Foto: I-Stock (c) Maciej Bledowski
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Die sprecherspitze

Der Sprecher als Bunker-Profi

Offene Kommunikatoren, die Journalisten in ihrer Arbeit unterstützen? So sollte das sein. Ist aber leider nicht überall so, wie wir gelernt haben.
Hilkka Zebothsen

Sie sind offen, proaktiv und vernetzt. Schnell, transparent, service- und lösungsorientiert. Alle Kommunikatoren. Alle? Nö. Unsere skurrilsten Begegnungen während einer Heft-Produktion:

Für eine Meldung braucht eine Kollegin ein aktuelles Foto vom Bürgermeister einer wirklich großen Stadt. Der Mann sieht seit bummelig zehn Jahren gleich aus, aber das Brillenmodell hat sich geändert. Download-Bereich auf der Webseite? Fehlanzeige. Das persönliche Büro? Nicht zuständig. Das Presse- und Informationsamt will delegieren (ans Landesarchiv!). Die Kollegin spricht plötzlich ungewohnt offensichtlich genervt, eine Mitarbeiterin hört sich endlich die Journalistenanfrage an, macht sich Notizen – um am Ende lieber doch um eine Mail zu bitten …

Bei einem bekannten Outdoor-Ausrüster findet man nirgends die Nummer der Pressestelle. Von der Telefonzentrale aus wird man dreimal weitergeleitet. Um das beim Nachhak-Anruf abzukürzen, bittet eine Kollegin um die Durchwahl. Doch die der KOMMUNIKATIONsabteilung gibt das Unternehmen lieber nicht raus …

Und bei der Recherche zur Achtsamkeit im Management wollte sich eine andere Kollegin für eine Tagung akkreditieren. Telefonnummer? Online nicht auffindbar. Reaktion auf eine Mail? Tagelanges Schweigen. Erst als sie Kontakt zu einem der Referenten aufnimmt und der beim Veranstalter nachhakt, schickt die Zuständige einen lapidaren Kommentar: „Ich dachte, ich hätte Ihnen schon geantwortet, das scheint nicht der Fall zu sein.“ Äh, nein. Schön, wenn man so bei sich ist, achtsamkeitstechnisch. Nur nicht für uns.

 

 
 

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Kommentare

Werte Frau Zebothsen, haben Sie schon einmal in der Pressestelle eines Unternehmens gearbeitet? Zum Beispiel eines Unternehmens, das jeder Verbraucher kennt? Wissen Sie, was dort das Problem ist? Sie ERSAUFEN dort in Anfragen und oft in irrsinnigen pöbeleien. Die Abschottung ist reiner Selbstschutz. Verbrauchern ist es sch...egal, bei wem sie sich austoben können, die rufen den Pressechef eines Unternehmens auch abends um 22:00 Uhr auf dessen Handy an, um sich über irgendeinen angeblichen Mist zu beschweren. Das geht pausenlos so! Ich habe jahrelang sowohl in PR-Agenturen als dann auch in verschiedenen grßen Unternehmen in der PR gearbeitet. Wer in bestimmten Organisationen nicht in Deckung geht, hat verloren. Soviel zur Praxis.

Sehr geehrte/r Herr/Frau (?) Bertram, ja, ich habe jahrelang selbst in Pressestellen von Unternehmen gearbeitet und kann verstehen, wenn Kommunikatoren ihre Prioritäten setzen und sich und ihre Marke schützen gegen Hater, Trolle oder Kunden, deren Anfragen in anderen Abteilungen besser aufgehoben sind. Unsere Beispiele sind natürlich nicht repräsentativ, aber uns wunderte schon, dass die genannten sich offenbar auch gegenüber Medienanfragen abschotteten, schließlich handelte es sich um Unternehmen, die nicht grundsätzlich mit Gegenwind zu rechnen haben. Und wir kamen in Frieden. So viel zu unserer Praxis. Beste Grüße - Hilkka Zebothsen


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