Die Rolle der IK hat in der jüngeren Vergangenheit von der Schreibstube zum Strategiepool eine rasante Karriere hingelegt. (c) Thinkstock/Artis777
Die Rolle der IK hat in der jüngeren Vergangenheit von der Schreibstube zum Strategiepool eine rasante Karriere hingelegt. (c) Thinkstock/Artis777
Interne Kommunikation

Gestern Schreibstube, heute Super-Job

In Zeiten der digitalen Transformation und großer Veränderungen brauchen Unternehmen eine zeitgemäße Kommunikation. Doch wie sieht diese aus? Antworten geben ab heute die IK- und Change-Spezialisten der Hamburger Agentur MontuaPartner Communications in unserer neuen Kolumne „Echolot“. Zum Auftakt: Katia Kröger über die neue Rolle der Internen Kommunikation.
Katia Kröger

Digitalisierung, Globalisierung, Generationswechsel: Unternehmen sehen sich immer häufiger mit Change-Maßnahmen konfrontiert, die an den Grundpfeilern der Organisationsstruktur rütteln – und die ohne konsequente kommunikative Begleitung schnell an die Wand fahren.

Auch wenn essenzielle Veränderungen intern oft mit Argwohn betrachtet werden, sind die Konsequenzen doch meist begrüßenswert: Überholte Prinzipien wie Silodenken, starre Hierarchiemuster und Top-Down-Kommunikation können zugunsten abteilungsübergreifender Zusammenarbeit und Dialog auf Augenhöhe endlich ad acta gelegt werden.

Ab in die Pole Position!

Allerdings braucht es an diesem Scheideweg einen fähigen – und befähigten – Moderator, der die Schnittstelle zwischen allen relevanten Unternehmensbereichen bildet und die nötigen Veränderungen planvoll und steuernd begleitet. Immer häufiger wird der Ruf laut, die Interne Kommunikation in diese „Pole Position“ zu rücken. Denn die Rolle der IK hat sich in der jüngeren Vergangenheit drastisch gewandelt und von der Schreibstube zum Strategiepool eine rasante Karriere hingelegt.

Fakt ist: Es geht mittlerweile um weitaus mehr als Planung und Umsetzung von Kommunikationstools. Im Fokus steht die kluge Inszenierung des Dreiklangs Strategie – Kultur – Instrumente. Längst agiert die IK dabei nicht mehr isoliert, sondern als Knotenpunkt zwischen allen strategisch wichtigen Abteilungen – von Organisationsentwicklung über HR bis hin zu externer Unternehmenskommunikation.

Killt die Einweg-Kommunikation!

In derart exponierter Stellung ist es für die Kommunikationsprofis wichtiger denn je, die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Auch wenn die Digitalisierung eine Vielzahl neuer Kommunikationskanäle und ergo -möglichkeiten eröffnet, geht es primär um die Botschaften und ihre Zielgruppen. Der Medien-Mix kommt erst an zweiter Stelle, wenn je nach Intention der passende Kanal ausgewählt wird. Der Trend geht hier klar zu Dialogformaten wie Social Intranets, die Mitarbeiter zu Mitgestaltern werden lassen.

Eine der Kernbotschaften an Mitarbeiter und Management sollte unabhängig vom Thema lauten: „Du kannst mitwirken und hast eine Stimme, die gehört wird.“

Das bedeutet für die IK, Einweg-Kommunikation zu eliminieren und den offenen Austausch auf allen Ebenen konsequent zu fördern und zu lenken. Dazu gehört, dass transparent und ehrlich über positive wie negative Entwicklungen kommuniziert wird und eine gelebte Fehlerkultur Konsens ist. So wird das Vertrauen der Belegschaft gefestigt und diese befähigt, zu identifizierten, engagierten und loyalen Mitarbeitern zu werden.

Bestärkt Eure Führungskräfte!

Klingt nach einer Mammutaufgabe? Ist es auch! Und damit eine, die die IK nicht allein stemmen sollte. Sie muss an die richtigen Stellen delegieren, um ihren Wirkungskreis ganz zu entfalten. Daher ist und bleibt die Führungskräftekommunikation eine wichtige Aufgabe der IK. Denn Vorgesetzte sind die im Arbeitsalltag wichtigsten Bezugspersonen für ihre Mitarbeiter, fungieren als Informationsquelle, Berater, Mediator. Um dieser anspruchsvollen Rolle gerecht werden zu können, muss die IK als starker Partner und Coach der Führungsebene handeln.

Vergesst das Gießkannenprinzip!

Unverzichtbar bei allen Aufgaben und Maßnahmen ist eine umfassend abgestimmte Kommunikationsstrategie. Dafür müssen Botschaften aus der Unternehmensvision abgeleitet und Werte stetig mit Leben gefüllt werden. Aber bitte nicht nach dem Gießkannenprinzip „viel hilft viel“ agieren. Statt Masse nützt ein klarer Fokus: Welche Botschaft soll wen erreichen? Wer seine Zielgruppe überfordert, verliert sie.

Zugegeben: Die neue Rolle der Internen Kommunikation gleicht einer Art Superhelden-Saga. Allzeit und überall im Einsatz für die gute Unternehmenssache, vorausschauend, stark, für jedes Problem die passende Lösung parat. Da sei die Frage gestattet: Kann das eine IK-Abteilung ohne Super(wo)man-Kräfte wirklich leisten?

Ja, sie kann – wenn sie das passende Konzept hat und sich klar als strategische Beraterin von Management und Organisationsentwicklung und nicht als deren Handlangerin positioniert.

In fünf Schritten zum Super-Job

1. Empowerment erfahren
Wenn die IK als „Leader of the Pack“ agieren soll, muss sie von oben befähigt sein. Trägt die Unternehmensstrategie diesen Führungsanspruch mit? Sonst muss hier als Erstes nachgebessert werden.

2. Nachhaltig netzwerken
Die IK sollte alle relevanten Abteilungen an einen Tisch bringen – und dauerhaft über Projekte und Teamwork miteinander verbinden. Effektive Zusammenarbeit entsteht erst durch Kontinuität.

3. Strategie sondieren
Sie ist das Herz aller IK-Maßnahmen und muss dynamisch bleiben. Einmal jährlich sollte die Strategie daher einem gründlichen Check-up unterzogen werden.

4. Wiederholungstäter werden
Eine Rolle muss gelebt werden, permanent. Die IK sollte daher ihren Führungsanspruch immer wieder bestätigen und durch Leistung überzeugen.

5. Adressaten auswählen
Zielgruppen sind das A und O der IK – aber sind sie noch aktuell und die ihnen zugedachten Botschaften relevant? Wer seine Belegschaft als Gestalter wünscht, sollte zudem die passenden Kommunikationstools für die jeweilige Zielgruppe haben.

 

 
 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

CAPTCHA

This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.

Kommentare

Lesen


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Weitere Beiträge dieser Serie.

New Work verspricht mehr Freiräume für Kreativität – aber mit bunten Sitzecken allein ist es nicht getan. (c) Getty Images/XiXinXing
Foto: Getty Images/XiXinXing
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Erst der Sinn, dann das Vergnügen

Flache Hierarchien, gute Work-Life-Balance, mehr Freiraum für Eigenverantwortung und Kreativität – all das verspricht das Konzept des New Work. Doch mit einem Kaffeevollautomaten und einer bunten Sitzecke im Büro ist es nicht getan, wie Expertin Andrea Montua in der neuen „Echolot“-Folge erklärt. »weiterlesen
 
Von der schon fast aufdringlichen Neugierde der Marketingabteilungen kann die interne Kommunikation oft noch etwas lernen. (c) Getty Images/almir1968
Foto: Getty Images/almir1968
Lesezeit 2 Min.
Kolumne

Und, wie war’s für dich?

Die Mitarbeiterbefragung soll Licht ins große Dunkle bringen. Doch der Beziehungsstatus mit der internen Kommunikation ist: kompliziert. Eine neue Folge der Echolot-Kolumne zur digitalen Transformation in der internen Kommunikation. »weiterlesen
 
Die interne Kommunikation kann den Flurfunk nicht eliminieren, aber steuern. (c) Getty Images/Bablab
Bild: Getty Images/Bablab
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Frieden schließen mit dem Flurfunk

Der Flur ist einer der meist genutzten Kommunikationskanäle in jedem Unternehmen. Und er ist durchaus beliebt, der Flurfunk. Die interne Kommunikation kann ihn als Herausforderung annehmen. »weiterlesen
 
Wer nach einem Fehler nicht nur aufräumt, sondern auch für die Zukunft lernt, kommt weiter. (c) Getty Images/z_wei
Bild: Getty Images/z_wei
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Nach dem Fehler ist vor dem Erfolg

Die „Echolot“-Kolumne beleuchtet die interne Kommunikation in Zeiten digitaler Transformation. Dieses Mal beschreibt Kerstin Feddersen, welche Fehler in der Kommunikation lauern. »weiterlesen
 
Foto: Getty Images/Image Source
Foto: Getty Images/Image Source
Lesezeit 4 Min.
Kolumne

Hand aufs Hirn: Verstehen Sie Führung?

Gelungene Mitarbeiterführung ist Kopfsache? Wie sehr Kommunikation unsere neuronalen Prozesse steuert, ist verblüffend. Ein Einblick in die Wissenschaft würde Führungskräften – und damit auch den Mitarbeitern – das Leben und den Erfolg leichter machen, meint Kerstin Feddersen in einer neuen Folge der "Echolot"-Kolumne. »weiterlesen
 
Veränderungen ohne Frust umsetzen - das geht, wenn man fünf einfache Dinge beachtet. (c) GettyImages/Andrew_Deer
Foto: GettyImages/Andrew_Deer
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Transformation? Change mich am Arsch!

So mancher Mitarbeiter reckt instinktiv den Mittelfinger, wenn das Thema Transformation auf der Unternehmens-Agenda steht. Denn zu viele gescheiterte Changeprojekte führen dauerhaft zu Frust und Verweigerung. Wie man dem gezielt entgegenwirkt, erläutert Katia Kröger in einer neuen Folge der "Echolot"-Kolumne. »weiterlesen
 
Holen Sie sich auch Hilfe aus anderen Abteilungen, wenn es brennt. (c) Thinkstock/z_wei
Foto: Thinkstock/z_wei
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Wenn der Change-GAU droht

Sie haben das Gefühl, dass die Veränderungen im Unternehmen das Betriebsklima belasten, doch die Chefetage erkennt die Alarmsignale nicht? Was Sie tun können, um Ihren Arbeitgeber vor dem Change-GAU zu bewahren, erklärt unsere heutige „Echolot“-Kolumne. »weiterlesen
 
Die unangefochtene Queen der Mitarbeitermedien ist die gedruckte Mitarbeiterzeitschrift. (c) Thinkstock/Sportactive
Foto: Thinkstock/Sportactive
Lesezeit 4 Min.
Kolumne

Die Queen der Internen Kommunikation

In Zeiten von Fake News scheint die hiesige Presse ein latentes Glaubwürdigkeitsproblem zu haben. Kranken daran auch die unternehmensinternen Medien? In der neuen Folge der Kolumne „Echolot“ beleuchtet Katia Kröger die klassische Mitarbeiterzeitschrift – und geht deren generellen Daseinsberechtigung auf den Grund. »weiterlesen
 
(c) Thinkstock/z_wei
Foto: Thinkstock/z_wei
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Führung in Futur: Zehn Thesen

Miese Noten für deutsche Chefs: Der aktuelle Kununu-Führungskräftereport identifiziert Vorgesetzte und deren wenig vorbildliche Unternehmenskultur als Kündigungsgrund Nummer eins. Kein Grund zur Panik: In der neuen Folge der „Echolot“-Kolumne von MontuaPartner Communications skizziert Katia Kröger zehn Ideen für gute Führung 4.0. »weiterlesen
 
Kreation bringt frische Farben auch in die Interne Kommunikation. (c) Thinkstock/your_photo
Foto: Thinkstock/your_photo
Lesezeit 2 Min.
Kolumne

Kein Change ohne Inspiration

Abschweifen erlaubt: Wer kreative Impulse sucht, findet sie meist nicht in Strategiepapieren. Doch ganz gleich, woher die Inspiration zur Kreativität auch kommen mag – aus der Philosophie, der Botanik, der Literatur: Die Interne Kommunikation sollte sie sich dringend zunutze machen, um interne Kommunikationsmittel originell und aufmerksamkeitsstark ins Rampenlicht zu rücken. Die neue Folge der „Echolot“-Kolumne, diesmal von Wolfgang Lux. »weiterlesen
 
Manchmal braucht es eine Komplettsanierung, um eine negative Unternehmenskultur zu bekämpfen. (c) Thinkstock/Gutzemberg
Foto: Thinkstock/Gutzemberg
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Kampf dem Unternehmensmief

Was ist, wenn alle guten Absichten der Internen Kommunikation versanden, weil die Unternehmenskultur verfahren ist? Da hilft nur eines: Komplettsanierung. Und auch das ist eine Aufgabe für Kommunikatoren, wie Andrea Montua in der neuen Folge der „Echolot“-Kolumne erklärt. »weiterlesen
 

Das könnte Sie auch interessieren.

Bei Newsrooms empfiehlt sich eine Umsetzung in Form kleiner und konsequenter Schritte. (c) Getty Images / jopelka
Foto: Getty Images / jopelka
Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Einen Newsroom aufbauen – Schritt für Schritt

Ob es um den Aufbau eines Corporate Newsrooms geht oder um seine Optimierung – es empfehlen sich kleine, konsequente Schritte. Unsere Tipps für Strategie und Planung. »weiterlesen
 
"Jeder Mensch hat die freie Wahl, zu entscheiden, wie er kommuniziert." (c) Getty Images / boonchai wedmakawand
Foto: Getty Images / boonchai wedmakawand
Lesezeit 5 Min.
Interview

„Es geht um Präzision in der Sprache“

Sprache kann aufklären, vermitteln oder diskriminieren. Wer mit ihr arbeitet, trägt Verantwortung und sollte sich darüber bewusst sein, was seine Worte bewirken. 2014 gab die NGO „Neue Deutsche Medienmacher“ ihr erstes Glossar zu „politisch korrekter“ Sprache heraus. Im Interview erklärt die Geschäftsführerin Konstantina Vassiliou-Enz, was dahintersteckt. »weiterlesen
 
Welche Folgen wird die Automatisierung von Dialogen für die Nutzer haben? (c) Getty Images / ismagilov
Foto: Getty Images / ismagilov
Lesezeit 4 Min.
Gastbeitrag

Wie KI die Unternehmenskommunikation verändert

Künstliche Intelligenz wird unsere Vorstellung von Unternehmenskommunikation deutlich verändern. Bereits heute trägt diese Technologie dazu bei, automatisch Muster im dauernden Nachrichtenfluss zu erkennen und besser zu verstehen. Mithilfe von KI wird man auch Dialoge automatisieren können – etwa durch sogenannte Dialogroboter. Aber welche Folgen hat das für die Nutzer? »weiterlesen
 
Um sich im Reich der Mitte zu bewähren, ist eine fundierte PR- und Kommunikationsstrategie für jedes Unternehmen essenziell. (c) Getty Images / teddybearpicnic
Foto: Getty Images / teddybearpicnic
Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Mit Social Media den chinesischen Markt erobern

China bietet Kommunikatoren so viele Chancen wie kaum ein anderer. Wer sein Unternehmen im Reich der Mitte positionieren will, muss seine PR- und Kommunikationsaktivitäten an die Ansprüche des lokalen Marktes und der chinesischen Konsumenten anpassen. Social Media spielen dabei eine besonders wichtige Rolle.
 
Viele Menschen wollen heute nachhaltig agieren – wie können Unternehmen sie am besten ansprechen? (c) Getty Images / m-gucci
Foto: Getty Images / m-gucci
Studie

Wie spricht man Weltverbesserer an?

Viele Menschen wollen heute nachhaltig agieren. Was das für die Kommunikation von Unternehmen bedeutet, hat eine aktuelle Studie untersucht. »weiterlesen
 
Ob und wie Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht werden, wird heute minutiös beobachtet und analysiert. (c) Getty Images / Ridofranz
Foto: Getty Images / Ridofranz
Lesezeit 2 Min.
Essay

So kommuniziert man unternehmerische Verantwortung

Unternehmerische Verantwortung ist zum Wettbewerbsfaktor geworden. Um breite Anerkennung zu ernten, will sie gut erklärt sein. Das obliegt auch Kommunikationsprofis – und ist nicht immer leicht. »weiterlesen