Die 10 größten Fehler in Unternehmens-Blogs (c) Getty Images/iStockphoto/lculig
Die 10 größten Fehler in Unternehmens-Blogs (c) Getty Images/iStockphoto/lculig

Die 10 größten Fehler in Unternehmens-Blogs

Langeweile, Werbung, Lobeshymnen – das und mehr finden Leser in Unternehmens-Blogs. Und es nervt sie laut einer Untersuchung von PR-COM zu Tode. Die meisten Unternehmen in Deutschland schaffen es nicht, Blogs so aufzusetzen, dass sie auf die Interessen ihrer Adressaten ausgerichtet sind.
Hilkka Zebothsen

Blogs sind wichtiger Bestandteil von Social-Media-Aktivitäten von Firmen. Schließlich können sie hier im Idealfall informieren und den direkten Kundendialog suchen. Doch laut der Untersuchung sind sie weiterhin ein Stiefkind der Kommunikation. Und gerade im B2B-Bereich verzichten Unternehmen gleich ganz auf einen Blog.

 

Die zehn häufigsten Fehler der Unternehmen:

1. Der Missbrauch als Werbeplattform: Für Leser besteht so wenig Anreiz, einen Blog ein zweites Mal zu besuchen. Es gilt: Je häufiger der eigene Firmenname in den Headlines von Beiträgen auftaucht, desto schwächer ist die gut gemeinte Wirkung.

2. Die Unsichtbarkeit: Ein Blog, den die Leser nicht finden, ist wertlos. Viele Unternehmens-Blogs sind in der Website gut versteckt und nur für den auffindbar, der die betreffende Adresse schon kennt. Dabei sollte der Blog direkt auf der Homepage anklickbar sein.

3. Resteverwertung: Zahlreiche Blogs leben von der Zweitverwertung und Texten, die bereits anderweitig publiziert wurden – und ohne, dass sie in Inhalt und Stil einem Blog angepasst werden. Wenn schon das Unternehmen ihn nicht wichtig nimmt – warum sollten es dann die Leser tun?

4. Falscher Stil: Alle Textsorten haben ihren eigenen Stil, die Profis auch entsprechend nutzen. Blog-Beiträge sollten immer auch eine persönliche Färbung haben.

5. Egozentrierte Nabelschau: Blogs, die sich nur um das eigene Unternehmen, seine Produkte, Events und Awards drehen, sind für externe Leser wenig interessant. Lobhudeleien gleich welcher Art will erst recht niemand lesen. So leidet die Glaubwürdigkeit.

6. Belanglose Themenauswahl: Viele Unternehmens-Blogs sind in ihrer Themenwahl entweder zu eng – sie fokussieren sich ausschließlich auf die eigenen Angebote – oder zu beliebig und wahllos. Ein guter Firmen-Blog lässt über den Tellerrand hinaus blicken: Es befasst sich mit dem eigenen Unternehmen ebenso wie mit dem Markt und Umfeld bis hin zu relevanten gesellschaftlichen oder politischen Entwicklungen.

7. Funkstille: Kein Leser will beim Blog-Besuch nur ältere Artikel finden. Kein Unternehmen kann eine Community aufbauen, wenn sie nicht regelmäßig bloggt.

8. Link-Losigkeit: Die wenigsten Blogs verlinken auf andere  - dabei erhöht gegenseitige Verlinkung die Sichtbarkeit im Web und ist Voraussetzung für ein gutes Suchmaschinen-Ranking.

9. Praktikanten-Blogs: Immer wieder sind Unternehmens-Blogs eine Spielwiese für Praktikanten und Auszubildende. Die betreffenden Beiträge haben dann auch oft den Charakter von Schulaufsätzen in der Art von "Mein erster Tag im Archiv". Blogs sind ein Bestandteil der Unternehmenskommunikation, sie sollten entsprechend ernst genommen und von Profis erstellt werden.

10. Bleiwüsten: Ellenlange Texte ohne Optik machen im Blog keinen Sinn: Hier müssen die Beiträge kurz, prägnant und auch optisch ansprechend sein.

"Die Möglichkeiten, die Blogs für die Unternehmens-Kommunikation bieten, nehmen nur die wenigsten wahr", sagt PR-COM-Geschäftsführer Alain Blaes. „Wir haben Unternehmens-Blogs gesehen, die versuchen, auf plumpe Art Werbung zu betreiben, und sehr viele, die einfach sterbenslangweilig sind. Die meisten Unternehmen schaffen es nicht, die Sicht des Lesers einzunehmen und den Inhalt und dessen Aufbereitung strikt an seinen Interessen auszurichten. Das ist letztlich der Grundfehler bei den meisten Unternehmens-Blogs."

 

Zur Untersuchung

Eine von PR-COM durchgeführte Studie hatte im Juni gezeigt, dass von hundert führenden deutschen ITK-Unternehmen im B2B-Bereich nur 24 überhaupt einen regelmäßigen Blog in deutscher Sprache hatten. Das Whitepaper zur Studie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

 

 
 

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