für deutsche Chefs: Der aktuelle Kununu-Führungskräftereport identifiziert Vorgesetzte und deren wenig vorbildliche Unternehmenskultur als Kündigungsgrund Nummer eins. Kein Grund zur Panik: In der neuen Folge der „Echolot“-Kolumne von MontuaPartner Communications skizziert Katia Kröger zehn Ideen für gute Führung 4.0. »weiterlesen
 
Manchmal braucht es eine Komplettsanierung, um eine negative Unternehmenskultur zu bekämpfen. (c) Thinkstock/Gutzemberg
Foto: Thinkstock/Gutzemberg
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Kampf dem Unternehmensmief

Was ist, wenn alle guten Absichten der Internen Kommunikation versanden, weil die Unternehmenskultur verfahren ist? Da hilft nur eines: Komplettsanierung. Und auch das ist eine Aufgabe für Kommunikatoren, wie Andrea Montua in der neuen Folge der „Echolot“-Kolumne erklärt. »weiterlesen
 
Die Rolle der IK hat in der jüngeren Vergangenheit von der Schreibstube zum Strategiepool eine rasante Karriere hingelegt. (c) Thinkstock/Artis777
Foto: Thinkstock/Artis777
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Gestern Schreibstube, heute Super-Job

In Zeiten der digitalen Transformation und großer Veränderungen brauchen Unternehmen eine zeitgemäße Kommunikation. Doch wie sieht diese aus? Antworten geben ab heute die IK- und Change-Spezialisten der Hamburger Agentur MontuaPartner Communications in unserer neuen Kolumne „Echolot“. Zum Auftakt: Katia Kröger über die neue Rolle der Internen Kommunikation. »weiterlesen
 

Das könnte Sie auch interessieren.

Interpretation von Fakten statt Lobhudelei - so sehen gute O-Töne aus. (c) Edition Meistertricks
Cover: Edition Meistertricks
Lesezeit 2 Min.
Rezension

Wie gute O-Töne Pressemitteilungen bereichern

O-Töne werden in Pressemitteilungen oder Mitarbeitermagazinen oft stiefmütterlich behandelt. Dabei freuen sich Leser über Abwechslung. Dieser Ratgeber gibt wertvolle Tipps. »weiterlesen
 
Die unangefochtene Queen der Mitarbeitermedien ist die gedruckte Mitarbeiterzeitschrift. (c) Thinkstock/Sportactive
Foto: Thinkstock/Sportactive
Lesezeit 4 Min.
Kolumne

Die Queen der Internen Kommunikation

In Zeiten von Fake News scheint die hiesige Presse ein latentes Glaubwürdigkeitsproblem zu haben. Kranken daran auch die unternehmensinternen Medien? In der neuen Folge der Kolumne „Echolot“ beleuchtet Katia Kröger die klassische Mitarbeiterzeitschrift – und geht deren generellen Daseinsberechtigung auf den Grund. »weiterlesen
 
"Von drauß‘ von der Halde komm ich her; / Ich muss Euch sagen, gute neue Sprüche gibt’s nicht mehr." (c) Thinkstock/AlexRaths
Foto: Thinkstock/AlexRaths
Lesezeit 1 Min.
Glosse

Ho ho ho

Weihnachtszeit ist ..? Richtig, Grußkartenzeit. Vor allem eines bleibt bei dieser alljährlich wiederkehrenden Tradition jedoch häufig auf der Strecke: die Originalität. Unsere sprecherspitze. »weiterlesen
 
(c) Thinkstock/z_wei
Foto: Thinkstock/z_wei
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Führung in Futur: Zehn Thesen

Miese Noten für deutsche Chefs: Der aktuelle Kununu-Führungskräftereport identifiziert Vorgesetzte und deren wenig vorbildliche Unternehmenskultur als Kündigungsgrund Nummer eins. Kein Grund zur Panik: In der neuen Folge der „Echolot“-Kolumne von MontuaPartner Communications skizziert Katia Kröger zehn Ideen für gute Führung 4.0. »weiterlesen
 
Interne Kommunikation ohne Dialog ist Propaganda, meint die KfW - und fördert den Dialog mit den Chefs. (c) Thinkstock/twinsterphoto
Foto: Thinkstock/twinsterphoto
Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Warum die KfW ihrem Vorstand Dialog verordnet

Unternehmen sollen agiler werden, Mitarbeiter fordern immer öfter kommunikative Einbindung. Wie dieser Kulturwandel aktiv gestaltet werden kann, illustriert das Beispiel KfW. »weiterlesen
 
Bestimmte Techniken helfen, die ­ureigene Kreativität zu entfesseln. (c) Thinkstock/littlehenrabi
Foto: Thinkstock/littlehenrabi
Lesezeit 2 Min.
Lesestoff

Kleine Helfer für große Ideen

PRler leben von ihren guten Einfällen. Doch wie kommt man am ehesten auf Ideen? Rund 350 Kreativitätstechniken versprechen Abhilfe. Eine subjektive Auswahl. »weiterlesen