Benjamin Schütz, Pressesprecher von RWE, ist neu in der DPOK-Jury./ Foto: (c) Benjamin Schütz
Benjamin Schütz, Pressesprecher von RWE, ist neu in der DPOK-Jury./ Foto: (c) Benjamin Schütz
Neu-Juror Benjamin Schütz

„Das Beste am DPOK sind die Pitches“

Benjamin Schütz sitzt nach zwei Siegen beim DPOK dieses Jahr das erste Mal selbst in der Jury. Mit pressesprecher sprach er über den Seitenwechsel.
Toni Spangenberg

Er stand selbst zweimal auf der Bühne, überzeugte mit seinen Kampagnen und sicherte sich so zwei Deutsche Preise für Onlinekommunikation: Benjamin Schütz, Pressesprecher von RWE und verantwortlich für Social Media. In diesem Jahr sitzt er erstmals in der Jury des DPOK. Wie es zu diesem Seitenwechsel kam und was er sich von seiner Jury-Arbeit verspricht, verrät er im Interview mit pressesprecher.

 

Wie kam es dazu, dass Sie jetzt DPOK-Juror sind?

Benjamin Schütz: Das ergab sich im vergangenen Jahr nach Gesprächen mit mehreren Jury-Mitgliedern bei der DPOK-Preisverleihung, bei der ich selbst mit einem Projekt gewonnen habe. Daraus entstand der Kontakt. Zudem gab es wohl den Wunsch, noch weitere Unternehmensvertreter:innen aus der Wirtschaft in die Jury zu holen. Ich freue mich auf jeden Fall sehr darauf, in der Jury mitzuarbeiten.

Für welches Projekt haben Sie selbst einen Preis vergangenes Jahr gewonnen?

Das war in der Kategorie Online-Geschäftsbericht – damals noch für Covestro. Wir haben den Geschäftsbericht in unser digitales Storytelling integriert und das Potenzial eines solchen Berichts zum Vorschein gebracht. 2011, zur ersten Ausgabe von DPOK, war ich auch schon mal dabei und habe mit einem Kollegen den Preis für die beste Social-Media-Kampagne gewonnen. Den DPOK kenne ich bislang also von der Teilnehmerseite.

DPOK 2020

Inwieweit hat sich der DPOK in diesem Zeitraum verändert?

Auf jeden Fall ist die die Preisverleihung unterhaltsamer geworden (lacht). Nun etwas ernsthafter zum Preis: Ein wirklich herausragendes Merkmal ist auch weiterhin die persönliche Vorstellung der Ideen vor der Jury. Das war und ist ein tolles Asset vom DPOK. Ich finde zudem, dass die Jury diverser zusammengestellt ist.

Sie haben die Juror:innen damals gefragt, was jemanden für die Arbeit in der Jury qualifiziert. Was haben sie geantwortet?

Wenn ich es zusammenfassen würde: Expertise, Erfahrung, Begeisterung für Online-Kommunikation und für den DPOK selbst. Die Pitches werden zudem sehr geschätzt. Sie bieten eine gute Möglichkeit, die Projekte vorzustellen. Es geht immer um überzeugende Ideen und nicht darum, wer das größte Budget investiert hat. Das habe ich bislang auf Teilnehmerseite kennengelernt und freue mich, meine Erfahrung aus verschiedenen Konzernen jetzt als Juror einzubringen.

Inwiefern hilft Ihnen Ihr aktueller Job als Pressesprecher bei RWE bei der Arbeit als Juror?

Mir helfen die Erfahrungen aus den verschiedenen Konzernen, in denen ich tätig war. Bei Covestro beispielsweise haben wir die digitale Kommunikation sehr stark getrieben. Das, was digital gemacht werden konnte, wurde auch digital gemacht. Sei es in der Medienarbeit, die sehr visuell geprägt war, sei es die Messbarkeit von Kommunikationsmaßnahmen, digitale Krisensimulationen oder die Vorstands-Positionierung. Es ist eine große Aufgabe von Kommunikator:innen, die richtigen Möglichkeiten auszuwählen und voranzutreiben.

Glauben Sie, es wird schwierig, in den jeweiligen Kategorien eine:n Sieger:in zu küren? Die Kampagnen sind sicherlich alle ziemlich gut.

Wer es auf die Shortlist schafft, hat schon ein herausragendes Projekt eingereicht und einen tollen Erfolg erreicht. Es wird sicherlich in einigen Fällen klare Gewinner:innen geben. In den anderen Fällen freue ich mich auf die fachlichen Diskussionen im Juryteam.

Auf was an der Juryarbeit freuen Sie sich am meisten?

Ganz klar die Pitches. Das Besondere am DPOK ist, dass man die Chance hat, die Leute face-to-face zu treffen. Das gibt die Möglichkeiten für Nachfragen und eine kurze Diskussion.

Was für eine Kampagne könnte Sie als Juror überzeugen?

Was rüberkommen muss, ist die Besonderheit der Idee, das Projekt muss ein klares Ziel verfolgen und mit messbaren Ergebnissen darauf einzahlen. Ich hoffe auch auf einige überraschende Kampagnen.

Was glauben Sie, wird dieses Jahr Trend-Thema beim DPOK?

Mal sehen, ob es das eine Trend-Thema gibt. Die Online-Welt verändert sich pausenlos. Das ist immer eine Herausforderung für Content-Marketing und Storytelling. Die Agilität mitzubringen, beides immer weiterzuentwickeln, bleibt ein bestimmendes Thema. Ich erwarte zudem neue Ideen für den Einsatz von KI und wie man Daten intelligenter in der Kommunikation nutzen kann.

Planen Sie, sich vielleicht im kommenden Jahr, diesmal mit RWE, wieder für einen DPOK zu bewerben?

Meine Erfahrungen werde ich hier ins Team sicherlich einbringen. Wenn ein Projekt herausragt, warum nicht? Denn warum gibt es solche Preise eigentlich? Es ist eine Möglichkeit, sich innerhalb der Kommunikationsbranche zu messen und kann eine Motivation sein, seine eigene Leistung zu hinterfragen.

Welche Tipps würden Sie Bewerber:innen mit auf den Weg geben?

Wie mache ich es der Jury leicht, unser Projekt, die Idee und den Erfolg zu verstehen? Da helfen zum Beispiel Bilder oder kurze Videos. Beim Pitch selbst sollte man sich gut überlegen, wie man die kurze Zeit nutzen kann. Wie bringen wir das Konzept und den Erfolg unseres Projekts und die eigene Begeisterung in möglichst kurzer Zeit rüber?

 

 
 


randbemerkung

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