Siegerpose der PR-Gewinner im Februar 2019. (c) GettyImages/RyanKing999
Siegerpose der PR-Gewinner im Februar 2019. (c) GettyImages/RyanKing999
Monatsbilanz

Die Gewinner des PR-Februar 2019

Die Feuerwehren, ein Museum und drei Frauen sind die PR-Gewinner des pressesprecher im Februar 2019. Der Sonderpreis geht an eine Ratte.
Aus der Redaktion

Platz 1: Die Feuerwehren

Eins. Eins. Zwei. 112. Am Tag des europäischen Notrufs – eben am 11.2. – starteten rund vierzig Berufsfeuerwehren aus ganz Deutschland eine Social-Media-Kampagne, die fast 24 Stunden vor allem Twitter-Deutschland in Blaulicht und Sirenenklänge tauchte. Das Ziel des „Twittergewitters“ unter #112live? Mit Liveberichten zu Feuerwehreinsätzen und jeder Menge Informationen den europaweit gültigen Notruf 112 zu promoten.

Das gelang ganz hervorragend – vor allem dank guter Absprachen und Planung durch die Feuerwehr-Pressesprecher von Aachen bis Wuppertal. Niemand, der am 11. Februar in den sozialen Medien unterwegs war, dürfte diesen Kommunikations-Coup der Feuerwehrleute verpasst haben. Der Februar-PR-Gewinner des pressesprecher!
 

(c) Getty Images/Marcus Millo

 


Platz 2: Antje Neubauer

Loslassen ist eine Kunst. Seit zwölf Jahren arbeitet Antje Neubauer bei der Deutschen Bahn; seit 2017 leitet sie PR und Marketing des Konzerns. Bald nicht mehr. Auf eigenen Wunsch nimmt sie ab Sommer eine Auszeit von unbestimmter Länge. Hört sich wie ein normales Sabbatical einer Führungskraft an: Ist das wirklich ein Gewinnerthema? Es ist – denn wie selbstbestimmt, reflektiert und authentisch solch ein Karriereschritt in die nur vermeintlich falsche Richtung ablaufen kann, bewies Antje Neubauer im Februar in einem bemerkenswert offenen Interview bei Zeit Online.
 


Platz 3: Das Römisch-Germanische Museum Köln

Geschichten, die das Leben Internet schreibt. Ein Kölner Junge, Oskar, gerade sechs Jahre alt, findet beim Buddeln im Garten eine glänzende, anscheinend sehr alte Scherbe. Große Aufregung, große Kinderaugen! Vielleicht ein Überbleibsel aus der Römerzeit? Vielleicht eine Spur zu einem antiken Schatz? Vielleicht ein spannendes Geheimnis? Gemeinsam mit seinem Vater schreibt Oskar einen Brief ans Römisch-Germanische Museum und bittet um Hilfe.

Als Museum kann man solch ein Schreiben belächeln und weglegen. Man kann das Kind allerdings auch ernst nehmen, die Scherbe analysieren und sich die kleine Mühe machen, eine Antwort an den Jungen zu schreiben. Nein, einen Römerschatz hat Oskar leider nicht gefunden, erklären ihm die Museumsmitarbeiter freundlich. Aber das Bruchstück eines Rohrs aus Ton, bestimmt über 100 Jahre alt, aus dem 19. Jahrhundert. Damals gab es noch nicht einmal den Begriff „Public Relations“, das Wort „Miteinander“ dagegen schon.

 

(c) Getty Images/start08

 


Platz 4: Angela Merkel

Loslassen ist eine Kunst, Beispiel zwei. Schon im Januar hatte sie es angekündigt, im Februar machte die Noch-Bundeskanzlerin und Ex-CDU-Chefin dann ernst mit „Digital Detox“: Sie schloss ihre Facebook-Fanpage. Aus, Schluss, vorbei, „liebe Facebook-Gemeinde“. Ausgerechnet am 15. Geburtstag des Social Networks.

Wie viele der rund 2,5 Millionen Menschen, die Merkel auf Facebook folgten, nach Löschung der Seite orientierungslos durchs Netz stolperten, ist nicht bekannt. Eine Flüchtlingswelle scheinen Seiten wie „Angela Merkel Fanclub“ (285 Mitglieder) oder „Frau Dr. Angela Merkel FanCLUB“ (117 Mitglieder) jedenfalls nicht gerade verzeichnet zu haben. Außerdem legt sich Merkel – sehr überraschend – nicht ganz eindeutig fest in Sachen Social-Media-Diät: Ihren Bundeskanzlerinnen-Instagram-Account hat sie behalten.
 


Platz 5: Greta Thunberg

“Sie haben Feinde? Gut. Das bedeutet, dass Sie für etwas eingestanden sind, irgendwann in ihrem Leben.” Winston Churchill, natürlich.

„Feinde“ ist vielleicht ein zu starkes Wort für all jene, die sich von der 16-Jährigen schwedischen Klimaaktivisten Greta Thunberg genervt fühlen – aber auch nur vielleicht. Gegner, Angreifer, Kritiker, Kontrahenten sind es in jedem Fall, und es sind viele. Eine bemerkenswert große Anzahl an Politikern und Journalisten fühlte die dringende Notwendigkeit, sich an der Jugendlichen Greta abzuarbeiten. Ahnungslos! Renitent! Unverschämt! Jung! Und dann auch noch bei solch einem Thema wie dem Klimawandel, das haben die Alten und Etablierten doch absolut im Griff. Lern erstmal was, Mädchen!

Greta Thunberg ist dennoch eine Gewinnerin, denn neben all diesen „Feinden“ hat sie eine Menge Freunde und Anerkennung gewonnen und dazu beigetragen, viele Tausend Jugendliche aus ihrer gefühlten Klima-Ohnmacht zu wecken. Das muss man erstmal schaffen.
 


Auf der Shortlist

 


Sonderpreis:

 


Rückblick:

 

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Viktor Hertz entwirft ehrliche Firmenlogos./ ehrliches Logo: (c) Instagram/ David Hertz
So sehen ehrliche Logos aus. Foto: Instagram/ David Hertz
Meldung

Wenn Logos von Firmen ehrlich wären

Wie würden Firmenlogos aussehen, wenn sie zum jeweiligen Auftreten der Unternehmen passten? Viktor Hertz beantwortet die Frage, indem er ehrliche Logos kreiert. »weiterlesen
 
Mit Multi Angle Streaming können Nutzer ein live gestreamtes Event aus verschiedenen Perspektiven betrachten. (c) Getty Images / Kuzmik_A
Foto: Getty Images / Kuzmik_A
Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Mit Multi-Angle-Streaming immer live dabei

Die Art und Weise, wie Menschen Inhalte konsumieren, verändert sich immer schneller. Das birgt auch Chancen für die Unternehmenskommunikation. Beispielsweise, wenn es um die Übertragung von Bewegtbild in Echtzeit geht. »weiterlesen
 
Das einzige Risiko bei einem Corporate-Influencer-Programm ist, dass es einschläft. / Klaus Eck: (c) raimund-verspohl-portraits.com
Klaus Eck betreut das Corporate-Influencer-Programm der LV1871. Foto: raimund-verspohl-portrais.com
Interview

„Corporate Influencer sind eine Riesenchance“

Wer Corporate Influencer sinnvoll einsetzt, kann sich die eigene Facebookseite sparen. Doch ihr Einsatz ist kein Selbstläufer, wie Klaus Eck erklärt. »weiterlesen
 
Juul-CEO Kevin Burns tut es leid, das Jugendliche sein Produkt nutzen. / E-Zigarette: (c) Getty Images / Sergey Nazarov
Juul verfolgt dieselben Strategien wie die Tabakindustrie. Foto: Getty Images / Sergey Nazarov
Meldung

Juul-CEO über abhängige Teenager: „I’m sorry“

Juul-CEO Kevin Burns entschuldigt sich bei Eltern, deren Kinder die E-Zigaretten des Unternehmens nutzen. Diese seien nicht für Teenager gedacht. »weiterlesen
 
Donald Trump veranstaltet einen Social-Media-Gipfel ohne soziale Medien./ Social-Media-Summit: (c) Twitter/@realDonaldTrump
Trump empfängt rechte Hetzer zum Social-Media-Gipfel. Foto: Twitter/@realDonaldTrump
Meldung

Trump lädt rechte Trolle zum Social-Media-Gipfel

Donald Trump empfängt rechte Trolle und Verschwörungstheoretiker zum Social-Media-Gipfel. Facebook, Twitter und Co. wurden nicht eingeladen.
 
Shoelace ist Googles neuer Versuch, ein erfolgreiches Social Network auzubauen. / Google: (c) Google
Nach Google Plus startet der Konzern Shoelace. Bild: Google
Meldung

Google launcht neues Social Network

Nach dem Scheitern von Google Plus, startet der Suchmaschinenriese einen neuen Anlauf. Google launcht das soziale Netzwerk Shoelace (Schnürsenkel).