Der "Gefällt mir!"-Button von Facebook darf laut EuGH nicht ohne Weiteres eingebunden werden. (c) Getty Images / ojogabonitoo
Der "Gefällt mir!"-Button von Facebook darf laut EuGH nicht ohne Weiteres eingebunden werden. (c) Getty Images / ojogabonitoo
EuGH-Urteil

Facebook-Button: Zwei-Klick-Lösung bleibt erlaubt

Der "Gefällt mir!"-Button von Facebook und ähnliche Plugins dürfen nicht mehr ohne Weiteres eingebunden werden. Die Zwei-Klick-Lösung bleibt jedoch legal.
Aus der Redaktion

Webseiten müssen sich künftig vorab die Zustimmung ihrer Nutzer einholen, wenn sie datenerfassende Plugins von sozialen Netzwerken einbinden wollen. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) als höchstes Gericht der Europäischen Union anhand von Facebook-Buttons zum Teilen und Liken („Gefällt mir!“, Daumen hoch) entschieden – rund zehn Jahre nach deren Einführung.

Datenübertragung beginnt bereits beim Aufruf der Seite

Bereits durch das reine Aufrufen von Webseiten, die solche Plugins enthalten, werden Daten an die Betreiber der Social Networks übermittelt – selbst von Nutzern, die gar nicht beim entsprechenden Netzwerk eingeloggt oder registriert sind.

Der EuGH befand nun, die Webseitenbetreiber müssten ihre Nutzer darüber vorab informieren und ihre Zustimmung einholen. Dies könnte beispielweise durch Pop-up-Fenster bewerkstelligt werden.

Zwei-Klick-Lösung weiterhin gestattet

Erlaubt bleibt auch weiterhin, Buttons von Facebook und anderen sozialen Netzwerken wie etwa Pinterest oder Instagram mittels der sogenannten Zwei-Klick-Lösung anzuzeigen – so, wie es beispielsweise pressesprecher seit Jahren tut. Dabei werden zunächst keinerlei Nutzerdaten an die Betreiber der sozialen Netzwerke übermittelt. Erst wenn Nutzer den zunächst ausgegrauten Button aktiviert, beginnt – ersichtlich durch einen entsprechenden Hinweis – die Datenübertragung.

Das EuGH-Urteil geht zurück auf eine Klage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen aus dem Jahre 2015 gegen den Onlinehändler Fashion ID, eine Tochter von Peek & Cloppenburg. Die Europäische Datenschutzgrundverordnung DSVGO gilt erst seit Mai 2018. Sie steht mit dem jetzigen Urteil nicht in direktem Zusammenhang.

Das vollständige Urteil des Europäischen Gerichtshofes zum Facebook-Like-Button als PDF.

 

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Weg vom „Plastik-Bashing“: Mit einer Kampagne wollten zwei Verbände die Debatte um Kunststoff versachlichen. (c) Getty Images/Harry Wedzinga
Foto: Getty Images/Harry Wedzinga
Lesezeit 4 Min.
Gastbeitrag

Ambivalentes Plastik

Kunststoffverpackungen verschmutzen die Meere. Die Verbände IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen und Plastics Europe Deutschland versuchen trotzdem, eine sachliche Diskussion anzustoßen. »weiterlesen
 
Vodafone-Deutschland CEO Hannes Ametsreiter und Pressesprecher Tobias Krzossa. (c) Vodafone / Kasper Jensen
Vodafone-Deutschland CEO Hannes Ametsreiter und Pressesprecher Tobias Krzossa. Foto: Vodafone / Kasper Jensen
Interview

Visual Storyteller auf allen Kanälen

Wie nahbar darf ein Top-Manager sein? Ein Interview mit dem CEO von Vodafone Deutschland, Hannes Ametsreiter, und seinem Pressesprecher Tobias Krzossa. »weiterlesen
 
In der Corona-Krise ist eine schnelle und effiziente Kommunikation gefragt. (c) Unsplash / Glenn Carstens-Peters
Foto: Unsplash / Glenn Carstens-Peters
Gastbeitrag

Wie Online-PR in Corona-Zeiten aussehen sollte

Kaum ein Unternehmen war auf den Corona-Ausbruch und die anschließende Wirtschafts- und Gesundheitskrise vorbereitet. Gefragt ist jetzt eine schnelle und effiziente Kommunikation. »weiterlesen
 
Ist Facebook eine Gefahr für die Demokratie? (c) Getty Images / yourasasin
Foto: Getty Images / yourasasin
Gastbeitrag

Facebook – eine Gefahr für die Demokratie?

Christof Biggeleben plädiert dafür, dass die Kommunikationsbranche diskutiert, ob sie Facebook weiter mit Werbegeldern zuschütten will. Mit Blick auf die Demokratie bereite ihm Facebook „schlaflose Nächte“. »weiterlesen
 
Per Whatsapp will die britische Regierung den Menschen verlässliche Informationen zu Corona liefern. (c) Getty Images / Farknot_Architect
Foto: Getty Images / Farknot_Architect
Meldung

UK-Regierung verbreitet Corona-News über Whatsapp

Um der Bevölkerung verlässliche Informationen zum Coronavirus zu bieten, hat sich die britische Regierung nun mit Whatsapp zusammengetan. »weiterlesen
 
In der Krise zeigt sich, ob Unternehmen zuvor eine starke Community aufbauen konnten. (c) Getty Images / oatawa
Foto: Getty Images / oatawa
Gastbeitrag

In der Krise macht sich gute Kommunikation bezahlt

Die Corona-Krise zeigt Stärken und Schwächen in der Kommunikation auf: Gerade jetzt zeigt sich, ob zuvor eine starke Community aufgebaut wurde.  »weiterlesen