Juul-CEO Kevin Burns tut es leid, das Jugendliche sein Produkt nutzen. / E-Zigarette: (c) Getty Images / Sergey Nazarov
Juul-CEO Kevin Burns tut es leid, das Jugendliche sein Produkt nutzen. / E-Zigarette: (c) Getty Images / Sergey Nazarov
E-Zigaretten-Sucht

Juul-CEO über abhängige Teenager: „I’m sorry“

Juul-CEO Kevin Burns entschuldigt sich bei Eltern, deren Kinder die E-Zigaretten des Unternehmens nutzen. Diese seien nicht für Teenager gedacht.
Aus der Redaktion

Immer mehr Teenager in den USA sind süchtig nach E-Zigaretten. Mittlerweile dampfen mehr als drei Millionen Jugendliche, ein Anstieg von 78 Prozent seit 2011. Der Anteil der High-School-Schüler, die E-Zigaretten konsumieren, stieg in den USA zwischen 2017 und 2018 von 11 auf 21 Prozent. Seinen Teil dazu beigetragen hat der E-Zigaretten-Hersteller Juul. Dessen CEO Kevin Burns zeigt in einem Interview mit CNBC Reue.

"Zunächst einmal möchte ich mich bei allen Eltern entschuldigen, deren Kinder unser Produkt nutzen. Es ist nicht für sie gedacht. Ich hoffe, wir haben nichts getan, wodurch sie sich angesprochen fühlten", sagte Burns.

Insbesondere der letzte Satz klingt zynisch. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, durch Posts in Social Media und aromatisierte Vape-Pods, Teenager aktiv angesprochen zu haben.

Die Taktik der traditionellen Tabakindustrie

Das belegt auch eine aktuelle, im Journal "Tobacco Control" erschienene Studie aus den USA. Die Forscher untersuchten fast 15.000 Beiträge auf Instagram, die irgendwie mit Juul zu tun hatten – auch die Postings von Juul selbst. Die Hälfte der zwischen März und Mai 2018 abgesetzten Beiträge bilde einen Lifestyle ab. Diese Ergebnisse ähnelten der Taktik der traditionellen Tabakindustrie, "das Rauchen als sozialverträgliches Verhalten zu fördern und die 'positiven Aspekte von Rauchen und Nikotin' zu normalisieren", so die Forscher.

"Als Vater eines 16-Jährigen Teenagers tut es mir leid, und ich kann nachvollziehen, welche Herausforderungen sie meistern müssen", entgegnet Burns den Kritikern.

Vergangenen Herbst hat Juul seinen Instagram-Account gelöscht. Der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde FDA (Food and Drug Administration) reicht das nicht. Sie übt Druck auf E-Zigaretten-Hersteller wie Juul aus. Schon im Januar drohte die FDA mit einem USA-weiten Verbot von E-Zigaretten, sollten die Unternehmen keine umfassenden Maßnahmen ergreifen, um Jugendliche vom Konsum abzuhalten. San Francisco, Sitz von Juul, hat den Verkauf von E-Zigaretten unlängst verboten und damit insbesondere Juul im Blick. Auch in Deutschland steigt der Druck auf Hersteller von E-Zigaretten.

 
 


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