Social Media sind aus der Kommunikation der meisten Unternehmen nicht mehr wegzudenken. (c) Thinkstock/Bet_Noire
Social Media sind aus der Kommunikation der meisten Unternehmen nicht mehr wegzudenken. (c) Thinkstock/Bet_Noire
Bitkom-Umfrage

Großteil der Unternehmen nutzt Social Media

Soziale Medien sind bei den meisten Unternehmen in Deutschland mittlerweile fester Bestandteil der Onlinekommunikation. Das hat eine aktuelle Bitkom-Umfrage ergeben. Facebook, Xing und Linkedin haben dabei die größte Relevanz für die Unternehmen.
Carolin Sachse-Henninger
 

Drei von vier Unternehmen (73 Prozent) nutzen Social Media für ihre interne oder externe Kommunikation. Davon setzen fast alle (99 Prozent) auf soziale Netzwerke wie Facebook, Xing und Linkedin. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die der Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben hat und die am Freitag vorgestellt wurde. An der Befragung nahmen 639 Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen ab 20 Mitarbeitern teil.

Je größer ein Unternehmen ist, desto häufiger ist es demnach auf sozialen Plattformen aktiv: Bei den Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sind es nahezu alle, bei den Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten sind es 88 Prozent, bei den kleineren ab 20 Mitarbeitern 68 Prozent.

Nach Facebook, Xing und Linkedin werden Kanäle wie Twitter (60 Prozent) und Videoplattformen wie Youtube oder Vimeo (41 Prozent) bespielt. Foto-Plattformen wie Instagram oder Flickr nutzen 27 Prozent, Messaging-Dienste wie Whatsapp oder Snapchat 24 Prozent. Lokale Bewertungsportale wie Foursquare oder Yelp verwenden zehn Prozent.

Grafik: Bitkom Research

Zu aufwendig, zu unsicher, zu teuer

Fast jeder Zweite (39 Prozent) hat mit seiner Social-Media-Kommunikation schon einmal negative Erfahrungen gemacht. Meist werden die Unternehmen dabei mit Kritik am Produkt (25 Prozent) oder an der Unternehmenspolitik (neun Prozent) konfrontiert. Von Beleidigungen und Diffamierungen berichten sieben Prozent der Unternehmen. Mit sogenannten Shitstorms, also massiven Anfeindungen, hat nur ein geringer Anteil von drei Prozent zu kämpfen.

Die Empfehlung des Verbandes, spezielle Social-Media-Manager einzusetzen, stellt für einige Unternehmen allerdings offenbar ein Problem dar. Denn 36 Prozent der Firmen, die Social Media bislang nicht einsetzen, geben an, dass der personelle Aufwand meist zu hoch ist. Auch rechtliche Unsicherheiten (24 Prozent), fehlender Nutzen (21 Prozent), interne Widerstände und der finanzielle Aufwand (je 17 Prozent) werden als Gründe gegen den Einsatz von Social Media genannt. 14 Prozent der Unternehmen sagen außerdem, dass sie nicht die notwendige fachliche Expertise haben, um über soziale Medien zu kommunizieren.

Ähnliches sehen die Unternehmen, die Social-Media-Kommunikation betreiben, als Herausforderungen für die Zukunft an. Sie rechnen vor allem mit einem steigenden Ressourcen- und Personalbedarf (75 und 64 Prozent). Auch der Datenschutz (60 Prozent) und die Einbindung in bestehende Unternehmensprozesse (56 Prozent) werden in Zukunft laut den Unternehmen Herausforderungen sein. Je 45 Prozent sehen den Umgang mit Big Data und Predictive Analytics sowie fehlende Kenntnisse im digitalen Bereich als problematisch an.

 

 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Wohlfühlgeschichten werden gerne im Netz geteilt, zerstören aber auf Dauer die Glaubwürdigkeit von Medien und PR. (c) Thinkstock/NatalyaAksenova
Foto: Thinkstock/NatalyaAksenova
Lesezeit 6 Min.
Lesestoff

Zu schön, um wahr zu sein

Das Netz ist voll von Geschichten. Doch nicht alle sind wahr. Während die Debatte um Fake News und Lügenpropaganda tobt, machen sich Wohlfühlgeschichten breit, die eher unbemerkt die Glaubwürdigkeit von Medien und PR verspielen. »weiterlesen
 
Mehr als eine Milliarde Stunden Bewegtbild konsumiert die Menschheit täglich allein über Youtube. Doch es gilt einige Regeln zu beachten. (c) TCmake_photo
Foto: TCmake_photo
Lesezeit 2 Min.
Ratgeber

Gifs und Videos im Rechte-Check

Am Bahnsteig und am Flughafen, beim Elektronikfachhändler des Vertrauens, auf gängigen Nachrichtenportalen und auf Social-Media-Plattformen – das Bewegtbild ist nicht mehr wegzudenken aus unserer Wahrnehmung. Welche Grundregeln es bei der Veröffentlichung von Animationen, Gifs oder Videoclips zu beachten gibt, erklären Alexander Karst und Michaela Koch von den Bildbeschaffern. »weiterlesen
 
Kommunikatoren können noch bis zum 21. Juli an der PR-Berufsfeld-Studie teilnehmen (c) Thinkstock/_human
Kommunikatoren können noch bis zum 21. Juli an der PR-Berufsfeld-Studie teilnehmen (c) Thinkstock/_human
Lesezeit 1 Min.
Meldung

PR-Berufsfeldstudie sucht noch Teilnehmer

Auch in diesem Jahr führen der Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) und die Quadriga Hochschule Berlin eine PR-Berufsfeldstudie durch. Kommunikatoren können noch eine Woche lang ihre Erfahrungen einbringen.  »weiterlesen
 
In seinen zwanzig Thesen verurteilt Eric Posner Twitter zu Unrecht, findet Kommunikationsexperte Armin Sieber. (c) Thinkstock/yganko
Foto: Thinkstock/yganko
Lesezeit 3 Min.
Kommentar

Kickt es noch richtig?

Dopamin-Dealer und Ego-Pusher – diese Funktionen schreibt der US-Jurist Eric Posner in seinem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung dem Social-Media-Kanal Twitter zu. Ist das schon alles? Ein Kommentar. »weiterlesen
 
3.387 Kommunikationsmanager beteiligten sich am diesjährigen ECM (c)Thinktsock/foto-ruhrgebiet
Foto: Thinkstock/foto-ruhrgebiet
Studie

PR-Branche hat Nachholbedarf in visueller Kommunikation

Kommunikationsmanager bestätigen: Der Siegeszug der visuellen Kommunikation ist in vollem Gange. Doch viele Kommunikatoren verfügen nur über geringe Kompetenzen in diesem Bereich. Das sind die Ergebnisse des diesjährigen European Communication Monitor (ECM).  »weiterlesen
 
Lesezeit 4 Min.
Gastbeitrag

GIZ: In vier Schritten zur strategischen ­Kommunikation

Große Themenvielfalt und internationale Anspruchsgruppen erschweren die Kommunikationssteuerung. Warum es sich lohnt, Stakeholder auf einer Landkarte zu verorten und ein Zielhaus zu planen, zeigt das Beispiel der GIZ. »weiterlesen