(c) Cover: Schäffer-Poeschel, Collage: Laurin Schmid
(c) Cover: Schäffer-Poeschel, Collage: Laurin Schmid
Rezension

Generationen-Management: Don‘t manage us – understand us!

Ein Unternehmen besteht in der Regel aus ganz unterschiedlichen Charakteren, die wiederum ganz unterschiedlichen Generationen angehören. Jeder tickt anders, denkt anders, reagiert anders – das kann mitunter zu Kommunikationsproblemen führen. Wie man das vermeiden kann – diesem Thema hat sich Peter Tavolato in „Aktives Generationen-Management. Ressourcen nutzen – Mitarbeiter führen – Teams entwickeln“ angenommen.
Simone Dettelbacher

Der erste Eindruck: Inhaltsverzeichnis und Cover wirken sehr sachlich, beinahe wie eine wissenschaftliche Publikation. Das mag daran liegen, dass es sich beim Schäffer-Poeschel Verlag um einen explizit „betriebswirtschaftlichen Fachverlag“ handelt. Das könnte den einen oder anderen ein wenig abschrecken. Doch schon das Vorwort zeigt: Trocken ist der Inhalt nicht. Tavolato webt authentische und persönliche Geschichten in sein Buch ein, wodurch sich ein durchweg lebendiger Eindruck vermittelt.

Er erklärt zunächst, warum die verschiedenen Generationen überhaupt unterschiedlich getaktet sind, welche Einflüsse eine Rolle spielen und worin sie sich konkret unterscheiden. Traditionalisten, Babyboomer, Generationen X, Y und Z – alle wurden von anderen gesellschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten geprägt.

Die Generation Z, also diejenigen, die zwischen 1993 und 2007 geboren wurden und inzwischen als Berufseinsteiger berücksichtigt werden müssen, kennen beispielsweise keine Grenzen mehr. Alles vermische sich, so Tavolato, Privatleben und Beruf, Familie und Freunde, analog und digital. Freiheit sei hier das große Schlagwort.

Die Babyboomer hingegen seien in einer Zeit aufgewachsen, in der Wachstum und Aufbruchsstimmung, Zusammenarbeit und Teamarbeit eine wichtige Rolle spielten. Das alles habe starke Auswirkungen auf Umgangsformen, Kommunikationsverhalten, Motivation aber auch Wissensmanagement und Veränderungsfreudigkeit.

Geht es in der ersten Hälfte des Buchs noch darum, ein Bewusstsein für diese Unterschiede zu schaffen, so wird der Fokus in der zweiten Hälfte auf die Praxis gelegt. Gezeigt werden Lösungen und Strategien, wie Alt und Jung effektiv zusammen arbeiten können und welche Kompetenzen bei Führungskräften dafür gefragt sind.

Fazit: Ein spannendes Thema, dem wir oft viel zu wenig Beachtung schenken, wird eindrucksvoll und praxisnah behandelt.

Bewertung: Absolutes Lese-Muss (fünf von fünf möglichen Sternen)

Cover: Schäffer-Poeschel

Cover: Schäffer-Poeschel

Peter Tavolato: Aktives Generationen-Management. Ressourcen nutzen – Mitarbeiter führen – Teams entwickeln. Schäffer-Poeschel 2016, 39,95 Euro.

 

 

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Wer seine persönlichen Ängste überwindet und die Komfortzone verlässt, macht sein Leben reicher. (c) Getty Images/g-stockstudio
Foto: Getty Images/g-stockstudio
Lesezeit 2 Min.
Ratgeber

Wie wir unsere Komfortzone verlassen

Persönliches Wachstum entsteht ausschließlich außerhalb der eigenen Wohlfühlareale. Doch um diese zu verlassen, braucht es Mut und Entschlossenheit. Zwei Eigenschaften, über die erfolgreiche Menschen verfügen. »weiterlesen
 
Wächst die ökonomische Bedeutung einer Profession, steigen auch ihre Gehälter. (c) Getty Images/mactrunk
Foto: Getty Images/mactrunk
Lesezeit 3 Min.
Kommentar

Wir müssen uns besser vermarkten!

Gehälter sind auch davon abhängig, wie eine Profession auf den Unternehmenserfolg einzahlt. Für die professionelle Kommunikation sieht BdP-Bildungsbeauftragter Ulrich Kirsch gute Chancen – wenn jeder Einzelne dafür arbeitet. »weiterlesen
 
In ihrem selbstironischen, unwissenschaftlichen Buch schildern die Journalisten ihre Begegnungen mit Verschwörungstheoretikern. (c) Carl Hanser Verlag
Cover: Carl Hanser Verlag
Lesezeit 1 Min.
Rezension

Angela Merkel ist Hitlers Tochter!11!!

Verschwörungstheorien boomen. Warum? Und was lässt sich dagegen tun? Zwei Journalisten haben da Ideen. »weiterlesen
 
Martin Wehrle während eines Vortrags auf dem Kommunikationskongress 2018. (c) Laurin Schmid
Foto: Laurin Schmid
Lesezeit 3 Min.
Interview

Kommunikatoren, seid keine Duckmäuser!

Wie können Sprecher sich dagegen wehren, von oben als „Sprachrohr“ gesehen zu werden? Karriereberater Martin Wehrle über die Spielregeln mutiger Kommunikation. »weiterlesen
 
In der immer komplexer und unbeständiger werdenden Welt steigen die Anforderungen an eine professionelle Kommunikation rasant. (c) Getty Images/Pola Damonte
Foto: Getty Images/Pola Damonte
Lesezeit 3 Min.
Studie

Wo steht die PR 2018?

Die Anforderungen an das moderne Kommunikationsmanagement steigen. Dennoch fühlen sich viele PR-Abteilungen in Unternehmen noch als Verlautbarungsstelle. Und: Die Entwicklung der Gehälter bereitet wenig Freude. Dies und mehr zeigt die größte deutsche Berufsfeldstudie, die am heutigen Donnerstag auf dem Kommunikationskongress vorgestellt wurde.   »weiterlesen
 
Beraten gehöre zum Geschäft eines Pressesprechers, sagt Kolumnist Claudius Kroker. (c) Getty Images/FoxysGraphic
Bild: Getty Images/FoxysGraphic
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Pressesprecher sind auch Berater

Beraten gehört zum Geschäft, findet unser Kolumnist Claudius Kroker. Doch immer wieder erlebt er, dass Pressesprecher die Auseinandersetzung mit ihren Vorgesetzten scheuen. Dabei degradieren sich die Sprecher selbst. »weiterlesen