Die Konzernzentrale von BMW. (c) BMW Group/Stadlerphoto.com
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Umfrage unter Wirtschaftsjournalist:innen

Dax-Pressearbeit: Automobilbranche vorn

In einer Umfrage loben Wirtschaftsjournalist:innen die Pressearbeit von BMW, Daimler und Volkswagen. Zugleich bemängeln sie Corona-bedingte Kommunikationsprobleme.
Aus der Redaktion

BMW leistet die beste Pressearbeit aller Dax-Gesellschaften. So lautet das Ergebnis einer Umfrage unter 165 Wirtschaftsjournalist:innen, die das Wirtschaftsforschungsinstitut Dr. Doeblin im Juli durchgeführt hat und die nun veröffentlicht wurde.

Demnach loben die Medienvertreter:innen die gute Erreichbarkeit der BMW-Pressestelle, die „schnellen Antworten auf kompliziertere Fragen“ und die „persönlichen und nicht ständig wechselnden Ansprechpartner“. Die Kommunikator:innen seien „offen für Trendthemen und auch mal um die Ecke denkend“, sie lieferten „informative Texte, auch mit Zitaten“ und „oft nützliche Hintergrundinfos“. (Lesen Sie hier mehr über das Corporate Media House von BMW.)

Mit Daimler (Platz 2) und VW (3) befinden sich – untereinander praktisch gleichauf – zwei weitere Autohersteller in der Spitzengruppe. VW hat seit dem Jahr 2016, als der Konzern infolge des Diesel-Skandals nur Rang 14 belegte, stetig aufgeholt. So wird die VW-Pressestelle für die „offene Kommunikation“, die „vielen guten Hintergrundgespräche, auch zu unangenehmen Themen“ gelobt. Zudem seien die PR-Verantwortlichen „sehr professionell, wenn es um Pressetermine geht“. Daimler erfährt Anerkennung für die schnelle und umfassende Reaktion sowie unter anderem den „starken Newsdesk für verschiedene Medienzweige“.

Nach dem Spitzentrio aus der Automobilbranche folgen die Allianz, die Deutsche Telekom, Continental, SAP und Siemens in der Rangliste.

BMW leistet aus Sicht von Wirtschaftsjournalist:innen erneut die beste Pressearbeit. (c) Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftsforschung/Quadriga Media

BMW leistet aus Sicht von Wirtschaftsjournalist:innen erneut die beste Pressearbeit. Kliicken Sie auf die Grafik, um sie zu vergrößern. (c) Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftsforschung/Quadriga Media

Kein Verständnis für Corona-Ausfälle

Wenig Verständnis hatten die Befragten für Corona-bedingte Verzögerungen in der Unternehmenskommunikation. So wurde über die „wesentlich längere Bearbeitung von Anfragen“ geklagt und das „ewig lange Wischi-Waschi-Geschwätz“ zu den konkreten Corona-Folgen für das angefragte Unternehmen. Eine Antwort auf die Frage, worüber sich die Journalist:innen am Verhalten von Pressestellen in den letzten sieben Tagen besonders geärgert hätten, lautete: „Ein Medizintechnik-Unternehmen bat mich um Verständnis, dass ‚Corona-bedingt‘ zur Beantwortung meiner Fragen derzeit kein Ansprechpartner zur Verfügung stünde. Das ist für mich gerade in Krisenzeiten ein Armutszeugnis.“

 

 
 


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