Die hausinterne Lösung von Siemens vereint die automatisierte Datenintegration über Sharepoint als Kollaborations-Plattform mit speziellen, an die Zielgrupe angepassten Services. (c)  Thinkstock/Tevarak
Die hausinterne Lösung von Siemens vereint die automatisierte Datenintegration über Sharepoint als Kollaborations-Plattform mit speziellen, an die Zielgrupe angepassten Services. (c) Thinkstock/Tevarak
Kommunikations-Controlling bei Siemens

Ein Hub für alle Fälle

In der Siemens-Kommunikation hat sich in den vergangenen Monaten einiges verändert – auch in Sachen Steuerung. Der Performance Measurement Hub bündelt das Kommunikations-Controlling auf einer zentralen Plattform.
Heike Bernard

Wer heute als Konzern überleben will, muss sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen. Doch die notwendige Auseinandersetzung mit disruptiven Innovationen beschränkt sich nicht nur auf Forschung und Entwicklung oder das Produktportfolio. Auch die Kommunikation muss sich aus ihrer Komfortzone heraustrauen und neue Ansätze wagen, wenn sie weiter relevant bleiben und den Wandel aktiv mitgestalten will. Dass sie dabei auf die richtigen Kanäle setzt, den passenden Ton trifft und bei den Zielgruppen ankommt, stellt bei Siemens die engmaschige Begleitung der Kommunikationsaktivitäten durch das Performance Measurement sicher.

Mit der Neuaufstellung von Corporate Communications im Mai dieses Jahres bündelte Siemens in der Abteilung „Analytics und Insights“ Analysten, Marktforscher und strategisches Performance Measurement unter einem gemeinsamen Dach, um Abstimmungsprozesse zu verkürzen und eine ganzheitliche Betrachtung aus gewonnenen Daten zu vereinfachen. Das Team kann so schnell und flexibel auf Anfragen reagieren, individuelle Konzepte entwickeln und innovative Tools zur Verfügung stellen. Eines davon ist der Siemens Perfor­mance­ Measurement Hub, eine zentrale Plattform, die alle erforderlichen Informationen strukturiert und bündelt und den Nutzer durch den gesamten Prozess des Performance Measurements – von der Konzept­entwicklung bis zur Ergebnispräsentation – führt.

Zentral und auf einen Blick

Um den Hub für „fachfremde“ Projektleiter anwenderfreundlich zu gestalten und Berührungsängste abzubauen, sind die ­Arbeitsmaterialien verständlich und übersichtlich aufbereitet und mit den verantwortlichen Ansprechpartnern hinterlegt worden. Ein Standardprozess erlaubt es jedem Projektleiter, aus den individuellen Kommunikationszielen passgenaue Monitoring-Konzepte zu entwickeln.

Diese hausinterne Lösung vereint die automatisierte Datenintegration über Sharepoint als Kollaborations-Plattform mit speziellen, an die Zielgruppe angepassten Services. Dadurch bleibt das Tool flexibel und um zukünftige Bausteine erweiterbar. Momentan untergliedert sich die Struktur in fünf Elemente, die vom Project Setup über einen KPI-Generator, digitale Reporting Dashboards und ein Archiv bis hin zu einem KPI-Glossar reichen. Im Juni hat der globale Rollout des Hubs begonnen. Im Rahmen von Pilotprojekten wird die Plattform nun kontinuierlich weiterentwickelt, verfeinert und ergänzt. Immer mit dem Anspruch, jeden einzelnen Kommunikator bei dem strategischen Steuern seines Projekts zu unterstützen.

Die fünf Elemente des Measurement Hubs

1. Project Setup

Ein mehrstufiges Verfahren zur Identifikation der passenden Messgrößen führt die Projektleiter durch den gesamten Prozess der Projektplanung und beinhaltet unter anderem eine umfassende Klassifizierung der Kommunikationsziele, die Auswahl der Kommunikationskanäle sowie die Definition der relevanten Zielgruppen.

Nach erfolgreicher Projektanlage generiert das Tool eine Matrix aus Indikatoren­clustern, die auf die individuellen Projektziele zugeschnitten sind. Unter dem Cluster „Customer Satisfaction“ sind bei Messeauftritten zum Beispiel die Zufriedenheit mit dem Messestand, die Qualität der Beratungsgespräche, die Vollständigkeit erhaltener Informationen, aber auch die Weiterempfehlungsraten zusammengefasst.

Ergänzt wird diese Matrix um folgende weitere Informationen:

  • Messmethoden für die identifizierten Indikatorencluster
  • Kontaktdaten für hausinterne Experten/Toolverantwortliche beziehungsweise externe Lieferanten
  • Kostenabschätzung für die Umsetzung

Um eine Übersicht über die einzelnen Indikatoren zu gewinnen, die sich hinter den Indikatorenclustern verbergen, kann der KPI-Generator herangezogen werden.

2. KPI-Generator

Im KPI-Generator sind alle Indikatoren, die im Vorfeld als Standard für die einzelnen Kommunikationskanäle definiert wurden, zusammengefasst, wie der Share of Buzz im Bereich Social Media, Conversion Rates für Internet-Seiten oder Tonalitäten in der globalen Berichterstattung. In Abhängigkeit von den projektspezifischen Kommunikationszielen und -aktivitäten wird dieser Datenpool nach den PIs, die für eine erfolgreiche Projektsteuerung relevant sind, gefiltert. Die so generierte Übersicht kann als Briefing- und Diskussionsgrundlage für die zuständigen Analysten herangezogen werden und – versehen mit den angestrebten Zielgrößen – für ein optimiertes Erwartungsmanagement in die Projektplanung integriert werden.

3. Reporting Dashboards

Alle Daten, die – hausintern oder von Dienstleistern – während des Projekts generiert werden, fließen in den Performance Measurement Hub zurück. Aufgrund der standardisierten Vorgehensweise können sie direkt in den Datenpool integriert und in Dashboards übersetzt werden. Projektleiter können so einzelne Kanäle gemäß ihren individuellen Bedürfnissen monitoren und auf Zuruf Auskunft über die Performance ihres Projekts geben.

Die Vorteile:

  • Schnellere Verfügbarkeit
    Durch die direkte Überführung der Daten in digitale Dashboards entfällt die zeitintensive Präsentationserstellung.
     
  • Vergleichende Gegenüberstellungen
    Die Einbindung in den Gesamt-Datenpool ermöglicht die Betrachtung der Ergebnisse eines Projekts im historischen Verlauf sowie den Vergleich zweier unterschiedlicher Projekte oder Messzeitpunkte.
     
  • Datasplits
    Die Definition der Dashboards erlaubt das Filtern nach bestimmten Kriterien, wie zum Beispiel Einzelfragen oder Teilzielgruppen. Dies führt zu einer wesentlich höheren Flexibilität bei der Datenauswertung, insbesondere wenn die Ergebnisse bislang als ­Standard-Präsentationen zugeliefert wurden.
     
  • Kosteneinsparungen
    Der hausinterne Datenpool ermöglicht schnelle Sonderauswertungen zu ­aktuellen und historischen Daten. Diese mussten ­bislang bei Lieferanten gesondert beauftragt werden.

4. Archiv

Abgeschlossene Projekte und alle dafür erstellten Reports, Präsentationen und Dashboards werden in das Projektarchiv verschoben und zusammen mit den Kontaktdaten des verantwortlichen Projektleiters abgelegt.

5. KPI-Glossar

Um ein einheitliches Verständnis für die einzelnen Begriffe zu erzielen, wird der Performance Measurement Hub durch ein umfangreiches Glossar ergänzt. Dieses beinhaltet ein Manual für das Project-Set­up und Definitionen für die im KPI-Generator hinterlegten Indikatoren.

 

 
 

Kommentare

Das riecht stark nach B/S Bingo. Performance Measurement als Teil der Kommunikation. Ich fasse es nicht.


randbemerkung

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