Der Zeppelin als Symbol, neue Wege zu gehen - in der Forschung als auch in der Kommunikation. (c) HZG/ Torsten Fischer
Der Zeppelin als Symbol, neue Wege zu gehen - in der Forschung als auch in der Kommunikation. (c) HZG/ Torsten Fischer
dpok – von den Besten lernen

Wissenschaft als Erlebnis inszenieren

Mit dem Deutschen Preis für Onlinekommunikation wurden herausragende Projekte und Kampagnen ausgezeichnet. In dieser Serie stellen Preisträger verschiedener Kategorien ihre Konzepte vor. Teil fünf begleitet einen Zeppelin auf Forschungsmission.
Aus der Redaktion

Erstmals wurde der Deutsche Preis für Onlinekommunikation in diesem Jahr auch in Branchen verliehen. Im Zweig „Wissenschaft und Bildung“ ging die Auszeichnung an das Helmholtz-Zentrum für Material- und Küstenforschung in Geesthacht. Für eine Forschungsmission in der Ostsee entwickelte das Kommunikationsteam gemeinsam mit der Münchner Medienagentur Edelweiss 72 die crossmediale Kampagne „Uhrwerk Ozean“. Mit Elementen wie 360°-Videos, Virtual Reality und dem sogenannten Parallax Scrolling setzte die Kampagne auf weit mehr als klassische Pressearbeit. Torsten Fischer und Tanja Baschek stellen das Projekt im Fragebogen vor.

Können Sie kurz Ihre Kampagne vorstellen?

Im Sommer 2016 fand in der Ostsee die Forschungsexpedition „Uhrwerk Ozean“ statt. Weltweit erstmalig wurde ein Zeppelin für die Meeresforschung eingesetzt. Das komplexe Forschungsthema wird durch das crossmediale Projekt zum Erlebnis. Dabei wurden verschiedene Kanäle und immersive Medien erstellt, genutzt und weiter ausgebaut: Webseite, Parallax, Social-Media-Kanäle, Video- und Bildmaterial sowie App neben zwei Planetariumsproduktionen im Kuppelformat. Im Zentrum der Kommunikation steht die zweisprachige Webseite uhrwerk-ozean.de, die umfassende Hintergrundinformationen zur Wissenschaft und zur Expedition bietet. Durch 360°-Clips, Virtual-Reality-Filme und den Parallax-Effekt wird das Publikum emotional angesprochen.

Mit 360°-Videos wie diesem nehmen die Forscher den Zuschauer mit auf Expedition. 

Was hat Sie auf die Idee für Ihre Kampagne gebracht?

Im Bereich der Wissenschaftskommunikation gilt es, die Fachsprache der Wissenschaft in all ihrer Komplexität allgemein verständlich zu machen. Da das Helmholtz-Zentrum durch öffentliche Gelder finanziert wird, soll einer breiten Öffentlichkeit dargelegt werden, warum, wie und woran die Forschung arbeitet. Dabei jedoch nicht nur reine Fakten zu transportieren, sondern Faszination für die Wissenschaft zu wecken, ist eine große Herausforderung, die nach neuen Ansätzen suchte. Hier kommen die immersiven Medien zum Tragen. Die Expedition wird nicht einfach beobachtet, der Interessierte ist mittels der 360°-Aufnahmen und der Parallax-Seite mitten im Geschehen. Die Initialzündung für das immersive Medienkonzept ist in Zusammenarbeit mit der Kieler Firma Ocean Mind entstanden.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an der Kampagne?

Jeder Interessierte erlebt Orte, die sonst nicht so einfach zu besuchen sind. Er fliegt selbst mit im Forschungszeppelin, ist mit auf den Forschungsschiffen, taucht ab in die unbekannten Wirbel und erlebt die Expedition aus einer neuen Perspektive. Das Erlebnis und die Faszination, die hiermit erreicht werden, sind nur schwer durch die klassischen Medien alleine zu erzielen. Die besonders große Breitenwirkung wurde durch das crossmediale Zusammenspiel der verschiedenen Kanäle generiert.

Was hat Ihre Kampagne bisher bewirken können?

Durch die Onlinekommunikation, die Berichterstattung und verschiedene Veranstaltungen in Planetarien oder bei Großevents wurde eine hohe Aufmerksamkeit erzeugt. Die gesamte Berichterstattung erzielte eine Reichweite von mehr als 150 Millionen. Das Forschungszentrum nutzt die Chance, weitere 360°-Inhalte über die App zu veröffentlichen und künftige Wissenschaftsprojekte mit einer ähnlichen Tragkraft zu kommunizieren.

Würden Sie alles noch einmal genauso machen?

Um mit Realbildern im Planetarium ein Forschungsvorhaben vorzustellen, wurde von allen Beteiligten ein enormer Einsatz gefordert. Doch die Entwicklung in der 360°-Technik geht rasend schnell voran. Eine derartige Produktion ist heute im Vergleich zu vor zwei Jahren wesentlich einfacher zu realisieren. Unter diesen Voraussetzungen würden wir den konzeptionellen Ansatz wieder wählen. Insbesondere Virtual Reality eröffnet in Verbindung mit Online und App faszinierende Möglichkeiten, die der Wissenschaftskommunikation vielfältige Chancen bieten.

 

Freuen sich über die Auszeichnung (v.l.n.r.): Heidrun Hillen (Pressereferentin), Patrick Kalb-Rottmann (Leiter der Onlinekommunikation), Gesa Seidel (Online-Redakteurin), Torsten Fischer (Leiter der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Burkard Baschek (Institutsleiter und wissenschaflicher Leiter der Expedition "Uhrwerk Ozean") und Tanja Baschek (Koordinatorin des Projekts "Uhrwerk Ozean") (c) : HZG/Jan-Rasmus Lippels

Freuen sich über die Auszeichnung (v.l.n.r.): Heidrun Hillen (Pressereferentin), Patrick Kalb-Rottmann (Leiter der Onlinekommunikation), Gesa Seidel (Online-Redakteurin), Torsten Fischer (Leiter der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Burkard Baschek (Institutsleiter und wissenschaflicher Leiter der Expedition "Uhrwerk Ozean") und Tanja Baschek (Koordinatorin des Projekts "Uhrwerk Ozean") (c) : HZG/Jan-Rasmus Lippels

 

 
Torsten Fischer (c) HZG/Charleen Schwabe
Torsten Fischer
Helmholtz-Zentrum Geesthacht für Material- und Küstenforschung
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Torsten Fischer leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Helmholtz-Zentrum Geesthacht für Material- und Küstenforschung. Der promovierte Meeresbiologe wechselte vor rund 20 Jahren in die Wissenschaftskommunikation. Nach Stationen unter anderem beim Alfred-Wegner-Institut, WDR und dem NDR arbeitet er seit 2005 am Helmholtz-Zentrum Geestacht. 

Tanja Baschek (c) HZG/Charleen Schwabe
Tanja Baschek
Helmholtz-Zentrum Geesthacht für Material- und Küstenforschung
Projektkoordinatorin

Tanja Baschek koordiniert das Projekt „Uhrwerk Ozean“ am Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung. Zuvor war sie aus dem audiovisuellen Medienumfeld in der Schweiz kommend in der freien Wirtschaft in den USA tätig.

 


randbemerkung

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