Nach dem Einhorn haben W. Zeiler und P. Siefer ihr Social Startup benannt (c) Thinkstock
Nach dem Einhorn haben W. Zeiler und P. Siefer ihr Social Startup benannt (c) Thinkstock
Social Startup

Einhörner revolutionieren den fairen Handel

Mit Hilfe von Startnext wollen die Gründer des Social Startups Einhorn nachhaltige und fair produzierte Kondome herstellen und vertreiben. Und setzen auf eine clevere Kampagne.
Eva Theil

Als Gründermetropole kann sich Berlin vor Startups kaum retten. Doch nicht alle Gründer haben so visionäre Ideen wie die Einhörner.

12:03 Uhr in einem Hinterhof in Berlin Kreuzberg: Im Startnext Crowdfunding Lab findet die Pressekonferenz zum Kampagnen–Start von "einhorn condoms" statt. Während es sich der vierbeinige "chief happiness officer" des Unternehmens Wolfie auf einem Kissen bequem macht, erklären die Gründer Waldemar Zeiler und Philip Siefer ihre Vision von nachhaltig und fair produzierten Kondomen.

Das Team von Einhorn: Wolfie, Waldemar Zeiler, Philip Siefer (v. l.) (c) Eva Theil
Das Team von Einhorn: Wolfie, Waldemar Zeiler, Philip Siefer (v. l.) (c) Eva Theil
Unverkennbarer Namensgeber des Unternehmens ist das Einhorn. Als magisches Fabelwesen steht es für Eleganz, Schönheit und Leidenschaft und bildet somit die Story rund um das Unternehmen und den Slogan "make magic happen".

Mit Unterstützung der PR-Agentur Brandzeichen haben die Jungs ein Gesamtpaket entworfen und gehen mit vielen Ideen, originellen Videos und cleveren Impulsen an den Start. Denn sie brauchen Geld. Viel Geld. Am Ende wollen sie Kondome verkaufen, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden und durch individuelles Design überzeugen. 50 Prozent des Profits soll später in soziale Projekte reinvestiert werden. Dabei steht eine faire Bezahlung der Kautschukbauern sowie Sexualaufklärung für Jugendliche ganz oben auf der Liste.

 

Im Rahmen ihrer Initiative "Entrepreneur’s Pledge" gründeten Waldemar Zeiler und Philip Siefer mit Einhorn ihr erstes Social Business.

Herr Siefer, was ist das Besondere an Einhorn-Kondomen und welche Idee steckt dahinter?

Philip Siefer: "Die Kondome, die man zurzeit auf dem Markt kaufen kann, haben ja optisch nichts mehr mit Sex zu tun. Da findet man die unpassendsten Designs. Und das wollten wir ändern. Deshalb haben wir uns bei der Verpackung für Chipstüten entschieden. Man kann sie leichter zusammendrücken und sie sind leichter als andere Verpackungen. Das bedeutet, man kann sie mit geringerem CO²-Wert verschicken. Außerdem haben unsere Kondome eine besondere Form, die für mehr Gefühl beim Sex sorgt."

Herr Zeiler, worum geht es?

Waldemar Zeiler: "Es geht nicht nur um Designkondome, sondern das Ganze ist ein Social Entrepreneurship-Projekt. Aber dadurch, dass wir mit dem Design anfangen, entspricht das genau der Botschaft, die wir aussenden wollen: Du musst am Markt mit deinem Produkt bestehen können. Wir wollen ein Unternehmen aufbauen, das skaliert also auch Marktführer werden und das auch international groß werden kann aber auch einen gesellschaftlichen und ökologischen Impact hat. Und das geht eben nur, wenn du die ganzen wirtschaftlichen Mechanismen auch beachtest."

Für die Kondomverpackungen konnten die Unternehmer namhafte Künstler wie Fotoblogger Oliver Rath, Heji Shin, Sandra Bayer oder André Wagner gewinnen.

Die Einladung zur Pressekonferenz bildet das späteren Design der Kondom-Verpackungen ab (c) Julia Nimke
Die Einladung zur Pressekonferenz bildet das späteren Design der Kondom-Verpackungen ab (c) Julia Nimke

In der Form einer Chipstüte und mit extravaganten Motiven sollen die Einhorn-Kondome dann ab Frühling 2015 online erhältlich sein. Aber natürlich nur, wenn fleißig für das Projekt gespendet wird. Zusammen mit Startnext soll eine Summe von 300.000 Euro zusammen kommen. Nach dem Startschuss am 3. Februar konnte die erste Hürde von 50.000 Euro erfolgreich genommen werden. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter …

 

 

 
 

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