Es war einmal …

Als vor zehn Jahren die erste Ausgabe des Magazins pressesprecher erschien, war gleich ein fetter Fehler auf dem Cover. Der Redakteur, der das verbockte, lebt noch. Das Magazin auch. Und das hoffentlich noch lange. Wie alles begann.
Felicitas Ernst

In einer lauen Sommernacht im August in der Berliner Strandbar Mitte, so die Legende, saßen Rudolf Hetzel, Torben Werner, Roland Stahl und Lars Großkurth zusammen. Nach einigen Bieren, das ist bestimmt keine Legende, war die Idee geboren: Wir brauchen eine Vertretung für Pressesprecher, und zwar nur für diese Gruppe. Nicht etwa für die gesamte Kommunikationsbranche. Nein, die Pressesprecher sollten unter sich sein dürfen.

Wer den gewieften Unternehmer Hetzel ein bisschen kennt, kann sich gut vorstellen, dass ihm die Idee eines Verbands schon länger im Kopf herumschwirrte. Nun galt es, Verbündete zu finden. Schnell geschehen. Einige Wochen nach jenem Abend in der Strandbar Mitte saßen 90 Berufsvertreter bei der recht spontan organisierten Gründungssitzung des Bundesverbands deutscher Pressesprecher. „Wir waren total überrascht, dass so viele gekommen waren. Gerechnet hatten wir mit 20 bis 30“, erinnert sich Roland Stahl, Verbandsgründungsmitglied und damals Präsidiumssprecher.

Magazine eintüten bis vier Uhr nachts

Natürlich braucht ein Verband ein Magazin. „Wir wollten möglichst viele Köpfe im Heft, schließlich braucht die Profession ein Gesicht. Das Magazin sollte identitätsstiftend wirken“, sagt Torben Werner, der damals im Impressum, im Alter von 25 Jahren, unauffällig unter „Redaktion“ auftaucht. Heute ist er einer der Geschäftsführer des Helios-Verlags, in dem das Magazin pressesprecher erscheint. Mitkonzipiert hatte das Heft Melanie Breunlein, die Ende September im Verlag anfing. Sie erhielt Unterstützung vom Chefredakteur des Schwestermagazins „politik & kommunikation“. Später kamen ein paar mehr Leute hinzu. Einen Chefredakteur gab es zumindest für die erste Ausgabe noch nicht. Das sollte sich erst im Januar ändern. Turbulente Wochen seien das gewesen, damals in dem Kreuzberger Loft, in dem die Redaktion zunächst ihr Quartier hatte. „Wir hatten nicht für jeden Handgriff eine komfortable Lösung parat“, sagt Breunlein. So wurden zum Beispiel die rund 10.000 Magazine noch „per Hand“ verschickt. Das hieß, die Redaktion saß mitunter bis vier Uhr morgens, tütete die Magazine ein, sortierte die Briefe nach Postleitzahlen und brachte sie mit einem Mietwagen selbst zur Post. „Das Vorsortieren nach Postleitzahlen sparte Geld“, begründet Breunlein die Mitternachtsaktion bei Pizza und dem ein oder anderen Bier.

Im Dezember war es dann so weit. Die Leser hielten die erste Ausgabe des pressesprecher in ihren Händen. Und dann das: Der DaimlerChrysler-Sprecher hieß auf dem Cover Roland statt Hartmut. „Wir dachten nur, ,oh Gott, das darf nicht wahr sein‘“, sagt Melanie Breunlein. Als wäre das für sich genommen nicht schon schlimm genug, kam auch noch hinzu, dass Hartmut Schick für uns ein potenzieller Anzeigenkunde war. Die Redaktion schrieb einen reuevollen Brief an Schick. „Er reagierte zum Glück sehr entspannt und nahm unsere Entschuldigung an“, so Breunlein.

Früher noch als das erste gedruckte Heft erhielten Sie, liebe Leser, per Mail die sprecherszene mit Personalwechseln aus der Branche. Sie wurde das erste Mal am 22. Oktober 2003 verschickt. Heute erreicht die wöchentliche „Szene“ rund 49.000 Leute. Wir hoffen, dass wir Sie mit Heft und dem Newsletter sprecherszene noch lange auf dem Laufenden halten können.

 
 

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