Kurswechses bei Facebook und Instagram: Erstmals werden Extremisten dauerhaft gesperrt. (c) Getty Images / CREATISTA
Kurswechses bei Facebook und Instagram: Erstmals werden Extremisten dauerhaft gesperrt. (c) Getty Images / CREATISTA
Hate Speech

Facebook sperrt Extremisten erstmals dauerhaft

Mit dauerhaften persönlichen Sperren für Extremisten ändert Facebook seine Strategie gegen Hate Speech.
Aus der Redaktion

Kurswechsel beim Social Network: Erstmals sperrt Facebook extremistische Polit-Influencer dauerhaft aus seinem Netzwerk und dem Tochterunternehmen Instagram aus.

Betroffen sind mehrere prominente Vertreter der rechtsextremen und antisemitischen Szene in den USA, die unter Facebooks Definition von „gefährlichen Personen und Organisationen“ fallen. Sie sind zukünftig von der Nutzung Facebooks ausgeschlossen.

Zu den Gesperrten gehört der Verschwörungstheoretiker und Radiomoderator Alex Jones, dessen Desinformationsportal Infowars schon des Öfteren durch seine Falschmeldungen und Hassreden aufgefallen und von Twitter bereits 2018 verbannt worden war.

Jones hatte unter anderem verbreitet, bei den Anschlägen vom 11. September 2001 handele es sich um ein Komplott der US-Regierung und der Amoklauf an der amerikanischen Sandy-Hook-Grundschule 2012 mit 28 Opfern habe in Wirklichkeit nie stattgefunden. Bereits im Februar hatte Facebook über 20 Fanpages aus dem unmittelbaren Umfeld von Jones geschlossen.

Auch der britische Journalist und Influencer der rechtsextremen Szene Milo Yiannopoulos – bei Twitter seit 2016 gesperrt – darf Facebook zukünftig nicht mehr nutzen. Er wurde vor allem als Redakteur des rechtslastigen Nachrichtenportals Breitbart und Wahlkampf-Unterstützer von Donald Trump bekannt.

Ebenfalls von Facebook und Instagram ausgesperrt wurde Louis Farrakhan, Führer der afroamerikanisch-religiösen Bewegung "Nation of Islam", der seit Jahren rassistische und antisemitische Hassreden verbreitet.

Mit den Sperren ändert Facebook seine Strategie im Umgang von extremistischen Personen und Organisationen. Zwar hat das Netzwerk bereits in der Vergangenheit einzelne Fanpages mit Hasskommentaren gelöscht – bislang jedoch von dauerhaften persönlichen Sperren für hetzende Polit-Influencer abgesehen.

 

 
 


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