Facebook-CEO Mark Zuckerberg plant einen eigenen News-Bereich auf Facebook. / Mark Zuckerberg: (c) Facebook
Facebook-CEO Mark Zuckerberg plant einen eigenen News-Bereich auf Facebook. / Mark Zuckerberg: (c) Facebook
Eigener News-Bereich im Herbst

Facebook will Nachrichten von Verlagen lizenzieren

Facebook plant, noch diesen Herbst einen eigenen News-Bereich zu starten. Verlagen bietet der Konzern für ihre Inhalte jährlich mehrere Millionen Dollar.
Toni Spangenberg

Laut dem Wall Street Journal (WSJ) plant Facebook, Verlagen jährlich bis zu drei Millionen Dollar zu zahlen, um deren Inhalte zu lizenzieren. Zum Vergleich: Die New York Times erzielt jährlich einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Dollar, das WSJ kommt geschätzt auf 420 und die Disney-Tochter ABC News auf 100 Millionen Dollar.

Das soziale Netzwerk will Überschriften und Teaser in einem neuen News-Bereich veröffentlichen, der eigenständig neben der Timeline, dem Messenger und dem Video-Bereich bestehen soll. Interessierte Leser werden zum vollständigen Artikel auf der Website des jeweiligen Verlags weitergeleitet. Damit würde Facebook Nachrichten prominenter platzieren als derzeit.

Bisher habe der Konzern mit ABC News, der WSJ-Mutter Dow Jones, der Washington Post und Bloomberg Gespräche geführt. Gegenüber CNBC sagte eine Sprecherin, sie werde den Bericht des WSJ nicht kommentieren. „Aber ich kann bestätigen, dass wir daran arbeiten, einen News-Bereich noch in diesem Herbst zu launchen." Hierzulande steht Facebook in der Kritik, nicht genügend gegen Fake-News und Hass-Postings zu unternehmen und damit unter anderem Rechtspopulisten in die Hände zu spielen.

Facebook macht Verlagen Werbeerlöse streitig

Der Konzern wird auch zunehmend dafür kritisiert, den Zeitungen Werbeerlöse streitig zu machen. In den USA vereinten Facebook und Google laut eMarketer im vergangen Jahr 60 Prozent der digitalen Einnahmen aus Werbung auf sich. Weltweit lag dieser Wert 2018 laut dem britischen Marktforscher WARC bei 56,4 Prozent.

Der Lizenz-Deal zwischen Facebook und den Verlagen soll laut WSJ drei Jahre lang laufen. Ob Verlage bisher auf das Angebot des Social-Media-Riesen eingegangen sind, ist nicht bekannt.

Die Idee, einen eigenen News-Bereich zu starten, ist nicht neu. Bereits im April brachte Facebook-Chef Mark Zuckerberg den Vorschlag während einer Diskussion über die Zukunft des Journalismus mit Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, ins Gespräch. Zum Video schrieb der Facebook-CEO: „Mir ist es wichtig, Menschen zu helfen, vertrauenswürdige Nachrichten zu bekommen und Journalisten überall auf der Welt dabei zu unterstützen, Lösungen zu finden, damit sie ihren wichtigen Job machen können."

 
 


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