Das App-Symbol von Clubhouse. (c) Picture Alliance/Geisler-Fotopress/Christoph Hardt
Das App-Symbol von Clubhouse. (c) Picture Alliance/Geisler-Fotopress/Christoph Hardt
Nutzung auf niedrigem Niveau

Clubhouse-Hype schwächt sich ab

Einer Civey-Umfrage zufolge haben rund vier Prozent der Befragten Clubhouse schon einmal genutzt. Wer einmal auf der Plattform war, verliert schnell das Interesse.
Aus der Redaktion

Nach dem anfänglichen Hype steigt die Bekanntheit von Clubhouse nicht mehr an. 48 Prozent der Menschen in Deutschland haben von Clubhouse bisher gehört. Die Nutzerzahlen bleiben mit aktuell rund vier Prozent der Bevölkerung allerdings sehr gering. „Der Hype um die App hat sich abgekühlt. Selbst in der jungen Zielgruppe hat die App bisher keine große Reichweite erzielt”, sagt Janina Mütze, Gründerin und Geschäftsführerin des Marktforschungsanbieters Civey, der die Daten erhoben hat. 95 Prozent haben die App noch nie genutzt.

Die höchsten Nutzungszahlen erreicht Clubhouse bei den 18- bis 29-Jährigen. 7,5 Prozent der Befragten hätten die App in diesem Alter schon einmal genutzt. Rund 63 Prozent der Personen aus dieser Gruppe haben von Clubhouse zumindest schon einmal gehört. Mit zunehmenden Alter sinkt das Interesse. Bei den über 65-Jährigen gaben lediglich 1,6 Prozent an, Clubhouse schon einmal genutzt zu haben. Immerhin etwa 35 Prozent kennen die App auch in dieser Altersgruppe.

Nach der anfänglichen Euphorie scheint die Begeisterung abzukühlen, wenn man sich einmal durch die Räume bewegt hat. Rund 47 Prozent der Personen, die die App schon einmal genutzt haben, verwenden diese nur noch selten oder sogar nie mehr. Ein Viertel der Nutzerschaft ist wöchentlich auf Clubhouse vertreten, nur ein Zehntel ist mehrmals täglich dabei. „Die Heavy-Nutzer, die Clubhouse täglich nutzen, sind eindeutig in der Minderheit. Das deutet darauf hin, dass dieses Medium nur selektiv für geplante Talks mit einem Event-Charakter genutzt wird. Die tägliche Kommunikation findet aber offenbar weiterhin eher bei den Mitteilungsplattformen wie Twitter oder Facebook statt”, erläutert Prof. Tobias Kollmann von der Universität Duisburg-Essen. Er hat das Umfrageprojekt zusammen mit Civey durchgeführt.

40 Prozent der Clubhouse-Nutzerinnen und -Nutzer sind vorwiegend als Zuhörerin oder Zuhörer dabei und übernehmen keinen aktiven Part. Jeder Sechste hört zu und diskutiert mit. Rund acht Prozent sind nur auf Clubhouse, wenn sie selbst als Speaker teilnehmen.

Der Datenschutz spaltet die Clubhouse-Community. 44 Prozent stufen den Datenschutz bei Clubhouse als unwichtig ein, 42 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer hingegen halten ihn für wichtig. Dabei wird vor allem der Zugriff auf Kontakte und die unklare Datenverwendung als kritisch betrachtet.

Die Studie wurde von Civey im Auftrag von Prof. Tobias Kollmann (Universität Duisburg-Essen) durchgeführt. Dazu wurden sowohl über 5.000 Bundesbürger:innen als auch 500 Nutzer:innen von Clubhouse im Januar und Februar befragt. Die Befragung erfolgt in mehreren zeitlichen Abschnitten. Die hier vorgestellten Ergebnisse bilden die zweite Erhebungswelle ab. Die Studie wird fortgesetzt. 

 
 


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