Der DRPR hat getagt (c) Thinkstock
Der DRPR hat getagt (c) Thinkstock
Fallentscheidungen des Deutschen Rats für Public Relations

DRPR rügt ADAC, die Agentur Steinkühler und die Deutsche Börse

Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) hat nach einem Jahr Arbeitspause auf seiner Sitzung im November 2014 sieben Fallentscheidungen getroffen. Wegen noch notwendiger Recherche wurden die Ergebnisse erst heute bekannt gegeben.

Der Deutsche Rat für Public Relations  rügt den ADAC, die Agentur Steinkühler sowie die Deutsche Börse wegen Fehlverhaltens. Außerdem mahnt der PR-Rat ThyssenKrupp wegen Pressereisen ab. Ältere Fälle wurden eingestellt. Auf der Sitzung wurden zudem der Vorsitzende Günter Bentele und sein Stellvertreter Mathias Rosenthal wiedergewählt. Axel Wallrabenstein ist neuer Ausschussvorsitzender des DRPR.

Täuschung und Manipulation beim „Gelben Engel“

Der ADAC wird für die bewusste Täuschung der Öffentlichkeit gerügt. Eine externe Prüfung ergab, dass sowohl die Gesamtzahl der abgegeben Stimmen als auch die Rangfolge der Platzierungen des ADAC-Publikumspreises „Gelber Engel“ manipuliert wurden.

Rüge gegen „Peerblog“ wegen fehlender Transparenz

Eine weitere Rüge erhielt die Agentur Steinkühler für ihren Blog „Peerblog“. Die dort verfassten Beiträge ließen sich keinen konkreten Absendern zuordnen. Damit habe sie gegen den  Code de Lisbonne (Art. 4, 14) und den Deutschen Kommunikationskodex (Transparenz) verstoßen.

Die Deutsche Börse hat gegen Richtlinien zur Ad-Hoc-Publizität verstoßen

Die Deutsche Börse veröffentlichte am 5. Februar 2013 eine Ad-hoc Mitteilung, die die eigentliche Insiderinformation verschleiert. Sie lautete, dass der Vorstand eine niedrigere Dividendenzahlung, als der Markt erwartet, anstrebt. Laut DRPR hätten die Vergleichszahlen der Vorperiode angegeben werden müssen, um die Zahlenangaben vergleichbar zu machen. Ein Verstoß gegen den Deutschen Kommunikationskodex, Artikel 10.

Ermahnung für ThyssenKrupp wegen Pressereisen

ThyssenKrupp lud Reporter der „Süddeutschen Zeitung“, des „Tagesspiegel“, der „NRZ“ und der „Rheinischen Post“ und der „FAZ“ in den Jahren 2010 bis 2012 zu ungewöhnlich spendablen Pressereisen ein. In der Berichterstattung wurden diese „Luxusreisen“ genannt.

In der DRPR-Richtlinie „PR und Journalismus“ heißt es dazu: „Insbesondere Pressereisen müssen in einem nachvollziehbaren Verhältnis zum Informationsanlass stehen.“ Dadurch dass ThyssenKrupp nun eine mit der Compliance-Abteilung des Konzerns abgestimmte, schriftliche Richtlinie zu Pressereisen entwickelt hat, spricht der Rat keine Rüge, sondern nur eine Mahnung aus.

Einstellung fortlaufender Verfahren

Folgende Fälle wurden wegen mangelnder Beweise oder Unzuständigkeit eingestellt:

  • Blog: Wir in NRW, "PlanetWissen",
  • Blog: „Essing/Christ“
  • Livesendung "Forum Politik"

 

 

 
 

ps/NEWS: Der Newsletter für PR-Profis

 

Ob wichtige Nachrichten, Hintergründe, Case Studies oder aktuelle Debatten: Mit den ps/NEWS erhalten Sie die wichtigsten Informationen der Kommunikationsbranche kostenlos in Ihre Mailbox.
 

CAPTCHA

This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.



randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

So werden Bilanzpressekonferenzen zum Event. (c) Getty Images / Andrii Atanov
Foto: Getty Images / Andrii Atanov
Gastbeitrag

Geschäftszahlen mit Pep

Bilanzpressekonferenzen waren für Unternehmen lange Zeit Pflichtveranstaltungen – und eine sichere Sache. Die wichtigsten Journalisten kamen jedes Jahr. Das hat sich geändert. Wie Bilanz-PKs zu einem Event werden, zeigen Otto und Bosch. »weiterlesen
 
Positionierung ist wichtig, um als Kommunikator authentisch zu wirken./ Kommentar: (c) Getty Images/ronstik
Kommentar. Foto: Getty Images/ronstik
Kommentar

Disclaimer ersetzen nicht Verantwortung & Empathie

Natürlich schützt "Views are my own" nicht vor einem Shitstorm. Gefragt sei mehr Empathie im öffentlichen Diskurs, meint Sascha Pallenberg. Ein Kommentar. »weiterlesen
 
Externe Anwälte sollen die Bundesregierung vor Journalisten schützen. / Anwälte: (c) Getty Images/Pattanaphong Khuankaew
Anwälte der Regierung. Foto: Getty Images/Pattanaphong Khuankaew
Bericht

Regierung setzt Anwälte gegen Journalisten ein

Externe Anwälte sollen die Bundesregierung vor unliebsamen Presseanfragen schützen. Das ergab die Antwort auf Anfrage der Fraktion Die Linke.  »weiterlesen
 
Der Chef der Deutschen Börse hat das beste CEO-Image. (c) Getty Images / FXQuadro
Foto: Getty Images / FXQuadro
Meldung

Theodor Weimer hat weiterhin das beste Image

Auch im dritten Jahresquartal kann der Chef der Deutschen Börse seine Spitzenposition im Image-Ranking verteidigen. »weiterlesen
 
Alexander Reinhardt droht den Klimaaktivisten von Extinction Rebellion auf Twitter./ Symbolbild: (c) Getty Images/tommaso79
Wütender Autofahrer. Foto: Getty Images/tommaso79
Meldung

Airbus' PA-Chef droht Extinction Rebellion

Er vergleicht sie mit den Nazis und droht ihnen auf Twitter: Airbus' Alexander Reinhardt beschimpft Extinction Rebellion. Jetzt rudert er zurück. »weiterlesen
 
Wie bereitet sich der krisenanfällige Tourismus auf unangenehme Situationen vor? (c) Getty Images / PetrBonek
Foto: Getty Images / PetrBonek
Gastbeitrag

In der Krise souverän reagieren

Tourismus- und Verkehrsunternehmen sind besonders anfällig für Krisen. Wie bereiten sie und ihre Agenturen sich vor? Wie kommunizieren sie im Krisenfall? »weiterlesen