E-Mail-Marketing: Fünf Gründe für gnadenlose Effektivität (c) Getty Images/iStockphoto/Anatoliy Babiy
E-Mail-Marketing: Fünf Gründe für gnadenlose Effektivität (c) Getty Images/iStockphoto/Anatoliy Babiy
E-Mail-Marketing

Fünf Gründe für gnadenlose Effektivität

Gastautor Christian Schmidt erklärt, warum professionelles E-Mail-Marketing klar vom Spam abzugrenzen ist und wo die Stärken der E-Mail liegen.
Christian Schmidt

„Old but gold“ titelte die Gründerszene vor wenigen Wochen in einem Artikel über E-Mail-Marketing. McKinsey fand heraus, dass E-Mail-Marketing 40mal effektiver als Social Media ist. Bei Branchenfremden oft als aufdringliche und Nerv tötende Werbeform verschrien, ist die mittlerweile 30-jährige E-Mail eines der wichtigsten Elemente im Marketing-Mix. Dass professionelles E-Mail-Marketing klar vom „Spam“ abzugrenzen ist, soll in diesem Artikel erklärt werden. Die folgenden fünf Gründe sollen zeigen, wo die Stärken der E-Mail liegen und warum man diesen Kanal keineswegs außer Acht lassen sollte.

1. Professionelles E-Mails Marketing versus Spam

Spam-Mails sind die große Plage der Internetgemeinschaft. Ungewollte und oft anzügliche Werbebotschaften sind zu täglichen Begleitern im digitalen Leben geworden. Oft handeln List-Broker mit Millionen illegal gesammelten E-Mail-Adressen und machen diese für Werber zugänglich. Keiner der Empfänger hat sich willentlich dazu entschieden, Newsletter von diesem Anbieter zu erhalten. In diesem Kern liegt der große Unterschied zu professionellem E-Mail-Marketing. Die Dienste unterliegen strengen Richtlinien des ECO-Verbands, die genau definieren, wie für E-Mail-Marketing verwendete Adressen generiert werden dürfen.

Als gemeinhin akzeptierter Ablauf hat sich dabei das Double-Optin Verfahren etabliert. Dabei muss der Empfänger zunächst seine E-Mail Adresse händisch in ein Formular eingeben und danach nochmal per Klick auf einen Link bestätigen. In zweifacher Form bestätigt er den Wunsch, Newsletter zu erhalten zu wollen. E-Mail Adressen, die über einen solchen Weg generiert wurden, haben einen vielfach höheren Wert für Werbetreibende und geschehen im Einvernehmen. Wer sich in der Folge wieder austragen möchte, der findet in jeder Mail die Möglichkeit des „Unsubscribe“.

2. Die persönliche Kundenansprache

Ein weiteres großes Plus im E-Mail-Marketing ist die persönliche Ansprache des Kunden. Der direkte Dialog zwischen ihnen und Unternehmen ist nur wenigen Marketing-Disziplinen vorenthalten. Bei Social Media beispielsweise adressiere ich an eine Gruppe, nie an ein Individuum.

Mittels Segmentierungen kann man Newsletter auf die Bedürfnisse und Interessen des Empfängers zuschneiden. Informationen wie Herkunft, Hobbys, Geschlecht oder Alter ermöglichen dem Werbetreibenden, die Ansprache zu personalisieren. Newsletter können zugeschnitten werden und die ganz individuellen Bedürfnisse der Empfänger bedienen.

3. Kostengünstig und effizient

Ein zentraler Terminus im Onlinemarketing ist der ROI (Return on Invest). Wie viel bekomme ich für eine werbliche Investition? Laut einer Studie von Experian kommt jeder investierte Euro im E-Mail-Marketing vierfach zurück. Eine Effizienz, die kein anderes „Werkzeug“ im Marketing-Mix bieten kann. Der Durchschnittspreis einer Werbemail liegt bei rund 0,01 bis 2 Cent. Wer hingegen auf postalisches und analoges Direktmarketing setzt, der bezahlt rund 40 Cent pro Flyer. Zudem belastet er darüber hinaus noch die Natur.

4. E-Mail-Marketing ist komplett messbar

Im Sinne des Performance-Marketings können E-Mail-Marketing Aktivitäten vom ersten Klick bis zum Kauf komplett abgebildet werden. Die Customer Journey ist im Detail nachvollziehbar. Wer auf professionelle Dienste zurückgreift, kann beispielsweise Öffnungen, Klickraten oder Top-Links eines Newsletter erfassen und seine Aktivitäten in der Folge optimieren. Durch verknüpfte Schnittstellen zu Onlineshop-Software oder Google Analytics lässt sich der gesamte „Weg“ des Kunden zum Kauf nachzeichnen.

5. E-Mail-Marketing steigert Verkäufe

Alle Marketing-Aktivitäten haben ein übergeordnetes Ziel: den Verkauf eines Produktes. In der bereits erwähnten McKinsey-Studie wurde belegt, dass E-Mail-Marketing diesbezüglich 40mal effektiver ist als das hoch-gehandelte Social Media Marketing. Weiterführende Studien haben zudem herausgearbeitet, dass 30 Prozent aller Wiederholungskäufe von einer E-Mail angestoßen werden. Nur ein Prozent waren auf Social Media zurückzuführen. Im digitalen Marketing-Mix betrugen die anteiligen Verkäufe durch E-Mail-Marketing rund 18 Prozent. Nur die organische Suche kann da bessere Werte aufweisen.

Fazit

Wer E-Mail-Marketing professionell betreibt, der ist persönlich, der spart Kosten, der kann detailliert messen und der steigert seine Verkäufe. Fünf Gründe E-Mail-Marketing in den Fokus zu nehmen und die Wirkung für sein individuelles Business-Modell zu prüfen. Grundsätzlich gilt aber, dass auch E-Mail-Marketing zeitintensiv ist. Wer alle Facetten prüfen und verbessern will, der kommt nicht an professionellen Services vorbei, die dem Anwender Lösungen in fast allen Feldern anbieten.

 
 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 



randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Muss sich häufig vor Unternehmen und Politik – hier vor dem US-Kongress 2018 – rechtfertigen, warum er so wenig gegen Hate Speech unternimmt: Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (c) picture alliance/Xinhua News Agency/Ting Shen
Foto: picture alliance/Xinhua News Agency/Ting Shen
Lesezeit 6 Min.
Bericht

Zu viel Hass auf Facebook-Seiten

Um das Zuckerberg-Netzwerk zu zwingen, stärker gegen Hass auf seiner Plattform vorzugehen, schlossen sich weltweit Tausende Unternehmen einem Werbeboykott an. Einige planen nicht mehr zurückzukehren.
 
Ab 1. Oktober 2020 neue Kommunikationschefin des Deutschen Fußball-Bunds (DFB): Mirjam Berle. (c) picture alliance/P0009
Foto: picture alliance/P0009
Lesezeit 4 Min.
Porträt

Krisenerprobte Mannschaftssprecherin

Mirjam Berle übernimmt einen der begehrtesten Jobs der Kommunikationsbranche. Sie wird Direktorin „Öffentlichkeit und Fans“ beim DFB. Neben der Positionierung der Nationalmannschaften gehören Krisenkommunikation und die Rückgewinnung von Vertrauen in den Verband zu ihren Aufgaben. »weiterlesen
 
Christian Drosten erhielt den Ehrenpreis des BdKom. Foto: Jana Legler
Foto: Jana Legler
Lesezeit 4 Min.
Meldung

BdKom zeichnet Christian Drosten aus

Der Bundesverband der Kommunikatoren würdigt die Aufklärungsarbeit des Virologen in der Corona-Pandemie. »weiterlesen
 
Erstmals zählen mehr Frauen als Männer zu den einflussreichsten Kommunikator:innen der Welt. (c) Getty Images/belchonock
Foto: Getty Images/belchonock
Lesezeit 1 Min.
Studie

Top-100-PR-Profis: Erstmals 54 Prozent Frauen

Außerdem schaffen es acht deutschsprachige Kommunikationsprofis auf die Liste der 100 wichtigsten Kommunikator:innen der Welt. »weiterlesen
 
Wechselt nach rund 20 Jahren in Führungspositionen bei Hering Schuppener auf die Position der Chairwoman: Tina Mentner. (c) Hering Schuppener
Foto: Hering Schuppener
Lesezeit 3 Min.
Meldung

Mentner wird Chairwoman, Bertram Managing Partner

Christoph Bertram folgt Tina Mentner in der Geschäftsleitung. Er ist seit 2010 bei Hering Schuppener und verantwortet seit 2018 den Berliner Standort der Firma. »weiterlesen
 
Onarans neues Buch erklärt, wie man sich positioniert und ein authentisches Thema findet. (c) Goldmann Verlag
Cover: Goldmann Verlag
Lesezeit 2 Min.
Rezension

Auftauchen statt Untergehen

In ihrem neuen Buch plädiert Tijen Onaran dafür, sich selbst zu reflektieren und sichtbar zu werden. Als Personal Brand könnten sich vor allem berufliche Vorteile ergeben. »weiterlesen