Geschlechtergerechte Sprache wird bei Microsoft Deutschland auch mithilfe des „Gendersternchens“ umgesetzt. (c) Getty Images/Syuzanna Guseynova
Geschlechtergerechte Sprache wird bei Microsoft Deutschland auch mithilfe des „Gendersternchens“ umgesetzt. (c) Getty Images/Syuzanna Guseynova
So gendert Microsoft

Inklusion mit Sternchen

Immer mehr Organisationen achten in ihrer Kommunikation auf eine geschlechtergerechte Sprache. Warum Microsoft Deutschland gendert und welche Erfahrungen das Unternehmen damit gemacht hat, berichtet Projektleiterin Paula Auksutat.
Paula Auksutat

Wir bei Microsoft Deutschland wollen unsere Mission, jede Person und jede Organisation auf dem Planeten zu befähigen, mehr zu erreichen, auch sprachlich abbilden. Daher sehen wir das Gendern als Teil einer inklusiven Sprache, zu der auch eine diskriminierungsfreie und barrierefreie Sprache gehört. In unserer internen und externen Kommunikation arbeiten wir mit neutralen Formulierungen wie Partizipformen oder nutzen das „Gendersternchen“, weil diese Schreibweise Männer und Frauen einschließt, gleichzeitig aber auch Raum für Menschen eröffnet, die sich keinem der binären Geschlechter zugeordnet fühlen.

Mein Eindruck war, dass die Diskussion über das Gendern in unserem Unternehmen anfangs sehr emotional geführt wurde. Es war wichtig, anderen zu zeigen, dass es total okay ist, wenn ein Team hier nicht direkt einen Konsens findet. Wir haben bald ein Projektteam gegründet und recherchiert, welche Studien es zur Sprachwirkung gibt, uns mit anderen Unternehmen und Medien ausgetauscht, um ein diverses Meinungsbild zu schaffen und von anderen zu lernen.

Nicht als „Sprachpolizei“ auftreten

Ich bin dankbar dafür, dass wir unseren Chef und Director of Communications Thomas Mickeleit (hat das Unternehmen inzwischen verlassen, Anm. d. Red.) ebenfalls überzeugen konnten und er uns bei der Umsetzung unterstützt. So konnten wir nach der Entscheidung bei uns im Kommunikationsteam das Thema auch auf Ebene der Geschäftsführung einbringen. Das „Go“ war ein Meilenstein – ohne den Top-Down-Support wäre die Umsetzung in der Breite nicht möglich.

Aktuell arbeiten wir an einer unternehmensweiten Kampagne zur Sprachsensibilität, mit der wir Verständnis schaffen und Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen wollen. Dafür stehen wir im Austausch mit anderen Teams, teilen Infomaterialien und erstellen gemeinsame Guidelines. Es ist uns wichtig, dass wir die Kolleg*innen überzeugen und mitnehmen – und nicht in den Verdacht geraten, als „Sprachpolizei“ aufzutreten. Deshalb wollen wir unserer beratenden Funktion nachkommen und Teams mit Impulsen und einem Workshop zu inklusiver Sprache unterstützen.

 

 
 


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