Ob Gedankentricks oder physische Vorbereitung – am Ende zählt die Devise: Es muss nicht perfekt sein. (c) Getty Images/jakkaje808
Ob Gedankentricks oder physische Vorbereitung – am Ende zählt die Devise: Es muss nicht perfekt sein. (c) Getty Images/jakkaje808
Präsentieren

Fünf Tipps gegen Lampenfieber

Wie Sie Ihre Aufregung in den Griff bekommen und eine gelungene Ansprache halten. 
Sonja Gründemann

Kennen Sie das? Sie haben eine wichtige Präsentation oder dürfen vielleicht die Weihnachtsansprache halten. Für Sie ist es das Ereignis des Jahres. Doch Sie haben so viel Angst, dass Ihnen schon übel wird. Am liebsten würden Sie alles absagen, die Ansprache jemand anderem überlassen. Doch Sie wissen genau, dass das Ihr Problem nicht löst, denn die nächste Ansprache oder Präsentation naht sowieso.

Vielleicht kennen Sie schon einige Lampenfieber-Tipps oder haben für die perfekte Moderation bereits Präsentations-Workshops absolviert – jedoch ohne Erfolg. Das ist frustrierend. Deshalb nenne ich Ihnen ein paar Tricks, mit denen Sie Ihr Lampenfieber in den Griff bekommen.

1. Atmen Sie

„Ja klar, ich atme den ganzen Tag. Was soll das denn?“

Atmen Sie bewusst! Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, stellen Sie sich aufrecht hin und atmen Sie tief ein. In jedes einzelne Körperteil, bis hinunter in die Füße. Lassen Sie sich gedanklich Wurzeln wachsen. Das beruhigt sie und gibt Ihnen ein sicheres Körpergefühl.

2. Stellen Sie sich vor, wie Sie wirken wollen

Wissen Sie, was Sie inhaltlich sagen wollen und wie Sie wirken möchten? Freundlich? Kompetent? Souverän? Überzeugend? Werden Sie sich dessen vorab bewusst! Denn die Vorstellung beeinflusst Ihren gesamten Auftritt – und der besteht neben ihrer Rede und Stimme vorwiegend aus Körpersprache.

Stellen Sie sich vor, wie Ihre Rede, Ihr Vortrag, Ihre Präsentation ein voller Erfolg wird. Sehen Sie sich glücklich, souverän und zufrieden am Ende des Vortrags. Stellen Sie sich bereits jetzt ein feierndes Publikum vor, das Sie in positiver Erinnerung behält.

Diesen Gedankentrick kennen übrigens alle Personen, die viel in der Öffentlichkeit sprechen – vom Schauspieler bis zum Politiker.

3. Lassen Sie es sich vorher gutgehen

Was tut Ihnen gut? Gibt es einen Song, der Ihnen Power gibt? Essen Sie gern Schokolade? Vielleicht ist es auch ein Foto Ihrer Familie, das Ihnen Kraft gibt. Alles ist erlaubt, was Ihnen guttut und Sie in eine positive Stimmung versetzt.

4. Powerposing

Die amerikanische Wissenschaftlerin Amy Cuddy behauptet, dass eine sogenannte Powerpose Selbstvertrauen schafft. Tatsächlich fühlen sich Menschen mächtiger, wenn sie starke Posen einnehmen. Probieren Sie es doch einfach selbst aus: Stellen Sie sich beispielsweise in einen aufrechten festen Stand und strecken die Arme etwa zwei Minuten kraftvoll in die Luft – am besten machen Sie das natürlich nicht auf der Bühne, sondern an einem ruhigeren Ort. 

5. Und wenn etwas schiefgeht?

Denken Sie daran: Sie sind der Autor Ihres Stücks, der Regisseur Ihrer Inszenierung. Im Zweifel kennt niemand Ihren Text. Sie haben immer eine Wahl. Entweder Sie tun so, als ob nichts gewesen wäre, machen weiter und nur Sie merken den Fauxpas. Oder Sie bauen den Fehler bewusst ein. Dies kann Sie sogar sympathisch und authentisch machen. Schauen Sie für sich, was für Sie passt. Womit Sie sich am wohlsten fühlen.

Mein Motto: Perfekt muss nicht sein. Echt ist schöner.

 

 
 


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