Statt Vollgas lieber einen Gang zurückschalten – das heißt, auch mal mit den Kollegen einen gemütlichen Kaffee zu trinken. (c) Getty Images/rawintanpin
Statt Vollgas lieber einen Gang zurückschalten – das heißt, auch mal mit den Kollegen einen gemütlichen Kaffee zu trinken. (c) Getty Images/rawintanpin
Kommentar

Entschleunigt die interne Kommunikation!

Statt Vollgas lieber einen Gang zurück: Das ist die Devise unseres Gastautors für die interne Kommunikation. Ein Kommentar. 
Matthias Kluckert

Eine Town Hall fürs Management, Schlüsselanhänger für die Belegschaft, eine elektronische Grußkarte für alle, und schon hat jeder die neuen Kernbotschaften verinnerlicht ... Das ist erschreckenderweise vielerorts noch immer die Vorstellung davon, wie Kommunikation in Unternehmen funktioniert. Ich bin überzeugt: Wenn wir unsere Botschaften nachhaltig verbreiten wollen, müssen wir anders vorgehen. Nicht alles auf einmal, lautet die Devise. Und: Statt Vollgas lieber einen Gang zurückschalten.

- Anzeige -

Anzeige: Quadriga Media Berlin

 

Beachten wir die unterschiedlichen Haltungen der Mitarbeiter! Da gibt es die Verweigerer („Früher war alles besser“), die Neutralen („Mal gucken, was kommt“) und natürlich die Hochmotivierten („Wann legen wir endlich richtig los?“) – und zwar über alle Abteilungen hinweg. Klar: Es ist schwer, starke Überzeugungen zu verändern. Doch genau deshalb müssen wir hier ansetzen. Das geht nur über langfristige, gezielte Maßnahmen, die nicht im Sande verlaufen.  

Den Motivierten sollten wir Argumente geben, die sie zu Multiplikatoren machen. Die Neutralen müssen wir auf unsere Seite ziehen, denn diese Gruppe gerät schnell ins Schwanken. Verweigerer müssen wir dazu bringen, sich neuen Gedanken zu öffnen. 

Leider gibt es immer noch erstaunlich viele Kommunikatoren, die glauben, es reiche aus, eine Neuigkeit hier und da zu publizieren, und dann wüssten alle Bescheid. Wir als Kommunikatoren sollten wissen, dass das Quatsch ist. Und dass es nichts bringt, auf Fragen von Mitarbeitern nur ausweichend zu antworten. Dennoch machen wir das oft, um Unsicherheit zu vermeiden.

Dabei wäre es viel souveräner, auch mal zuzugeben, dass wir zum Punkt X eben nicht alles wissen. Statt die Belegschaft mit leeren Phrasen zu nerven, sollten wir den aktuellen Stand anhand von Fakten darlegen und danach regelmäßig Updates liefern. So bekämpfen wir Unsicherheit und wecken keine falschen Erwartungen. 

Und noch ein Rat: Gehen Sie mal durch die Abteilungen und plaudern Sie bei einer Tasse Kaffee mit Ihren Kollegen. Dabei werden Sie erfahren, was die Leute wirklich umtreibt – und Anregungen für Kommunikationsmaßnahmen bekommen, die kein Management-Meeting jemals liefern kann.

 

 
 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

CAPTCHA

This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.



randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Continental nutzt Elvis für interne Videotutorials. / Continental-Zentral in Hannover: (c) Continental AG
Continental-Zentral in Hannover. Foto: Continental AG
Gastbeitrag

Elvis kommunziert intern für Continental

Tutorials in Videoform mit einer Zeichentrickfigur namens Elvis – damit hat Continental in der internen Kommunikation so gute Erfahrungen gemacht, dass die Ausweitung bereits geplant ist. »weiterlesen
 
Zeitgemäße Bewegtbildproduktion in der Unternehmenskommunikation benötigt ebenso viel Sachverstand wie Strategie und Planung. / Bewegtbild: (c) Getty Images/guruXOOX
Videos in PR. Foto: Getty Images/guruXOOX
Bericht

Wie Unternehmen von Videos profitieren

Nie gab es vielfältigere, bessere Möglichkeiten, die Bewegtbildkommunikation in Unternehmen zu „strategisieren“, sie also mit einer konsistenten Kommunikationsstrategie zu unterfüttern. Belohnt wird dieser Mut mit einer Stärkung des eigenen Markenkerns. »weiterlesen
 
Boehringer Ingelheim porträtiert CFO Michael Schelmer. / Boehringer Ingelheim: (c) Boehringer Ingelheim
Foto: Boehringer Ingelheim
Gastbeitrag

Wie Boehringer Ingelheim Videos für die PR nutzt

Wie gelingt ein Videoporträt eines Vorstands ohne mehrfach redigierte, abgestimmte Skripts und Teleprompter? Boehringer Ingelheim wagte mit „Die Summe meiner Teile“ viel – und wurde nicht nur mit dem Gewinn des Deutschen Preises für Onlinekommunikation belohnt. »weiterlesen
 
Die Vorproduktion eines Films ist der wichtigste Schritt im ganzen Projekt. / Video: (c) Getty Images/kckate16
Produktion von Videos. Foto: Getty Images/kckate16
Gastbeitrag

Worauf es bei Bewegtbildformaten ankommt

Worauf es bei Bewegtbildformaten wirklich ankommt: Ein Erfahrungsbericht, der die entscheidenden Fragen stellt (und beantwortet). »weiterlesen
 
Der Streisand-Effekt beschreibt einen Kontrollverlust über Informationen im öffentlichen Raum. (c) Getty Images / tupungato
Streisand-Effekt (c) Getty Images / tupungato
Lesezeit 2 Min.
Meldung

Wer hat Angst vorm Streisand-Effekt?

Um die Veröffentlichung eines in den 80er-Jahren verfassten Manuskripts zu verhindern, ging Grünen-Politiker Volker Beck bis vor den EuGH. Diese Vehemenz machte das umstrittene Schriftstück in den Medien jedoch erst recht zum Thema: der Streisand-Effekt. »weiterlesen
 
Empathie und Selbstironie sollen die Strategie von VW prägen. / Jochen Sengpiehl: (c) Volkswagen
Jochen Sengpiehl von VW. Foto: Volkswagen
Bericht

VW will menschlich werden

VW präsentiert ein neues Logo und nutzt den neuen Markenauftritt für Veränderungen in der Kommunikation. Der Konzern will emphatischer werden. »weiterlesen