Nachholbedarf herrscht besonders im Bereich Corporate Social Responsibility (c) Getty Images / enrouteksm
Nachholbedarf herrscht besonders im Bereich Corporate Social Responsibility (c) Getty Images / enrouteksm
Net-Federation-Studie

Corporate Benchmark: Bayer siegt, CSR ein Problem

Die Anforderungen an die digitale Unternehmenskommunikation steigen. Sind deutsche Konzerne dafür gewappnet? Eine aktuelle Studie zeigt: Bei vielen herrscht Nachholbedarf – besonders im Bereich Corporate Social Responsibility.
Aus der Redaktion

Ob Klimadebatte, Flüchtlingskrise oder Rassismus: Nie zuvor wurde im öffentlichen Raum mehr über die Werte unserer Gesellschaft diskutiert wie heute – der Digitalisierung sei Dank. Dadurch ergeben sich völlig neue Anforderungen für alle Bereiche in Unternehmen. Sie müssen sich glaubwürdig und transparent zu gesellschaftspolitischen Themen äußern und gleichzeitig einen Orientierungsrahmen für Mitarbeiter, Kunden und Partner schaffen. Halten große Konzerne hiermit noch Schritt? Dieser Frage ging der aktuelle Corporate Benchmark von Net Federation nach.

Dafür verglich die Unternehmensberatung die Corporate Websites der 75 größten deutschen Unternehmen mit Konzernstruktur in Bezug auf Inhalte, Möglichkeiten zur Interaktion und technische Services. In das Ranking flossen neben dem allgemeinen Unternehmensbereich die Fachbereiche Human Resources, Media Relations und Corporate Social Responsibility ein.

Das Ergebnis: Den ersten Platz des Rankings belegt – wie bereits im Vorjahr – der Bayer-Konzern, gefolgt von der Deutschen Telekom und BASF. Punkten konnte der Spitzenreiter besonders inhaltlich: Bayer bilde seine Werte übersichtlich und prägnant auf der Unternehmenswebseite ab, äußere sich im Karrierebereich unter anderem umfassend zu den Themen Diversity und Frauenquote.

Inhaltliche Lücken bei vielen Unternehmen

Bei vielen Unternehmen gibt es jedoch Nachholbedarf, wie Christian Berens, Geschäftsführer von Net Federation, anmerkt. „Wir stellen immer wieder fest, dass die digitale Unternehmenskommunikation vieler Konzerne keine einheitliche Strategie erkennen lässt. Die einzelnen Fachbereiche sind häufig so unterschiedlich aufgebaut, dass Nutzer es schwer haben, sich zu orientieren und die gesuchten Inhalte zu finden“, so Berens.

Gerade der Nachhaltigkeitsbereich habe einen starken Aufholbedarf. Gesellschaftspolitische Themen wie Klimaschutz oder die Flüchtlingskrise seien entweder gut versteckt oder würden schlicht nicht kommuniziert. Darin liege ein hohes Reputationsrisiko für die Konzerne.

Die Lösung laut Berens: Integrierte Kommunikationsmodelle, die einzelne Fachbereiche, Community Management und den technischen Bereich miteinander verbinden. Der Erstplatzierte Bayer mache hier am meisten richtig: Die einzelnen Kommunikationsabteilungen seien nach außen sichtbar aufeinander abgestimmt und böten den Zielgruppen fachbereichsübergreifend die umfassendsten Informationen auf einem technisch aktuellen Stand.

(c) Quadriga Media Berlin

Über die Studie

Der Corporate Benchmark von Net Federation ist eine fest etablierte jährliche Studie zum Status quo digitaler Unternehmenskommunikation. Für den aktuellen Corporate Benchmark hat das Team die Webseiten von 75 ausgewählten großen Unternehmen mit Konzernstruktur analysiert und hinsichtlich 575 unterschiedlich gewichteter Kriterien untersucht. Die Kriterien sind den drei Kategorien „Inhalt & Design“, „Dialog & Interaktion“ sowie „Technik & Service“ zugeordnet.

Der Benchmark besteht aus vier Teilbereichen: der Startseite sowie den Bereichen Corporate Social Responsibility, Human Resources und Media Relations. Die Ergebnisse der Startseiten-Analyse und der Einzel-Benchmarks bilden den Gesamteindruck der Corporate Website, der sich in den Ergebnissen des Corporate Benchmarks 2019 widerspiegelt. Die gesamte Studie gibt es hier.

 

 
 


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Erstmals zählen mehr Frauen als Männer zu den einflussreichsten Kommunikator:innen der Welt. (c) Getty Images/belchonock
Foto: Getty Images/belchonock
Lesezeit 1 Min.
Studie

Top-100-PR-Profis: Erstmals 54 Prozent Frauen

Außerdem schaffen es acht deutschsprachige Kommunikationsprofis auf die Liste der 100 wichtigsten Kommunikator:innen der Welt. »weiterlesen
 
Wechselt nach rund 20 Jahren in Führungspositionen bei Hering Schuppener auf die Position der Chairwoman: Tina Mentner. (c) Hering Schuppener
Foto: Hering Schuppener
Lesezeit 3 Min.
Meldung

Mentner wird Chairwoman, Bertram Managing Partner

Christoph Bertram folgt Tina Mentner in der Geschäftsleitung. Er ist seit 2010 bei Hering Schuppener und verantwortet seit 2018 den Berliner Standort der Firma. »weiterlesen
 
Bei Bundesligaspielen war das App-Logo auf den Eckfahnen zu sehen. Zuschauer im Stadion waren keine. (c) picture alliance/dpa/Swen Pförtner
Foto: picture alliance/dpa/Swen Pförtner
Lesezeit 4 Min.
Meldung

Kleine Erfolgsgeschichte

Die Bundesregierung gab bisher 7,8 Millionen Euro für Werbung und PR rund um die Corona-Warn-App aus. Trotz 18 Millionen Downloads ist von der Anfangseuphorie wenig geblieben. »weiterlesen
 
Firmensitz von BMW in München. (c) www.stadlerphoto.com, BMW Group
Foto: www.stadlerphoto.com, BMW Group
Lesezeit 5 Min.
Meldung

Genug von schlechter Presse

Die BMW Group baut ein Corporate Media House auf. Die Münchener wollen damit ihre Position stärker über ihre eigenen digitalen Kanäle vermitteln. »weiterlesen
 
Recherchieren ist wie Puzzeln – am Ende passt vieles zusammen. (c) Getty Images/Elizaveta Elesina
Foto: Getty Images/Elizaveta Elesina
Lesezeit 3 Min.
Kolumne

Am Anfang aller guten Texte steht die Recherche

Unser Kolumnist hält ein Loblied auf die Recherche. Denn ohne sie könne ein Text selten gut werden. »weiterlesen
 
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. (c) BMG
Rund 12.500 Follower: Jens Spahn. (c) BMG
Lesezeit 2 Min.
Meldung

Jens Spahn verdoppelt Follower-Zahl

Mit rund 21.000 Followern liegt Ex-Kanzler Gerhard Schröder bei den aktiven und ehemaligen Politiker:innen auf Linkedin an der Spitze. »weiterlesen