Ryan Holidays berüchtigte Abrechnung mit dem amerikanischen Mediensystem gibt es nun auf Deutsch (c) Thinkstock/Samiylenko
Ryan Holidays berüchtigte Abrechnung mit dem amerikanischen Mediensystem gibt es nun auf Deutsch (c) Thinkstock/Samiylenko

Die Abgründe der Blogger-Welt

„Trust me, I’m lying“, verspricht Ryan Holiday provokant im Originaltitel seiner Abrechnung mit dem Mediensystem. Mit dem bedeutend uncooleren Titel „Operation Shitstorm“ wurde diese scharfzüngige Suada auf skrupellose Blogger und die Abgründe des „Pageview-Journalismus“ nun auf den deutschen Markt gebracht.

Ryan Holiday, selbsternannter Medienmanipulator, ist Marketing Director der Modekette „American Apparel“ und offenbart im ersten Teil, wie er recherchefaule Blogger vor seinen Karren spannte; mit gefälschten E-Mails  „Insider-Informationen“ streute und so Kampagnen erfolgreich ankurbelte. Das war seine Art der PR.

Traffic, traffic, traffic

Dann listet der 26-Jährige haarsträubende Fälle auf, die zeigen: Was online beginnt, endet offline. Anfänglich positives Medienecho wird plötzlich hochstilisierter Skandal. Denn Blogger vermeiden Stille. Und als Quelle reicht ein Link oder die Angabe „laut eines Tippgebers“. Trauriges Fazit: Praktischer Nutzen einer Nachricht ist ein „traffic killer“.

Holiday weiß, das „Medienmonster“ wird weiter gefüttert. Blogs können milliardenschwer werden: Die „Huffington Post“ beispielsweise ging für 315 Millionen Dollar an AOL. Dennoch hofft der geläuterte Marketingstratege, dass sein Geständnis dazu bewegt, zu hinterfragen. Und das tut es!

Marketingstratege Holiday zeichnet ein ambivalentes Bild von Bloggern. Absolut unterbezahlt und unter enormem Zeitdruck sind sie von Klickzahlen abhängig – und zu allem bereit. (Sollte man griffbereit haben)

Ryan Holiday: Operation Shitstorm. Plassen. 19,90 Euro.

 
 

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