Ein Team der Universität des Saarlandes zeigt Misstände in der mitarbeiterbezogen Berichterstattung auf (c) thinkstock/robuart
Ein Team der Universität des Saarlandes zeigt Misstände in der mitarbeiterbezogen Berichterstattung auf (c) thinkstock/robuart
Uni-Studie zu HC-Reporting

DAX30-Geschäftsberichte zu intransparent bei Mitarbeiterthemen

In den Geschäftsberichten der Dax30 spielen Mitarbeiter nur eine kleine Rolle, wie eine aktuelle Studie zeigt. Hier gibt es viel Nachholbedarf.
Nicolas Ebert

Bei den Dax30-Unternehmen gibt es noch einiges an Nachholbedarf in Sachen Personalthemen. Vor allem fehlt es an ausreichender Transparenz, wie eine aktuelle Studie der Universität des Saarlandes nahelegt, die die im Dax gelisteten Unternehmen auf Basis von Daten aus 2013 in ein Ranking einstuft.

„Bei dieser Bewertung geht es nicht um die Qualität der Personalarbeit, sondern um die Qualität der mitarbeiterbezogenen Berichterstattung“, erläutert der Leiter der Studie Universitätsprofessor Christian Scholz. Evaluiert wurde in den Kategorien Geschäftsbericht, Zusatzbericht und Breitenindex. Dabei wurde den jeweiligen Reporting-Bereichen wie zum Beispiel Personalkosten, -struktur oder -ertrag eine Punktzahl zugeordnet und diese gegen die jeweils zu erreichende Punktzahl gestellt. Auf die Weise wurde eine Erfüllungsquote ermittelt.

Zu wenig Transparenz

Im Gesamtranking für das Jahr 2013 hat die Deutsche Telekom mit einer Erfüllungsquote von 36 Prozent am besten abgeschnitten. Auf Platz Zwei liegt die Deutsche Bank mit nur zwei Prozent weniger als der Telekommunikationsanbieter. Die Deutsche Post ist mit 32 Prozent ebenfalls unter den Top Drei vertreten. Führt man sich die Ergebnisse der Jahre 2009 und 2011 vor Augen, können alle drei Unternehmen eine durchweg positive Entwicklung verzeichnen.

Das Schlusslicht der 30-DAX-Unternehmen bildet mit einer Erfüllungsquote von lediglich sechs Prozent Beiersdorf. Den vorletzten Platz im Gesamtranking teilen sich der Gesundheitskonzern Fresenius (zehn Prozent) und der Technologiekonzern Siemens (zehn Prozent). Im Gegensatz zu Beiersdorf und Siemens schaffte es Fresenius, sein Human Capital Reporting über fünf Jahre hinweg marginal zu verbessern.

Aus den Ergebnissen der Studie lässt sich laut den Studienverfassern ein klarer Handlungsbedarf ableiten. Insgesamt kann man nicht wirklich von einem Gewinner sprechen, zumal auch die Erfüllungsquoten der im Gesamtranking besser positionierten Unternehmen noch viel Potenzial nach oben bieten. Alle DAX30-Unternehmen sind aus Sicht der Studienautoren somit aufgerufen, ihre Personalberichterstattung zu optimieren.

Zur Studie

Von 2009 bis 2013 wurden insgesamt 35.701 Seiten Geschäftsberichte und 11.945 Seiten Zusatzberichte der im DAX30 gelisteten Unternehmen vom Uni-Team ausgewertet. Bei der Untersuchung diente der HCR10 als Maßstab. 2010 wurde dieser zum Standard des Human Capital Reporting erklärt und gibt gewisse „Pflicht- und Kann-Kennzahlen“ vor, an denen sich die 30 Börsenunternehmen orientieren können.

 
 


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