Welches sind die peinlichsten Social-Media-Fails des Jahres 2019? / Symbolbild Shitstorm: (c) Getty Images/ filmfoto
Welches sind die peinlichsten Social-Media-Fails des Jahres 2019? / Symbolbild Shitstorm: (c) Getty Images/ filmfoto
Von CSYou bis Deutsche Bahn

Die peinlichsten Social-Media-Fails 2019

Der Titel "Peinlichster Social-Media-Fail 2019" ist heiß umkämpft. Mehrere Kandidaten kommen infrage.
Toni Spangenberg

Social Media sind vermintes Gelände. Immer wieder treten selbst gestandene Kommunikatoren in das ein oder andere Fettnäpfchen und lösen einen Shitstorm aus. Häme und Spott sind dann nicht weit. Nicht selten handelt es sich dabei um Patzer mit Ansage. Auch 2019 standen sich im inoffiziellen Wettbewerb um den größten Social-Media-Fail wieder einige Kandidaten gegenüber.

 

CSYou - Rezo-Klon im Auftrag der CSU

Wie spricht man als konservative Partei junge Wähler an? Hier hatte die CSU die zündende Idee. Man nehme einen jungen Anzug-Träger mit Brille, entferne Anzug, Schlips und Brille, stecke ihn ein lässiges Hemd und blondiere seine Haare. Et voila: Fertig ist der Rezo-Klon im Auftrag der CSU. Sein Name lautet Armin. Tausende Dislikes auf Youtube sprechen für sich. Doch davon lässt sich die CSU nicht beirren. Das Format wird fortgesetzt – mit leichten Anpassungen. Mittlerweile ist Armin nicht mehr blond. 

Merz' Pressesprecher und das BVG-Trauma

Ein Namensvetter stellte schon Monate vorher unter Beweis, wie man großartige Shitstorms lostritt. Armin Peter, Pressesprecher des von einigen CDUlern als "Messias" gefeierten Friedrich Merz, startete seine Twitter-Karriere mit einem großen Knall. Der Neu-Twitterer legte sich mit den Social-Media-Profis der BVG an und wurde prompt bloßgestellt. Von diesem Schock hat sich Armin bis heute nicht erholt. Er beschränkt sich seitdem fast ausschließlich auf Retweets. Eigene Tweets sind rar.

Der Frauentags-Fehltritt von Engel & Völkers

2019 war der Internationale Frauentag am 8. März in Berlin erstmals ein Feiertag. Auf Social Media wurde der Anlass vielfach gewürdigt. Auch das Immobilienunternehmen Engel & Völkers wollte der weiblichen Bevölkerung Tribut zollen: Auf der Unternehmenswebseite verrieten Vorstandsmitglieder, welche bekannten und weniger bekannten Frauen sie besonders beeindruckt hätten. So weit, so generisch. Einen Fauxpas leistete sich das Unternehmen jedoch, als es den Artikel auf Twitter teilte: Den Beitrag zum Thema „Beeindruckende Frauen“ zierte ein Gruppenbild des Vorstands – bestehend aus fünf Männern. Spott und Entrüstung waren vorprogrammiert.

Das Schminktutorial der FDP

Um Erstwähler für die Europawahl zu mobilisieren, griff die FDP ganz tief in die Fremdschämkiste. Svenja Hahn, für die Liberalen im EU-Parlament, erklärte den jungen Wählern das Wahlprozedere in Form eines Schminktutorials. Gekonnt animierte die Politikerin die Zuschauer zum Kopfschütteln. Das Netz lachte so laut über die FDP-Influencerin, dass das Video mittlerweile gelöscht wurde. Einzelne Szenen lassen sich aber noch immer finden. So bleibt dieser preiswürdige Fail auch der Nachwelt erhalten.

Bundeswehr im Retro-Fieber

Trotz mangelhafter Ausrüstung gibt sich die Bundeswehr im Wettstreit um den größten Social-Media-Patzer nicht geschlagen. Das Regiment Shitstorm hat hierfür eine ausgeklügelte Strategie entworfen. Die Social-Media-Soldaten posteten eine Wehrmachtsuniform mit Hakenkreuz-Accessoire. Damit wollten Sie auf den "Retro"-Trend aufspringen. Offensichtlich wurde die Bundeswehr so sehr vom Shitstorm-Erfolg überrascht, dass sie den Instagram-Post löschte.

Tiktok: Zensur-Experten aus Fernost

Vielleicht hätte sich die Bundeswehr gleich für Tiktok statt Instagram entscheiden sollen. Der Zensur-Service aus China hätte den Post sicher kostenfrei entfernt und das Konto der Bundeswehr vermutlich gleich mit. Das soziale Netzwerk ist sichtlich darum bemüht, politischen Content von seiner Plattform zu entfernen, insbesondere China-kritischen. 

Wie Airbus-PA-Chef auf Twitter droht und pöbelt

Auch Airbus PA-Chef Alexander Reinhardt kann in Sachen Zensur einiges von Tiktok lernen. Ähnlich wie andere Fettnäpfchen-Experten beschloss auch Reinhardt seinen Shitstorm auf Twitter wüten zu lassen. Um sich von der Masse abzuheben, griff er zu einer plump anmutenden, aber effektiven Methode. Er drohte den Klimaaktivisten von Extinction Rebellion, pöbelte und schimpfte, immer versucht, mit jedem neuen Tweet noch eine Schippe draufzusetzen. Im Anschluss löschte er den Thread, erfolglos. Offensichtlich war ihm folgendes nicht bekannt: Das Internet vergisst nichts.

Jetzt neu im Presse-Bordbistro der Bahn: Beleidigte Leberwurst

Das Jahr war fast zu Ende, der Wettbewerb um den peinlichsten Social-Media-Fail eigentlich schon abgeschlossen, da fuhr ein ICE in den Bahnhof ein. An Bord war Klimaaktivistin Greta Thunberg auf dem Rückweg vom Klimagipfel in Madrid. Die Schwedin postete ein Foto, auf dem sie auf dem Boden des überfüllten Zuges sitzt. Voller Empörung sah sich die Bahn genötigt, die Fakten gerade zu rücken. Thunberg habe einen Sitzplatz gehabt, sogar in der 1. Klasse mit Rundum-Sorglos-Service, wie die DB betont. Was sie – wohl im Eifer des Gefechts und daher völlig (un)absichtlich – unterschlagen hat: Den Sitzplatz bekam Thunberg erst ab Kassel.

 

 
 


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