50 Prozent der befragten CEOs befürworten eine stärkere Regulierung von Facebook. (c) Getty Images / tomeng
50 Prozent der befragten CEOs befürworten eine stärkere Regulierung von Facebook. (c) Getty Images / tomeng
Fortune-Umfrage

Fortune-500-CEOs verlangen Facebook-Regulierung

50 Prozent der CEOs sind dafür, den Facebook-Konzern stärker zu regulieren. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Wirtschaftsmagazins Fortune.
Aus der Redaktion

Das amerikanische Wirtschaftsmagazin Fortune hat einen relativ spektakulären Aufhänger für seine aktuelle Umfrage unter den CEOs der 500 umsatzstärksten US-Unternehmen gewählt: 50 Prozent der befragten Firmenchefs befürworten eine stärkere Regulierung für Facebook. Sie stimmten der Aussage zu, dass Facebook als Unternehmen „so groß und einflussreich geworden ist, dass es erforderlich sei, es stärker zu regulieren“.

Diese Einstellung überrascht insofern, als die befragten CEOs dieser Praxis üblicherweise eher kritisch gegenüberstehen. In derselben Umfrage geben 69 Prozent von ihnen an, dass eine schärfere Regulierung eine „sehr große“ oder eine „recht große“ Herausforderung für ihre Unternehmen darstelle. Dabei hat Facebook jedoch scheinbar eine rote Linie überschritten.

Auch Amazon und Google stehen offenbar nicht unbedingt in der Gunst der befragten Unternehmensleiter: 41 Prozent der Befragten sprechen sich für eine stärkere Regulierung des Onlineversandhändlers aus; 39 Prozent befürworten schärfere Regeln für den Google-Mutterkonzern Alphabet. Besser sieht es beispielsweise für Apple (6 Prozent) und Microsoft (5 Prozent) aus.  

Im Zuge der Datenskandale um Facebook haben sich in den letzten Monaten immer mehr kritische Stimmen gegen das Netzwerk erhoben. Am vergangenen Donnerstag hatte Chris Hughes, einer der Mitgründer von Facebook, mit einem Gastbeitrag für die New York Times Aufsehen erregt. Darin rief er die US-Regierung zur Zerschlagung des Konzerns auf: Die Tochterunternehmen Whatsapp und Instagram sollten wieder von Facebook abgespalten und neue Zukäufe für die nächsten Jahre untersagt werden.

Dem Facebook-Chef Mark Zuckerberg warf Hughes vor, mit den Aufkäufen der Dienste einen Giganten geschaffen zu haben, der jeden Wettbewerb in der Branche ersticke und die Auswahlmöglichkeiten der Verbraucher beschränke. Hughes kritisierte auch die Politik: Sie habe zwar die Mittel, aber offenbar nicht den Willen, die Facebook-Dominanz zu brechen.

Das Thema hat mittlerweile auch den US-Präsidentschaftswahlkampf erreicht. Elizabeth Warren, eine mögliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, forderte kürzlich sogar die Zerschlagung nicht nur von Facebook, sondern auch von Amazon, Apple und Google. Eine ähnliche Position vertritt die Senatorin Amy Klobuchar, die sich ebenfalls um die demokratische Nominierung bewirbt. Die USA haben ihrer Meinung nach „ein großes Monopol-Problem“.

Auch aus Deutschland kommt Kritik: Bundesjustizministerin Katarina Barley sprach sich in einem Interview mit dem Handelsblatt für eine Begrenzung der Datenmacht von Facebook aus. In diesem Zusammenhang forderte sie eine Schärfung des Kartellrechts.  Zunächst einmal gehe es darum, die Daten von Facebook, Instagram und Whatsapp zu trennen. Die Zerschlagungsdebatte werde jedoch weitergehen – viele Menschen würden gerade erst realisieren, mit welchen neuen Monopolen man es zu tun hätte.

 

 

 
 


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