Firmen nutzen die Frauenfußball-WM um auf Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen./ Frauenfußball: (c) Screenshot Youtube/Nike
Firmen nutzen die Frauenfußball-WM um auf Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen./ Frauenfußball: (c) Screenshot Youtube/Nike
Frauen-WM gestartet

Firmen werben für Gleichheit im Fußball

Die Frauenfußball-WM startet. Dieselbe Aufmerksamkeit wie die Männer bekommen die Spielerinnen aber nicht. Firmen nutzen das gezielt für ihre WM-Kampagnen.
Toni Spangenberg

Holt die deutsche Nationalmannschaft der Frauen bei der heute in Frankreich startenden WM den Titel, bekommt jede Spielerin vom DFB eine Prämie von 75.000 Euro. Zum Vergleich: Wären die deutschen Männer in Russland Weltmeister geworden, hätten sie sich über 350.000 Euro Siegprämie pro Kopf freuen können. Gegen solche Ungleichheiten gehen die Frauen auf die Barrikaden.

US-Spielerinnen verklagen ihren Verband

In den USA haben alle 28 Nationalspielerinnen den eigenen US-amerikanischen Fußballverband verklagt. Sie kritisieren jahrelange Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts, ihr geringeres Gehalt im Vergleich zu den Männern und die ungleichen Trainings-, Reise- und Spielbedingungen. Die Sportlerinnen verlangen Nachzahlungen des Verbands – und das rückwirkend bis zum 4. Februar 2015 für alle seitdem nominierten Spielerinnen.

Eine WM ohne die weltbeste Fußballerin

Auch die weltbeste Fußballerin Ada Hegerberg setzt ein Zeichen für mehr Respekt und Wertschätzung des Frauenfußballs. Aus Protest wird sie nicht für Norwegen auf dem Platz stehen und bleibt der WM stattdessen fern. Darauf hat der norwegische Fußballverband reagiert. Als weltweit erster Verband bezahlt er Frauen- und Männerteams gleich. Hegerberg reicht das aber nicht. Es gehe ihr nicht nur ums Geld. Stattdessen fordert sie eine Professionalisierung des Frauenfußballs.

Unternehmen haben das Problem erkannt und nutzen es gekonnt für Kampagnen, die der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. So wirbt die Commerzbank beispielsweise mit der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft mit dem Slogan „Wir brauchen keine Eier, wir haben Pferdeschwänze.“

In Samsungs Spot zeigen Spielerinnen, dass sie ihren männlichen Kollegen in nichts nachstehen. In „Show the world what you’re made of“ sind sie gleichberechtigt.

Nike wiederum ermutigt junge Frauen, Vorbilder zu werden, um Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern und Diskriminierung abzubauen. „Der verrücksteste Traum von allen ist der, der der eine Million weitere auslöst“, heißt es.

Der Sportartikelhersteller legt mit „Dream Further“ noch eine Schippe drauf. Ein junges Mädchen läuft mit der Niederländerin Lieke Martens auf den Platz und erlebt ihre glorreiche Zukunft als Profi-Fußballerin im Schnelldurchlauf. Unterschiede zum Männerfußball? Keine.

Die Fußballweltmeisterschaft der Frauen startet heute mit dem Eröffnungsspiel Frankreich gegen Südkorea im Pariser Prinzenpark. Anpfiff ist um 21 Uhr. Übertragen wird die Partie im ZDF.

 

 

 
 


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