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Führung 4.0

Führung in Futur: Zehn Thesen

Miese Noten für deutsche Chefs: Der aktuelle Kununu-Führungskräftereport identifiziert Vorgesetzte und deren wenig vorbildliche Unternehmenskultur als Kündigungsgrund Nummer eins. Kein Grund zur Panik: In der neuen Folge der „Echolot“-Kolumne von MontuaPartner Communications skizziert Katia Kröger zehn Ideen für gute Führung 4.0.
Katia Kröger

2018 steht unmittelbar vor der Tür – für alle Kommunikationsabteilungen ein idealer Zeitpunkt, um richtungsweisende Entscheidungen für das kommende Jahr zu treffen. Angesichts des jüngst veröffentlichten Kununu-Führungskräftereports sollte auf der Liste der guten Vorsätze zuoberst das Thema Führung stehen. Konkret: Was genau braucht wirksame, sprich innovationsfördernde Führung? Denn laut den ernüchternden Studienergebnissen ist die Unzufriedenheit mit den Chefs (zu) groß. So wird seitens der Mitarbeiter vor allem eine Unternehmenskultur bemängelt, die geprägt ist von starrem Hierarchiedenken und mangelnder Selbstbestimmung. Was also tun?

Gute Führung braucht Köpfchen, klar. Strategische Planung sowieso. Vor allem aber ganz viel Empathie und Aufmerksamkeit! Denn in Zeiten permanenten Wandels und fortschreitender Digitalisierung braucht es jede Menge Menschlichkeit als beständige Orientierung und sicheren Hafen für die Stürme unseres Arbeitslebens. Eine Aufgabe von immenser Bedeutung, wie der Kununu-Report just bestätigt, entscheidet doch die ihnen entgegengebrachte Wertschätzung über Motivation und Engagement der Mitarbeiter. Und damit letztlich über Erfolg – oder Misserfolg – eines Unternehmens.

Führungskraft ist daher definitiv kein leichter und trotzdem einer der besten Jobs der Welt. Bietet er doch Raum für Neugier und Flexibilität, für Beziehungen, Weiterentwicklung und Sinnstiftung. Doch was bedeutet das genau für die Führungskräfte von morgen? Welche Skills benötigen sie, welchen Stil sollen sie etablieren und (vor-)leben?

Zehn Thesen zu Führung 4.0

1. Sie hat Stil.
Kooperativ, empathisch, partizipativ: Ganz gleich, welchen Namen sie trägt: Führung 4.0 hat nichts mehr mit Top-Down-Hierarchie gemein, sondern findet auf Augenhöhe statt. Mitarbeiter werden zu Mitgestaltern und in transparente Prozesse einbezogen, statt außen vor gelassen. Es ist Aufgabe der Führungskräfte, diese Art des Umgangs zu leben und zu pflegen – und wesentliche Angelegenheit der Internen Kommunikation, als verlässlicher Coach die Führungskräfte darin zu unterstützen.

2. Sie schafft Kultur.
Was heißt das eigentlich für uns – Führung 4.0? Damit dazu innerhalb eines Unternehmens einheitliches Verständnis herrscht, ist eine kollektive Auseinandersetzung ratsam. Durch welche Werte und Ziele soll die Führungskultur definiert sein? Dazu gehört nicht nur der Input der Führungsriege – auch die Mitarbeiter sollten den Prozess maßgeblich mit ausgestalten. Nur so sichert man sich Akzeptanz von allen Seiten.

3. Sie lässt es menscheln.
Vorgesetzte sind auch Menschen. Schön, wenn sie als solche handeln und wahrgenommen werden. Wenn sie anfassbar sind, statt sich als Phantom im Büro zu verschanzen, wenn Sozialkompetenz mehr punktet als Fachwissen, Einfühlungsvermögen schwerer wiegt als Deadline-Hörigkeit, ist die Führungskraft auf dem richtigen Weg. Noch besser, wenn das ehrliche Interesse dem Gegenüber und nicht allein dessen Arbeitskraft gilt. Emotionale Intelligenz ist das Stichwort der Stunde.

4. Sie ist vorbildlich.
Mitarbeiter sollen flexibel, digital und teamorientiert arbeiten? Top – wenn es auf Vorgesetztenebene genauso vorgelebt wird. Damit Führung authentisch erlebt wird, müssen Wunsch und Wirklichkeit in der Praxis übereinstimmen.

5. Autonomie befreit.
Sich nicht um jeden – pardon – Mist selbst kümmern zu müssen, entlastet enorm. Und was Führungskräfte befreit, sollte Mitarbeiter befähigen. Zu eigenverantwortlicher Arbeit, die nicht permanent kontrolliert und bewertet wird und daher meist viel produktiver ist. Doch Freiheiten gewähren muss gelernt sein – und erfordert die Selbstdisziplin, Macht abzugeben.

6. Niemand ist perfekt.
In einem positiven Arbeitsklima gedeihen Kreativität, Neugier und Experimentierfreude aufs Herrlichste. Aber nur da. Der ärgste Klimakiller im Büro ist die Furcht vor Fehlern. Eine offene und auf allen Hierarchieebenen gelebte Fehlerkultur beugt rechtzeitig vor. Kleiner Tipp unter Führungskräften: Wer über sich und seine beruflichen Patzer herzhaft lachen kann, schafft Raum für Angstfreiheit.

7. Das hat Sinn.
Mitarbeiter erwarten von ihrem Unternehmen heute und in Zukunft weit mehr als einen sicheren Arbeitsplatz mit Prestige und Porsche. Sie wollen Entscheidungsfreiräume, flexible Arbeitszeiten – und sie sehnen sich nach Sinnhaftigkeit. Damit aus „Warum tue ich das?“ kein „Warum tue ich mir das an?“ wird, sollten Führungskräfte möglichst individuell auf die Bedürfnisse und Selbstverwirklichungswünsche ihrer Mitarbeiter eingehen.

8. Sie gibt neue Impulse.
Jeder Mensch will vorankommen – privat und beruflich. Hier können Führungskräfte als Impulsgeber wirken: Welche Weiterbildungs- und Netzwerkmöglichkeiten motivieren die Mitarbeiter, welche neuen Aufgaben und Projekte? Im Arbeitsalltag muss der Blick über den Tellerrand bei den Vorgesetzten liegen.

9. Sie gibt Halt.
Unser Arbeitsumfeld wird zunehmend agiler und diffuser. Instabile Zeiten erfordern im Gegenzug Orientierung und Halt. Führungskräfte sind der Fels in der Brandung für ihre Mitarbeiter.

10. Meister fallen nicht vom Himmel.
Macht abgeben, nicht immer Recht haben, sich und andere reflektieren: Die Liste der Skills, über die Führungskräfte von morgen verfügen sollten, ließe sich ellenlang fortführen. Klar ist: Die wenigsten Vorgesetzten schütteln die Summe dieser Fähigkeiten lässig aus dem Ärmel. Umso wichtiger ist für Unternehmen daher eine individuelle und konstante Führungskräfteentwicklung, bestehend aus Trainings und Einzelcoachings. Denn auch Führungskräfte müssen an die Hand genommen werden, bevor sie diese ihren Mitarbeitern reichen können.

 

 
 


randbemerkung

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