Der Stahlkonzern Thyssenkrupp steckt tief in der Krise. Ein neuer Konzernsprecher soll es nun richten. (c) Getty Images / TBE
Der Stahlkonzern Thyssenkrupp steckt tief in der Krise. Ein neuer Konzernsprecher soll es nun richten. (c) Getty Images / TBE
Stahlkonzern in der Krise

Christoph Zemelka soll es für Thyssenkrupp richten

Erfolglose Investitionen, Dax-Abstieg und Führungswechsel – für Thyssenkrupp häufen sich die Negativschlagzeilen. Ein neuer Kommunikationschef soll Abhilfe schaffen.
Aus der Redaktion

Der Essener Industrie- und Stahlkonzern Thyssenkrupp bekommt einen neuen Kommunikationschef: Auf Alexander Wilke folgt Anfang 2020 Christoph Zemelka, wie Mitte der Woche bekannt wurde. Seinen vorherigen Arbeitgeber Bosch hatte Zemelka Ende 2018 nach 14 Jahren auf eigenen Wunsch verlassen.

Wenn man so will, hatte er dort auch alles erreicht, was es zu erreichen gab: Im Lauf seiner 14-jährigen Unternehmenszugehörigkeit trieb er die Digitalisierung der Bosch-Kommunikation maßgeblich an und führte den Konzern außerdem kommunikativ durch die Dieselkrise. Unter Zemelka wurde Bosch vielfach für seine Kommunikation ausgezeichnet. Erst im vergangenen Jahr belegte er im „Wirtschaftsjournalist“-Ranking der besten Unternehmenssprecher den ersten Platz.

Den besten Sprecher kann Thyssenkrupp derzeit definitiv gebrauchen. Das Unternehmen steckt seit bereits seit Längerem tief in der Krise: Milliardenschwere Fehlinvestitionen in Brasilien und den USA schwächten die Finanzkraft des Stahlkonzerns; eine geplante Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel wurde im Frühjahr von der EU untersagt. Im Mai gab der Konzern bekannt, 6.000 Stellen streichen zu wollen, allein zwei Drittel davon in Deutschland.

Ein massiver Prestigeverlust

Die Fehlschläge blieben nicht ohne Folgen: Im September stieg das Unternehmen wegen seines drastisch gesunkenen Aktienkurses nach 31 Jahren aus dem Dax ab. Thyssenkrupp zählt damit nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen Deutschlands – ein massiver Prestigeverlust.

Vor etwa zwei Wochen wurde nun auch noch bekannt, dass der Vorstandschef Guido Kerkhoff nach nur einem Jahr an der Spitze das Unternehmen bereits wieder verlässt. Kerkhoff war bei Investoren und der IG Metall zunehmend in die Kritik geraten. Man warf ihm fehlende Konsequenz und Erfolglosigkeit bei der Konzernsanierung vor.

Kerkhoffs Abgang kam für viele überraschend; schließlich hatte dieser eigentlich einen Vertrag bis 2023. Ein eher ungewöhnliches Vorgehen ist auch die Ernennung der Aufsichtsratschefin Martina Merz zur Übergangsvorsitzenden. An der Spitze der Thyssenkrupp-Kommunikation wird es in naher Zukunft wohl kaum langweilig werden.

 

 

 

 
 

Kommentare

Die einzige Moeglichkeit fuer TK ist alles zu verkaufen. Ohne Geld geht nichts. Die Aufzugssparte bringt zwar 16-18 MLD , aber die Schulden und andere Verpflichtungengen sind so gross wie noch nie.Das was bleibt in Stahl zu investieren ist laecherlich. Wenn aber alles verkauft wird ( natuerlich sehr billig ) bekommen Aktionaere 18 MLD plus 2 MLD ( oder nru 1 MLD ) fuer die anderen Bereiche. Das ergibt 20MLD ( 19 MLD ) geteilt durch 623 Mln Aktien , also 32/30,40 Eur pro Aktie. Die Frage ist nur , ob man den Kauefer findet der alle Schulden uebernimmt -. Ein Kuchen essen und behalten geht nicht. Die Maentalitaet des Vorstandes und der KruppStiftung verstehe ich nicht. Bei einer Krise sehen wir bald die Aktien fuer ca: 6 EUR ThyssenKrupp hat nie etwas erreicht , hat nie etwas kluges gemacht und meine Meinung nach glauben dass Die Zykliker bringen das Geld ist eine betrunkene Idee.Jetzt ist das letzte Moment sich mit der Konkurenz zu verstaendigen und die Sache erledigen. Mit diesem Geld kann man die Aktien vonn Otis oder Kone oder von anderen NORMALEN Firmen kaufen.


randbemerkung

Bitte achten Sie bei Ihren Beiträgen unsere Netiquette.

Das könnte Sie auch interessieren.

Nur wenn Unternehmen verantwortlicher als bisher handeln, sind Purpose und Haltung mehr als PR-Luftnummern. (c) Getty Images / twpixels
Foto: Getty Images / twpixels
Essay

Sind Purpose und Haltung PR-Luftnummern?

Haltungskommunikation kann nur glaubwürdig sein, wenn Unternehmen verantwortlicher als bisher handeln. Sind sie dazu nicht bereit, bleibt auch der edle Daseinszweck eine PR-Luftnummer. »weiterlesen
 
Die UK sollte moderne Technologien nutzen, um effizienter zu arbeiten./ Symbolbild: (c) Getty Images/anyaberkut
Foto: Getty Images/anyaberkut
Gastbeitrag

5 Schritte zur modernen Kommunikationsabteilung

Der Weg hin zu einer modernen Kommunikationsarbeit und -abteilung erstreckt sich über fünf Schritte. Welche das sind, verrät unsere Gastautorin Venera D'Elia. »weiterlesen
 
Telefonwerbung nervt. Wie überzeugt man potentielle Kunden stattdessen vom eigenen Unternehmen? (c) Getty Images / flyfloor
Foto: Getty Images / flyfloor
Kolumne

Telefonwerbung ersetzt keine Öffentlichkeitsarbeit

Telefonwerbung nervt – und geht das Vorhaben, Kunden vom eigenen Unternehmen zu überzeugen, außerdem völlig falsch an. Wie macht man es richtig? »weiterlesen
 
Was können Kommunikatoren von Influencern lernen, fragten sich Jessica Baxmann und Sara Buckow von SAP. (c) SAP
Foto: SAP
Interview

„Die Menschen sind es gewohnt, nah dran zu sein“

Was kann sich die Unternehmenskommunikation von Influencern abschauen – und was sollte sie besser nicht übernehmen? Im Interview erklären Jessica Baxmann und Sara Buckow, wie sich die SAP–Kommunikation von den Social-Media-Berühmtheiten inspirieren ließ. »weiterlesen
 
Das sind die wichtigsten Krisenauslöser in der PR. (c) Getty Images / RomoloTavani
Foto: Getty Images / RomoloTavani
Meldung

Die gefährlichsten PR-Krisenauslöser

Das Vertuschen von Fehlern ist laut einer aktuellen Umfrage der häufigste Auslöser von Kommunikationskrisen. »weiterlesen
 
Um den digitalen Arbeitsplatz mit Leben zu füllen, braucht die Unternehmenskommunikation Unterstützung. (c) Getty Images / golubovy
Foto: Getty Images / golubovy
Gastbeitrag

Fünf Schritte zum digitalen Arbeitsplatz

Um den digitalen Arbeitsplatz mit Leben zu füllen, braucht die Unternehmenskommunikation Unterstützung. Wie diese aussehen kann, weiß unser Gastautor. »weiterlesen