Er bezeichnet sich selbst als "charismatischen Geschäftsführer": David Schirrmacher. / David Schirrmacher: (c) Von Floerke
Er bezeichnet sich selbst als "charismatischen Geschäftsführer": David Schirrmacher. / David Schirrmacher: (c) Von Floerke
Selbstbewusste Pleite

Die "charismatische" Insolvenz von Von Floerke

Von Floerke ist pleite. Das verkündete der "charismatische Geschäftsführer" David Schirrmacher auf Facebook.
Toni Spangenberg

Ein "charismatischer Geschäftsführer" verkündet die Insolvenz seines Unternehmens auf charismatische Art und Weise. Das Mode-Startup Von Floerke ist pleite. Gründer und Geschäftsführer David Schirrmacher schreibt dazu auf Facebook "Some wars you win by not going to battle." Damit bezieht er sich wohl auf die Investoren, die nun leer ausgehen sollen und deutet die Insolvenz als Sieg. In einem Kommentar seines zweiten Facebook-Profils "Der Rührer" kündigte er bereits an, seine Gläubiger würden bei einer Insolvenz "absolut nichts bekommen". Er selbst werde aber auch künftig "Porsche fahren und die Zunge rausstrecken."

Auch die angehängte Pressemitteilung zeugt von großem Selbstbewusstsein. Darin beschreibt sich Schirrmacher als "charismatischen Geschäftsführer". Die Mitteilung unterschreibt er selbst und verweist in seiner Funktionsbezeichnung auf sein Zweit-Profil bei Facebook. Denn der Gründer nennt sich "Geschäftsrührer".

Schuld an der Insolvenz seien einige der Investoren. So hätten mehr als 90 Prozent dem Sanierungsplan zugestimmt. Die übrigen lehnten dies allerdings ab und entschieden sich laut Pressemitteilung in Teilen zur Klage. In einer Mail an seine Gläubiger drohte Schirrmacher mit dem vollständigen Verlust ihrer Forderungen, sollten sie dem Plan zur Sanierung nicht zustimmen.

Schirrmacher seinerseits habe alles versucht, das Unternehmen zu retten "und alle damit verbundenen Arbeitsplätze zu retten". Er bedankt sich bei allen Fans und Kunden sowie den Mitarbeitern, "die bis zum Schluss tapfer mitgekämpft haben". 

Von Floerke wurde 2015 durch die Gründer-Show "Die Höhle der Löwen" bekannt. Nach anfänglichem Erfolg rutschte das Start-Up in die roten Zahlen. Mit dem Verkauf von Alkohol zu Tiefstpreisen wollte sich die Firma eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen. Doch nicht jeder Kunde bekam seine Ware. Viele beschwerten sich über ausbleibende Lieferungen. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelte daraufhin wegen Betrugsverdacht gegen Gründer David Schirrmacher. 

 

 
 


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