Ein Thema - vier Perspektiven: Thomas Aurich

Hat Print als PR-Kanal eine Zukunft? In unserer vierteiligen Serie sprechen PR-Profis Klartext.
Hilkka Zebothsen

Thomas Aurich von Delphi Deutschland wünscht sich starke Medien für die Industrie.

"Die Insolvenzen bekannter Zeitungsnamen sind nur die Spitze des Eisbergs. Auch die Fachzeitschriften spüren die Konkurrenz der „Digitalen“, die nun mit Verspätung auch in Deutschland die Printmedien in ihrer Existenz bedrängen. Fachzeitschriften geraten unter Druck durch den Erfolg von „Social Media“. Ein Trend der auch die Öffentlichkeitsarbeit der Industrie angeht.

Mit dem Verschwinden der gedruckten Presseerzeugnisse wird ein Leseverhalten zementiert, bei dem es nicht mehr um Erkenntnisgewinn, sondern um Wahrnehmung von Informationen als „Fast-Food“ für die kognitiven Sinne geht.

Welche Auswirkungen hätte dies für die Unternehmen? Sollte den Entwicklungsabteilungen das knappe Gut Zeit für Innovationsaufgaben weiter beschnitten werden, indem von den Ingenieuren zusätzlich abverlangt wird, Kurse zu besuchen á la „Wie werde ich ein Entertainer im Netz?“ oder „Wie blogge ich unter Haftungsausschluss“?

Mittelständische oder kleinere Unternehmen, die nur fallweise und dann sehr zurückhaltend an die Öffentlichkeit treten, müssten sich darauf gefasst machen, dass ihre Pressearbeit nicht mehr gefiltert oder durch Redaktionen an die Zielgruppe angepasst ihr Publikum kontrolliert erreicht, sondern ungefiltert und direkt ins Netz geht und dort schlimmstenfalls unbemerkt verschwindet.

Warum erst einen Artikel langwierig lesen? Warum nicht gleich den „Gefällt-mir-Button“ drücken, kommentieren, aktiv mitchatten oder einen Kollegen „adden“. Warum nicht einen Flashmob für eine Zentralelektrik fixen? Wenn Minderjährige auf Facebook zu ihrer Geburtstagsparty einladen, bis die Polizei anrücken muss, dann könnte das doch auch ein Entwicklungsleiter tun - der hat ja immerhin eine echte Innovation mitzuteilen.

Es ist das geschrieben Wort, das in gedruckter Form vorliegende Argument, dass einen zum Nachdenken veranlasst. Doch egal, ob der User jung oder alt ist, auf 4 Zoll lässt sich eine komplexe Thematik einfach nicht darstellen."

 

Zur Person

Thomas Aurich (c) Privat

Thomas Aurich ist Leiter der Unternehmenskommunikation von Delphi Deutschland.

 
 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

CAPTCHA

This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.



randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Weitere Beiträge dieser Serie.

Stirbt Print? (c) Getty Images/iStockphoto
Lesezeit 2 Min.
Kommentar

Ein Thema - vier Perspektiven: Claudia Mast

Hat Print als PR-Kanal eine Zukunft? In unserer vierteiligen Serie sprechen PR-Profis Klartext. »weiterlesen
 
Stirbt Print? (c) Getty Images/iStockphoto
Lesezeit 2 Min.
Kommentar

Ein Thema - vier Perspektiven: Antje Jungmann

Hat Print als PR-Kanal eine Zukunft? In unserer vierteiligen Serie sprechen PR-Profis Klartext. »weiterlesen
 
Stirbt Print? (c) Getty Images/iStockphoto
Lesezeit 2 Min.
Kommentar

Ein Thema - vier Perspektiven: Heiko Biesterfeldt

Hat Print als PR-Kanal eine Zukunft? In unserer vierteiligen Serie sprechen PR-Profis Klartext. »weiterlesen
 

Das könnte Sie auch interessieren.

Die UK sollte moderne Technologien nutzen, um effizienter zu arbeiten./ Symbolbild: (c) Getty Images/anyaberkut
Foto: Getty Images/anyaberkut
Gastbeitrag

5 Schritte zur modernen Kommunikationsabteilung

Der Weg hin zu einer modernen Kommunikationsarbeit und -abteilung erstreckt sich über fünf Schritte. Welche das sind, verrät unsere Gastautorin Venera D'Elia. »weiterlesen
 
Das können B2B-Unternehmen bei ihrer Social-Media-Arbeit besser machen. (c) Getty Images / Tick-Tock
Foto: Getty Images / Tick-Tock
Gastbeitrag

So verbessern B2B-Brands ihre Social-Media-Arbeit

Viele B2B-Unternehmen nutzen die Möglichkeiten der sozialen Medien bereits gewinnbringend. Für alle, die sich hier noch schwertun, hat unser Gastautor einige Tipps zusammengestellt.
 
Die Polizei als Marke polarisiert, meint der Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. (c) Polizei München
Foto: Polizei München
Interview

„Humorvoll und empathisch kommunizieren“

Die Polizei München ist seit mehr als fünf Jahren auf Twitter. Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins über Learnings, Verantwortung und die Herausforderung, als Behörde die richtige Sprache zu finden. »weiterlesen
 
Für jedes Land, in dem Share Now aktiv ist, gibt es einen Social Media Manager./ Share Now: (c) Share Now
Foto: Share Now
Interview

„Mit Share Now fangen wir bei Null an“

In der Social-Media-Kommunikation von Share Now, einem völlig neuen Unternehmen, gilt es einiges zu beachten. Was, verrät Maximilian Ehlers im Interview.
 
So werden Bilanzpressekonferenzen zum Event. (c) Getty Images / Andrii Atanov
Foto: Getty Images / Andrii Atanov
Gastbeitrag

Geschäftszahlen mit Pep

Bilanzpressekonferenzen waren für Unternehmen lange Zeit Pflichtveranstaltungen – und eine sichere Sache. Die wichtigsten Journalisten kamen jedes Jahr. Das hat sich geändert. Wie Bilanz-PKs zu einem Event werden, zeigen Otto und Bosch. »weiterlesen
 
Daimler hat seinen Blog aufgegeben. / R.I.P.: (c) Getty Images/ Brankospejs
Foto: Getty Images/ Brankospejs
Meldung

Daimler beerdigt seinen Blog

Daimler trennt sich von seinem Unternehmensblog. An seine Stelle soll ein neues Online-Magazin treten. »weiterlesen