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Social Collaboration

Dos and Don'ts auf dem Weg zum vernetzten Unternehmen

Dass Social Collaboration im Zeitalter der Digitalisierung immer wichtiger wird, haben viele Unternehmen erkannt. Was sollte man beim Thema interne Vernetzung beachten?
Michael Dallwig

Immer mehr Unternehmen setzen auf „Social Collaboration“ und bieten ihren Mitarbeitern Möglichkeiten zur internen Vernetzung. Diese erwarten das auch, denn sie sind es gewohnt, sich in Social Media jederzeit, überall und mit jedermann auszutauschen. Sollte das im eigenen Unternehmen nicht möglich sein, wird ausgewichen: Mit wenigen Klicks ist die Kollegen-Gruppe fertig. Vielleicht auf Facebook. Sicher dann jedoch mit allen Risiken für Unternehmen und Mitarbeiter selbst.

Die Mitarbeiter entscheiden über Social Collaboration, nicht die Unternehmenskommunikation

Viele Kommunikatoren haben das erkannt und verwenden viel Kraft und Mühe auf die Umsetzung einer eigenen, internen Plattform. Einmal online, ist die Enttäuschung groß, wenn keiner mitmacht. Und das passiert oft. Der Weg zum vernetzten Unternehmen ist kein Selbstläufer. Die Mitarbeiter fragen sich „Noch eine Plattform?“ „Was kann ich hier tun?“ oder „Wird meine Frage als Unkenntnis interpretiert?“. Sie beobachten erst einmal, was die anderen so tun. Falls denn einer was tut.

Social Collaboration ist weit mehr als nur die Einführung einer Software-Plattform. Es ist vor allem eine Frage der Unternehmenskultur. Laut der IT-Beratung Gartner wird der Erfolg von Social Collaboration zu 80 Prozent von der Organisationskultur bestimmt, nur zu 20 Prozent von der Technologie. Unterschätzt wird häufig, was das für die Praxis bedeutet: nämlich integrierte, disziplinübergreifende Projektarbeit und Change-Management über Jahre hinweg. Das ist nicht mal eben so nebenbei zu stemmen.

 

In fünf Schritten zum Erfolg
 

Wie sollte man vorgehen?

  1. Strategie: Warum macht man das überhaupt? Was ist das Ziel? Wen will man ansprechen? Führungskräfte, alle Mitarbeiter, landesweit, weltweit? Planen Sie Ihr Handeln. Man kann zu Beispiel mit einem Pilotprojekt zu starten, bevor man alle Mitarbeiter einbindet. Oder das Projekt kommunikativ begleiten, durch Information aber auch Kampagnen, vor Start, beim Start und auch danach. Klingt simpel, wird aber gerade von Kommunikatoren häufig vergessen;-)
     
  2. Usability (Nutzerführung): Ist der Zugang einfach und mit wenigen Klicks erreichbar? Ist die Gestaltung ansprechend, der Mehrwert für die Mitarbeiter direkt erkennbar? Kann man mobil zugreifen? Ist das Ganze integriert in die Interne Kommunikation?
     
  3. Trainings: Nicht jeder Mitarbeiter weiß, wie er ein Social Intranet richtig nutzt, sich in Communities beteiligt oder was Collaboration überhaupt bringen soll. Informationen und Trainingsangebote sind daher unerlässlich. Achten Sie aber auch darauf, dass dies nicht nur digital stattfindet, sondern auch persönlich vor Ort, damit Sie auch diejenigen erreichen, die sich mit digitalen Medien schwer tun.
     
  4. Community Management: Community Manager, die sich in ihrer Region und in ihrer Sprache für ihre Communities verantwortlich fühlen, diese aktiv pflegen und ihren Kollegen mit Rat und Tat beiseite stehen, sind ein zentraler Erfolgsfaktor für die langfristige Aktivität in den Communities. Es gilt, Mitarbeiter zu motivieren und Experten sichtbar zu machen. Und diese Aktivität auf viele Schultern zu verteilen. Unternehmen wie BASF, Bosch oder Continentale setzen das bereits sehr gut um.
     
  5. Kultur: Eine neue Unternehmenskultur kann man nicht verordnen, man kann sie aber vorleben. Große Bedeutung kommt dabei den Führungskräften zu, beginnend beim CEO. Das, was er postet und wie er das tut, wird genau beobachtet. Aber auch wenn ere gar nichts tut. Binden Sie die Führungskräfte deshalb ein und motivieren Sie sie zum Mitmachen. Starten Sie beim Roll-Out mal nicht in der Zentrale, sondern in einer Konzerneinheit. Und leben Sie selbst die Kultur im Umgang mit der Collaboration Plattform vor, die Sie haben wollen.

 

Welche Aktivitäten im Detail notwendig sind, mag bei jedem Unternehmen unterschiedlich ausgeprägt sein, abhängig von den Barrieren, die es zu überwinden gilt. Sind jedoch einmal nachhaltige Lösungen erzielt, zeigen sich schnell die Vorteile: Lebendiger Dialog, weniger Doppelarbeit sowie mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit. Dies alles wirkt sich langfristig positiv auf die Gesamtwahrnehmung nicht nur nach innen, sondern auch nach außen aus.

Lesen Sie mehr Interviews und Berichte vom Kommunikationskongress 2016 in unserem Online-Dossier (hier klicken).

 

 
 

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