Abteilungen in Unternehmen müssen vernetzter arbeiten. Da hilft nur: Silos abbauen. (c) Getty Images / Kim Grosz
Abteilungen in Unternehmen müssen vernetzter arbeiten. Da hilft nur: Silos abbauen. (c) Getty Images / Kim Grosz
Interne Kommunikation

Fünf Tipps, wie Sie Silos abbauen

Damit Sie am Puls der Zeit bleiben, müssen Abteilungen in Unternehmen vernetzter arbeiten. Das hehre Vorhaben scheitert jedoch oft an Abschottung, mangelnden Absprachen und fehlenden Schnittstellen. Schluss damit!
Christoph Drebes

Im globalen Wettbewerb wird es für Unternehmen immer wichtiger, schnell agieren zu können. Die Entwicklung neuer Produkte, Innovationen und Problemlösungen muss heute binnen kurzer Zeit gelingen. Gewohnheiten und Routinen, die sich über Jahre hinweg eingeschliffen haben, können dabei zu einem hemmenden Faktor werden. Es gilt, Silomentalitäten zu überwinden.

Denn wenn Abteilungen aneinander vorbei oder sogar im Wettbewerb miteinander arbeiten, torpediert das im Zweifel den Erfolg der gesamten Firma. Außerdem führen solche Entwicklungen zu Frust und Demotivation bei allen Beteiligten. Somit überrascht es wenig, dass laut „Gallup Engagement Index 2018“ hierzulande nur 15 Prozent der Angestellten eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber haben. Knapp drei Viertel (71 Prozent) fühlen sich nur wenig gebunden.

Austausch, Zusammenarbeit und agile Prozesse sind gefragt. Dies bedeutet, dass dynamische Netzwerke anstelle hierarchischer Modelle in den Vordergrund treten. Interne Schnittstellen helfen sowohl im Hinblick auf innovative Entwicklungen als auch beim Wissensmanagement. So führt das Zusammenbringen der Expertise unterschiedlicher Akteure zu einer höheren kollektiven Intelligenz.

Neues (Selbst-)Verständnis der Kommunikation

Mit einer neuen Unternehmenskultur verändert sich auch die Rolle der Kommunikation. Damit setzen sich Veränderungen fort, die bereits mit Social Media und digitalen Plattformen eingeläutet wurden: Ein Dialog hat sich etabliert. Diese Entwicklung wurde von Kommunikatoren vielfach begrüßt und aktiv umgesetzt.

Häufig sind es auch heute Corporate- Communications-Abteilungen, die das Management von der Notwendigkeit einer offenen Kultur überzeugen. Zuhören, diskutieren – das ist inzwischen wesentlich stärker ausgeprägt als noch vor einigen Jahren. Heute genügt es jedoch nicht mehr allein, wenn Meinungen und Ideen über ein soziales Intranet ausgetauscht werden.

Perspektivisch nimmt die Kommunikation immer stärker die Rolle eines Vermittlers und Moderators ein. Neben etablierten Kanälen spielt der direkte Austausch zwischen Menschen eine zunehmend wichtige Rolle: Wenn Mitarbeiter verstärkt miteinander reden, hat das eine höhere Dynamik und mehr Interaktion zur Folge.

Kommunikationsabteilungen gehen neue Wege und ermöglichen neue Denkweisen. Sie finden sich in einer Doppelrolle wieder. Sie sind gleichzeitig Umsetzer und Botschafter für eine neue Unternehmenskultur. Im Mittelpunkt steht die Aufgabe, Berührungspunkte zwischen Mitarbeitern zu schaffen. Es geht um neue Verbindungen, damit immer mehr Kollegen ihre täglichen Herausforderungen mit Freude und Spaß meistern.

Maßnahmen zur Förderung einer neuen Kultur

Abteilungsubergreifende One-to-Ones

Ob beim Mittagessen oder zum Kaffee – ein informelles One-to-One zwischen Kollegen aus unterschiedlichen Einheiten ist eine der am besten funktionierenden Methoden, um die Organisation zu vernetzen. Das Verständnis für Arbeitsweisen wird erhöht und es können neue Synergien entstehen. Unterstützen Unternehmen ihre Mitarbeiter etwa mithilfe von Online-Plattformen bei der Vernetzung, tragen sie damit sehr effizient zum Abbau von Silos bei.

Vernetzungsevents und „Company Days“

Gefragt sind Veranstaltungen, die Kollegen vernetzen. Hier gilt es für die Organisatoren, gezielte Elemente einzubinden, die Abteilungsgrenzen aufreißen und zum Austausch zwischen Kollegen aus verschiedenen Bereichen beitragen.

Brainstormings

Wenn Kollegen über Abteilungen hinweg im Rahmen von Brainstorming-Sessions „out of the box“ denken, liegt darin großes kreatives Potenzial. Es wird damit ebenfalls möglich, Feedbacks einzuholen oder gemeinsame Konzepte zu entwickeln. Daraus resultieren mehr Effizienz und eine neue Meeting-Kultur.

Integrierte Projekte

Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bereichen schafft neben einem besseren Verständnis für den Arbeitsalltag des jeweils anderen Bereichs auch neue Ideen und Innovationsansätze. Die Zusammenarbeit kann im Rahmen konkreter Projekte realisiert werden – oder im Rahmen eines Job Shadowing. Bedeutet: Mitarbeiter hospitieren bei Kollegen, um deren Arbeitsalltag kennenzulernen. Letztlich entstehen so neue Brücken.

(Reverse) Mentoring

Ein Mentor bietet Unterstützung für die Weiterentwicklung und im Hinblick auf spezifische Expertise. Dabei können dynamische Varianten gewählt werden: etwa indem Mentor und Mentee die Rollen tauschen. Das junge Talent wird zum Mentor, routinierte Fachkräfte nehmen die Position des Lernenden ein. So entsteht eine neue Durchlässigkeit – in Verbindung mit einem spielerischen Umgang miteinander.

 

 

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Franziska von Lewinski von Fischer Appelt über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. (c) Fischer Appelt
Foto: Fischer Appelt
Interview

Wie Kind und Karriere vereinbaren?

Franziska von Lewinski ist Vorstandsmitglied bei der Agentur Fischer Appelt. Dort verantwortet die zweifache Mutter den Bereich Digitales und Innovation. Ein Gespräch über die Vereinbarkeit von Karriere und Familie in der PR-Branche. »weiterlesen
 
In einigen Branchen sorgt die vermeintliche "Corona-Krise" für Aufwind. (c) Getty Images / Mauricio Graiki
Foto: Getty Images / Mauricio Graiki
Kolumne

Corona-Krise? Kommunikation im Aufwind

Derzeit wird überall von der „Corona-Krise“ gesprochen. Dabei gibt es Branchen, in denen das Virus sogar für ein Plus sorgt. »weiterlesen
 
Moderne digitale Kanäle können die Kommunikation dabei unterstützen, Mitarbeitende im Mobile Office zu erreichen. (c) Getty Images / Poike
Foto: Getty Images / Poike
Gastbeitrag

So geht mobile Zusammenarbeit in Krisenzeiten

In Krisenzeiten müssen Unternehmen die Art, wie sie an ihre Angestellten kommunizieren, überdenken. Moderne digitale Kanäle sind dabei unerlässlich.   »weiterlesen
 
Facebook soll Problemen bei der Reichweite gewusst, jedoch nichts unternommen haben. / Statistik: (c) Getty Images/champc
Statistik: (c) Getty Images/champc
Meldung

Facebook fakte seit Jahren bewusst die Reichweite

Neue Gerichtsdokumente belasten Facebook schwer. Der Konzern soll „seit Jahren“ davon gewusst haben, dass die Reichweitenzahlen übertrieben waren. »weiterlesen
 
Seit genau sechs Monaten sind Silke und Holger Friedrich Eigentümer des Berliner Verlags. (c) Getty Images / artisteer
Foto: Getty Images / artisteer
Analyse

Sechs Monate, neun Peinlichkeiten, ein Verlag

Vor genau sechs Monaten kaufte das Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich den Berliner Verlag. Pleiten, Pech und Pannen folgten. »weiterlesen
 
Florian Martens (c) Siemens
Foto: Siemens
Meldung

Florian Martens wird Pressechef bei Siemens

Florian Martens wird Head of Global Media Relations and Executive Communications bei Siemens. »weiterlesen