Je mehr Entscheidungsbefugnisse der PR eingeräumt werden, desto größer sind Zufriedenheit und Leistung der PR-Manager. (c) Thinkstock/Jakub Jirsak
Je mehr Entscheidungsbefugnisse der PR eingeräumt werden, desto größer sind Zufriedenheit und Leistung der PR-Manager. (c) Thinkstock/Jakub Jirsak
Berufsfeldstudie

Das größte Problem der PR heißt Führung

Mehr als 40 Prozent der PR-Manager wollen ihren Arbeitgeber wechseln – vor allem aus Unzufriedenheit mit ihren Führungskräften und mit der Zusammenarbeit in ihrer PR-Einheit. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die am Freitag auf dem Kommunikationskongress in Berlin vorgestellt wurde.
Carolin Sachse-Henninger

Führung auf Augenhöhe und kollaborative Zusammenarbeit sind die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche PR-Abteilung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts für Berufsfeldforschung der Quadriga Hochschule Berlin, die 2.043 Kommunikatoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt hat.

Hapert es bei diesen beiden Kriterien, streben PR-Manager häufig einen Jobwechsel an. So gaben 41 Prozent der Befragten an, ihren Arbeitgeber wechseln zu wollen, weil sie mit ihren Führungskräften und der Zusammenarbeit unter den Kollegen unzufrieden seien.

Gleichzeitig möchten die meisten PR-Manager ihrem Berufsfeld treu bleiben und schätzen Anspruch und Vielfalt ihrer Aufgaben insgesamt positiv ein. Je mehr Kompetenzen ihnen dabei eingeräumt werden, desto effizienter sind sie. Auch Leistung und die Zufriedenheit der PR-Manager steigen, wenn sie strategisch an der Organisationspolitik mitwirken können.

Zweifel an der eigenen Effizienz

Die gute Nachricht: PR-Abteilungen sind bereits meist zentral unterhalb der Organisationsleitung angesiedelt. Es dominieren die Modelle, in denen die PR als Abteilung Entscheidungen eigenständig treffen kann oder als Stab meist direkten Zugang zur obersten Organisationsleitung besitzt. Die schlechte Nachricht: PR-Abteilungen werden noch immer kaum in die strategische Planung einbezogen. Laut Studie beklagen das zunehmend viele Kommunikatoren, die deshalb mehr Mitsprache und eine Anerkennung von PR als Führungsfunktion fordern.

Dass sich hier etwas tun muss, zeigt eine weitere Zahl deutlich: 70 Prozent der Befragten gaben an, Zweifel an der Effizienz ihrer PR-Einheit zu haben. Rund 50 Prozent stellten unnötige Doppelarbeiten fest und in über der Hälfte der Fälle könne nicht schnell genug gehandelt werden. Da helfen im Übrigen auch keine digitalen Kommunikations-, Kollaborations- oder Managementtools, wie die Autoren der Studie betonen: Im Vergleich zur Qualität guter Führung wirkten sich diese nur gering auf Leistung, Performance und Zufriedenheit aus.

Über die Studie

Die Berufsfeldstudie „Führung und Organisation in der PR. Was macht erfolgreiche PR aus?“ wurde vom Institut für Berufsfeldforschung der Quadriga Hochschule Berlin im Sommer 2017 durchgeführt und untersucht die Erfolgskriterien von PR- und Kommunikationseinheiten. Sie basiert auf einer Online-Befragung von 2.043 PR-Managern aus Unternehmen, Institutionen, Vereinen, Verbänden sowie PR-Dienstleistern und Agenturen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die ausführliche Studie steht hier zum Download zur Verfügung.

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Lesen Sie mehr Berichte und Interviews vom Kommunikationskongress 2017 in unserem Dossier (hier klicken).

 

 

 
 

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