Ein Thema - vier Perspektiven: Heiko Biesterfeldt

Hat Print als PR-Kanal eine Zukunft? In unserer vierteiligen Serie sprechen PR-Profis Klartext.
Hilkka Zebothsen

Heiko Biesterfeldt findet, dass nicht das Papier entscheidet - sondern Inhalte und Reichweite.

"Alles, was digital sein kann, wird auch digital werden. So wie alles, was mit einem Auto transportiert werden kann, nicht mehr per Pferd reist. Allerdings: es gibt heute noch mehr als eine Million Pferde neben gut 50 Millionen Autos in Deutschland Und warum? Liebe. Und das ist die aus meiner Sicht doch ganz beruhigende Zukunft von Papier als Medium.

Verschiedene Studien zeigen stabile Reichweiten für die eigentlich totgesagten Printtitel. Sogar in der jüngsten Zielgruppe von 14 bis 19 Jahren liegt die Nutzung laut letzter ma Pressemedien noch bei 90 Prozent. Ein schnelles Zeitungssterben ist also eher nicht zu erwarten.

Wobei man sich gerade als PR-Agentur auch fragen muss, wie viele dieser reichweitenstabilen Printmedien noch von hauptberuflichen Journalisten mit angemessener Bezahlung gemacht werden. Und welchen Effekt die Antwort auf diese Frage auf die Qualität dieser Medien haben wird. Und die Qualität wiederum auf die Reichweite. Denn am Ende des Tages ist nicht das Papier entscheidend, sondern Inhalte und Reichweiten.

Die Reichweiten digitaler Medien hingegen wachsen rasant, und die hier investierten Mediagelder auch. Deshalb müssen Agenturen heute nach Wachstumsmodellen außerhalb von Print suchen. Und werden fündig in digitalen Möglichkeiten wie zum Beispiel Social Media, Bewegtbildkommunikation oder Content Curation. Deshalb investieren auch die Agenturen hier. Während das traditionelle Print-Geschäft weiterläuft und – nebenbei – die digitalen Investitionen bezahlt.

Die Medienhäuser stellen sich also um, finden neue (digitale) Bezahl- und Vertriebsmodelle und lösen bedrucktes Papier als schnödes Massenmedium ab. Nur, was uns sehr am Herzen liegt, werden wir künftig noch für eher viel Geld auf Papier gedruckt kaufen.

„Ein Magazin ist wie Seidenpapier, in das Sie eine Geschichte einlegen, sagt Patricia Riekel, Chefredakteurin der „Bunte“."

 

Zur Person

Heiko Biesterfeldt (c) Tina Demetriades

Heiko Biesterfeldt ist Geschäftsführender Gesellschafter der Agentur ad publica für PR und Öffentlichkeitsarbeit in Hamburg und Köln.

 

 

 

 

 

 
 

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