Während die Rohrpost-Anlage im Bundeskanzleramt unverzichtbar bleibt, ist über den Einsatz von Postkutschen bislang nichts bekannt. (c) Getty Images / JRLPhotographer
Während die Rohrpost-Anlage im Bundeskanzleramt unverzichtbar bleibt, ist über den Einsatz von Postkutschen bislang nichts bekannt. (c) Getty Images / JRLPhotographer
Digitale Transformation

Bundeskanzleramt hält an Rohrpost-Technologie fest

Rohrpost in der Regierungszentrale? Bis zur Einführung elektronischen Akten bleibt die antiquierte Technologie im Bundeskanzleramt unverzichtbar.
Aus der Redaktion

Die Mitte des 19. Jahrhunderts erfundene Rohrpost-Technologie bleibt im Bundeskanzleramt auch 2019 unverzichtbar. Das erklärte Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) – bekannt unter anderem durch ihre Flugtaxi-Prognosen – auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.

Eine kostengünstigere postalische Übermittlung sei nicht bekannt, sagte Bär – jedenfalls nicht bis zur Einführung der so genannten „elektronischen Akte“ im Bundeskanzleramt. Derzeit würden in der deutschen Regierungszentrale etwa 2.400 Schriftstücke pro Monat per Rohrpost versendet.

Dafür werden laut Bär zwischen 9.000 und 12.000 Euro jährlich für Wartung und Instandsetzung der Rohrpost-Anlage ausgegeben. Boten, die stattdessen eingesetzt werden könnten, verursachten dagegen Personalkosten von rund 137.000 Euro pro Jahr.

Wann die „elektronische Akte“ im Bundeskanzleramt flächendeckend eingesetzt werden kann und damit die antiquierte Rohrpost überflüssig macht, ist ungewiss. Es handele sich um einen laufenden Prozess, der im Laufe des Jahres 2020 abgeschlossen sein soll.

Bereits im April 2013 hatte die Bundesregierung beschlossen, mit Beginn des Jahres 2020 alle Bundesbehörden auf den Betrieb mit elektronischen Schriftstücken umzustellen.

Digitalisierung in Bundesbehörden mühsam

Während einige Ministerien diesen Umstellungsprozess bereits abgeschlossen haben – darunter die Ressorts für Verkehr, Wirtschaft und Entwicklungshilfe – besteht in anderen noch Nachholbedarf. Das Bundesjustizministerium und das Auswärtige Amt rechnen damit, den Stichtag 1. Januar 2020 für die Einführung der „elektronischen Akte“ halten zu können. Das Ministerien für Verteidigung, Inneres und Finanzen planen längere Übergangsphasen.

Die Rohrpost-Technologie, bei der zylindrische Behälter mittels Druckluft transportiert werden, erlangte Mitte des 19. Jahrhunderts größere Bedeutung. Ab 1853 wurde im Londoner Telegraphenamt eine Hausrohrpost eingerichtet. In Berlin ging 1876 ein System in Betrieb, das 15 Rohrpostämter miteinander verband.

 

 
 


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