Das Ende der 5G-Versteigerung feierte Vodafone mit einer PR-Aktion. (c) Getty Images / Dejvice6
Das Ende der 5G-Versteigerung feierte Vodafone mit einer PR-Aktion. (c) Getty Images / Dejvice6
5G-Auktion

Erstes 5G-Telefonat: PR-Coup für Vodafone

Die 5G-Mobilfunkfrequenzen sind versteigert. Netzbetreiber Vodafone feierte das Ereignis mit einer PR-Aktion.  
Aus der Redaktion

Nach sage und schreibe 497 Runden und mehr als 12 Wochen endete am Mittwochabend die Versteigerung der begehrten 5G-Mobilfunkfrequenzen. Mitgeboten haben die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch, ein Tochterunternehmen des Mobilfunk-Neulings United Internet. Die meisten Frequenzen konnte zwar die Deutsche Telekom ersteigern. Dafür hatte Vodafone jedoch in anderer Hinsicht die Nase vorn.

Am Donnerstagmorgen ließ das Unternehmen per Pressemitteilung verlauten, Firmenchef Hannes Ametsreiter habe soeben „Deutschlands erstes 5G-Videotelefonat“ getätigt und damit die erste echte 5G-Station in Betrieb genommen. Abgesehen von der PR-Wirkung hatte die Aktion allerdings nur einen geringen praktischen Nutzen: Der Anruf reichte lediglich ein paar hundert Meter weit – vom Parkdeck der Vodafone-Zentrale bis zum Dach des Bürogebäudes. Trotzdem freute man sich bei Vodafone diebisch über den Coup, wie ein Tweet des Kommunikationschefs Alexander Leinhos deutlich macht.

 

„Vom Planen und Bieten geht es jetzt endlich ins Machen“, kommentierte Ametsreiter das Ereignis. Bis das neue Netz zur Verfügung steht, wird es jedoch noch einige Zeit dauern. Für ein flächendeckendes 5G-Netz ist die Umrüstung bestehender Standorte wie auch der Aufbau komplett neuer Antennenmasten erforderlich. Vodafone zeigt sich dennoch optimistisch: Bis Ende 2021 wolle man bis zu 20 Millionen Menschen in Deutschland mit 5G erreichen.

Für die Versteigerung selbst haben die Mobilfunkbetreiber jedoch nur wenige freundliche Worte übrig: Die Auktion habe zu lange gedauert; außerdem sei sie mit insgesamt 6,5 Milliarden Euro, die die Konzerne für ihre Frequenzen bezahlten, viel zu teuer gewesen. „Ich bin aber sehr unglücklich mit der Dauer des Verfahrens und dem hohen Preis, den wir als Bieter bezahlen müssen“, so Ametsreiter. Digital-Deutschland verliere damit wertvolle Zeit. Im internationalen Vergleich hinkt das Land bei der Vernetzung mit dem ultraschnellen Standard hinterher.

 

 

 
 


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