Von Laiendarstellern darf man keine oscarreife Darbietung erwarten. (c) Getty Images/monkeybusinessimages
Von Laiendarstellern darf man keine oscarreife Darbietung erwarten. (c) Getty Images/monkeybusinessimages
Imagevideos

Achtung, Amateure! Tipps gegen peinliche Videos

Firmen lassen in Imagevideos gern Mitarbeiter oder Kunden zu Wort kommen. Das geht mitunter schief. Wie Sie Peinlichkeiten vermeiden.
Carola Hug

Kunden vertrauen eher der Meinung anderer Kunden als dem Versprechen eines Unternehmens. Und wer auf Jobsuche ist, möchte von Mitarbeitern hören, ob der zukünftige Arbeitgeber etwas taugt. Dieser sogenannte Social Proof ist ein mächtiges Instrument im Marketing. Kein Wunder, dass Firmen auch bei Unternehmensvideos auf die Aussagen „echter Menschen“ setzen.

Was die meisten vergessen: Nicht in jeder Sachbearbeiterin steckt eine Julia Roberts und nicht jeder Kunde spielt George Clooney an die Wand. Zudem ist der Auftritt vor der Kamera für die meisten ungewohnt. Wer bei der Betriebsfeier noch ein geschmeidiger Alleinunterhalter ist, mutiert da schnell zum gehemmten Mauerblümchen.

Laientheater statt Authentizität

Ein Beispiel aus dem Internet: Engagierte Mitarbeiter und treue Kunden feiern ihre Bank – bestimmt sogar zu Recht. Doch die gutgemeinte Jubelarie gleicht eher einem Laientheater.

Nicht nur die Angestellten liefern eine hölzerne Darbietung ab, auch die Kunden spulen Sätze ab, die auswendig gelernt daherkommen. Schade, denn die Kunden und Mitarbeiter schätzen ihre Volksbank immerhin so sehr, dass sie bereitwillig dafür vor die Kamera treten.

Das Video der Volksbank Plochingen ist aus einem einfachen Grund unfreiwillig komisch: Der Produzent lässt die Testimonials auswendig gelernte Sätze direkt in die Kamera sprechen. Falls sie vorher nicht auf der Schauspielschule waren, überfordert diese Aufgabe Kunden und Mitarbeiter.  

Nicht jeder ist Thomas Gottschalk

Im nächsten Beispiel eröffnen die Chefs einen bunten Reigen gut gemeinter Testimonials. Der Stolz auf den Betrieb ist groß, die Showmaster-Qualitäten eher klein.

Lieblose Darstellung

In Recruiting-Videos kommen regelmäßig Mitarbeiter zu Wort. Sie sollen Bewerber anlocken, indem sie ihren Arbeitsplatz in höchsten Tönen loben. Ein Rätsel, warum ausgerechnet in diesem Bereich besonders viele lieblose Videos kursieren. Der Computerhersteller Acer beispielsweise macht es sich besonders leicht: Die Azubis werden einfach um einen Tisch versammelt. Dort spulen sie nacheinander ihren Text ab.

So geht’s richtig: Gesprächssituation statt Showeinlage

Wer möchte, dass Mitarbeiter und Kunden spontan und glaubwürdig wirken, sollte sie in eine Interview-Situation packen. Das heißt: Ein Reporter stellt die Fragen – sein Gegenüber antwortet einigermaßen spontan. Dieses Frage-Antwort-Spiel liegt vielen Menschen mehr als ein Bühnenauftritt. Sie entspannen sich und wirken sofort authentischer.

Außerdem hilfreich: Dem Testimonial etwas in die Hand geben oder sich an etwas festhalten lassen. Das gibt Sicherheit.

 

Fazit: Verzichten Sie auf Hollywood und setzen Sie auf das echte Leben! 


Fünf Tipps für bessere Imagevideos

  • Testimonials sollten in einer Gesprächssituation in eigenen Worten ihre Meinung ausdrücken.
  • Geben Sie keine Texte vor.
  • Der Produzent des Videos sollte auf eine entspannte Atmosphäre achten.
  • Nervösen Gesprächspartnern hilft es, wenn sie etwas in die Hand nehmen oder sich anlehnen dürfen.
  • Lassen Sie sich nicht zu einem komplett inszenierten Auftritt überreden – außer Sie heißen Julia Roberts oder George Clooney.

 

 
 


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