Statt Vollgas lieber einen Gang zurückschalten – das heißt, auch mal mit den Kollegen einen gemütlichen Kaffee zu trinken. (c) Getty Images/rawintanpin
Statt Vollgas lieber einen Gang zurückschalten – das heißt, auch mal mit den Kollegen einen gemütlichen Kaffee zu trinken. (c) Getty Images/rawintanpin
Kommentar

Entschleunigt die interne Kommunikation!

Statt Vollgas lieber einen Gang zurück: Das ist die Devise unseres Gastautors für die interne Kommunikation. Ein Kommentar. 
Matthias Kluckert

Eine Town Hall fürs Management, Schlüsselanhänger für die Belegschaft, eine elektronische Grußkarte für alle, und schon hat jeder die neuen Kernbotschaften verinnerlicht ... Das ist erschreckenderweise vielerorts noch immer die Vorstellung davon, wie Kommunikation in Unternehmen funktioniert. Ich bin überzeugt: Wenn wir unsere Botschaften nachhaltig verbreiten wollen, müssen wir anders vorgehen. Nicht alles auf einmal, lautet die Devise. Und: Statt Vollgas lieber einen Gang zurückschalten.

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Beachten wir die unterschiedlichen Haltungen der Mitarbeiter! Da gibt es die Verweigerer („Früher war alles besser“), die Neutralen („Mal gucken, was kommt“) und natürlich die Hochmotivierten („Wann legen wir endlich richtig los?“) – und zwar über alle Abteilungen hinweg. Klar: Es ist schwer, starke Überzeugungen zu verändern. Doch genau deshalb müssen wir hier ansetzen. Das geht nur über langfristige, gezielte Maßnahmen, die nicht im Sande verlaufen.  

Den Motivierten sollten wir Argumente geben, die sie zu Multiplikatoren machen. Die Neutralen müssen wir auf unsere Seite ziehen, denn diese Gruppe gerät schnell ins Schwanken. Verweigerer müssen wir dazu bringen, sich neuen Gedanken zu öffnen. 

Leider gibt es immer noch erstaunlich viele Kommunikatoren, die glauben, es reiche aus, eine Neuigkeit hier und da zu publizieren, und dann wüssten alle Bescheid. Wir als Kommunikatoren sollten wissen, dass das Quatsch ist. Und dass es nichts bringt, auf Fragen von Mitarbeitern nur ausweichend zu antworten. Dennoch machen wir das oft, um Unsicherheit zu vermeiden.

Dabei wäre es viel souveräner, auch mal zuzugeben, dass wir zum Punkt X eben nicht alles wissen. Statt die Belegschaft mit leeren Phrasen zu nerven, sollten wir den aktuellen Stand anhand von Fakten darlegen und danach regelmäßig Updates liefern. So bekämpfen wir Unsicherheit und wecken keine falschen Erwartungen. 

Und noch ein Rat: Gehen Sie mal durch die Abteilungen und plaudern Sie bei einer Tasse Kaffee mit Ihren Kollegen. Dabei werden Sie erfahren, was die Leute wirklich umtreibt – und Anregungen für Kommunikationsmaßnahmen bekommen, die kein Management-Meeting jemals liefern kann.

 

 
 

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