Die Datenschutzgrundverordnung der EU bringt neue Informationspflichten und drakonische Bußgelder mit sich. (c) Getty Images/gustavofrazao
Die Datenschutzgrundverordnung der EU bringt neue Informationspflichten und drakonische Bußgelder mit sich. (c) Getty Images/gustavofrazao
Recht

Hilfe, die DSGVO kommt!

Es bleibt nicht mehr viel Zeit, sich auf die neuen Datenschutzbestimmungen vorzubereiten. Was sich bei externer und interner Kommunikation ändern wird, haben zwei Juristen zusammengefasst.
Melanie Ludolph
Klaus zu Hoene

1. Effekte auf die externe Kommunikation

Von Melanie Ludolph

Es ist so weit: Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist seit vergangenem Jahr verabschiedet und veröffentlicht. Bis zum 25. Mai ist noch Zeit, die neuen Anforderungen umzusetzen, ab dem Zeitpunkt gilt die Verordnung unmittelbar in allen EU-Mitgliedsstaaten und löst die bisherigen nationalen Regelungen und EU-weiten Richtlinien ab.

Das oft eher stiefmütterlich behandelte Thema Datenschutz kann künftig nicht mehr auf die leichte Schulter genommen werden, denn nach der neuen Gesetzeslage drohen drakonische Bußgelder: bis zu vier Prozent des globalen Konzernumsatzes des Vorjahrs – für jeden einzelnen Verstoß, versteht sich. Doch was ändert sich wirklich für Unternehmen im Rahmen der Kommunikation nach außen?

Website-Betreiber aufgepasst!

Webseitenbetreiber sollten einen besonderen Fokus auf die Aktualisierung ihrer Datenschutzerklärungen legen. Die DSGVO erweitert die Informationspflichten gegenüber den Betroffenen, sodass auf jeden Fall Nachbesserungsarbeiten stattfinden müssen. Der Fokus liegt dabei auf einer präzisen, transparenten, verständlichen, klaren und einfachen Sprache.

Die DSGVO enthält dagegen keine Sonderregelungen für Themen wie Big Data, Social Media oder Cookies. Diesbezüglich ist noch auf die Verabschiedung der sogenannten E-Privacy-Verordnung zu warten, die genau für diese Themen einheitliche Spielregeln für die europäischen Mitgliedsstaaten festlegen soll.

Klassische Funktionen wie der Facebook-„Like“-Button, Webformulare (wie Kontaktformulare, Newsletter), Cookies, Analyse-Tools (wie Piwik oder E-Tracker) und Targeting- beziehungsweise Audience-Optimization-Tools müssen transparent beschrieben werden. Für die Website-Compliance sollten aktuelle Gerichtsentscheidungen im Blick behalten werden.

Newsletter-Versand: Bewährtes bleibt

E-Mails sind und bleiben eines der am meisten genutzten Werbemittel – im B2B- und vor allem im B2C-Bereich. Aktuell gilt, dass – abgesehen von Fällen der Direktwerbung – die Einwilligung des Betroffenen erforderlich ist, um diesem eine Werbe-E-Mail zusenden zu dürfen. Um diese Einwilligung im Streitfall auch nachweisen zu können, wird in der Praxis überwiegend das Double-Opt-In-Verfahren verwendet.

Das wird auch nach dem neuen Recht so bleiben. Die DSGVO hebt allerdings das Kriterium der Freiwilligkeit der Einwilligung besonders hervor. Dies bekommt praktische Relevanz, wenn die Einwilligung an Handlungen des Kunden (zum Beispiel bei Gewinnspielen) geknüpft wird. Welche Kopplungen künftig noch zulässig sein werden, ist leider rechtlich nicht mehr so klar geregelt wie bisher. Mit fachlichem Rat sind aber auch hier die Hürden zu meistern.

Korrekturen und Feinjustierung

Fazit ist, dass sich inhaltlich nicht viel im Bereich der externen Kommunikation ändert. Angesichts der drohenden Bußgelder sollte die verbleibende Zeit allerdings genutzt werden, um die bestehenden Prozesse zu überprüfen und die hinzugekommenen Anforderungen zu integrieren.


Lesen Sie auf Seite 2: To-dos für die Interne Kommunikation

 

 
 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

CAPTCHA

This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.

Kommentare

Falls jemand Probleme beim Umsetzen der DSGVO hat, dem kann ich diesen Beitrag empfehlen. Hier findet man eine gute Übersicht über alle Änderungen: https://mm-digital.com/2018/04/19/dsgvo-was-aendert-sich-fuer-wen-ein-ueberblick/


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Das Ende der 5G-Versteigerung feierte Vodafone mit einer PR-Aktion. (c) Getty Images / Dejvice6
Foto: Getty Images / Dejvice6
Lesezeit 1 Min.
Meldung

Erstes 5G-Telefonat: PR-Coup für Vodafone

Die 5G-Mobilfunkfrequenzen sind versteigert. Netzbetreiber Vodafone feierte das Ereignis mit einer PR-Aktion.   »weiterlesen
 
Die Bayerische Staatsoper gewann 2019 unter anderem den DPOK für das "Team des Jahres". (c) Bayerische Staatsoper
Foto: Bayerische Staatsoper
Lesezeit 4 Min.
Gastbeitrag

Wo man sich in München noch über das Double freut

Beim diesjährigen Deutschen Preis für Onlinekommunikation gewann die Bayerische Staatsoper die begehrten Auszeichnungen für das „Team des Jahres“ und für die „Kampagne des Jahres von Institutionen“. Ihre Initiativen widmeten sich der Frage: Wie begeistert man im 21. Jahrhundert Menschen für die Oper?   »weiterlesen
 
Am 14. Juni endet die erste Bewerbungsfrist für die Digital Communication Awards. (c) Getty Images/vchal / Quadriga Media
Foto: Getty Images/vchal / Quadriga Media
Meldung

Digital Communication Awards: Der Countdown läuft

Die Award-Saison ist in vollem Gange. Als nächster an der Reihe: Die Digital Communication Awards. Bereits nächsten Freitag endet die erste Bewerbungsfrist. »weiterlesen
 
Wie man in Teams kommuniziert, die schnell wachsen und unterschiedliche Bedürfnisse haben. (c) Getty Images / Rawpixel
Foto: Getty Images / Rawpixel
Gastbeitrag

So kommuniziert man in agilen Teams

Aufgrund von Globalisierung und Digitalisierung wechseln in Unternehmen Teams schneller als noch vor ein paar Jahren. Sie sind vielfältiger, kommunizieren anders. Wie kann es gelingen, sich auf unterschiedliche Gesprächspartner einzustellen und ihre Sichtweisen zu erkennen, um auf ihre Bedürfnisse einzugehen? »weiterlesen
 
Die Ankündigung eines Bluttests, der Brustkrebs erkennen soll, endete für die Uni-Klinik Heidelberg in einem PR-Desaster/ Bluttest: Getty Images/ Jovanmandic
Bild: Getty Images/ Jovanmandic
Meldung

Der PR-Skandal der Uni-Klinik Heidelberg erklärt

Eigentlich sollte er ein Meilenstein in der Medizin sein. Die Uni-Klinik Heidelberg kündigte schon im Februar einen Bluttest an, der Brustkrebs erkennen soll. Dabei gibt es nicht einmal einen Prototyp. Wir klären über den PR-Skandal auf. »weiterlesen
 
Wie geht man im Krisenfall mit den Medien um? (c) Getty Images / yanggiri
Foto: Getty Images / yanggiri
Lesezeit 4 Min.
Gastbeitrag

Krisenkommunikation vor der Kamera

Wie geht man im Krisenfall mit den Medien um – und kommt im besten Fall ohne Imageschaden aus der Situation heraus? »weiterlesen