Bosch setzt auch in seiner Unternehmenskommunikation auf ein klares Klima-Ziel. (c) Getty Images / Daniel Kloe
Bosch setzt auch in seiner Unternehmenskommunikation auf ein klares Klima-Ziel. (c) Getty Images / Daniel Kloe
"Klimawandel keine Science Fiction"

Bosch sendet starkes Signal: ab 2020 klimaneutral

Als erster Industriekonzern der Welt will Bosch bereits ab 2020 klimaneutral wirtschaften.
Aus der Redaktion

Bosch setzt technologisch, betriebswirtschaftlich, aber auch kommunikativ einen neuen Maßstab in Sachen Klimaschutz. Der Technologiekonzern kündigte an, bereits ab 2020 klimaneutral arbeiten zu wollen. Das ist nächstes Jahr.

Bosch geht mit dieser konkreten Zielsetzung für die sehr nahe Zukunft deutlich über die allgemeinen Bekenntnisse vieler Unternehmen zum Klimaschutz hinaus und ist der erste große Industriekonzern weltweit, der solch ein Ziel derart deutlich kommuniziert.

Beim klimaneutralen Wirtschaften geht es darum, nicht mehr Treibhausgase – insbesondere Kohlendioxid – zu produzieren als an anderer Stelle abzubauen. Der so genannte „CO2-Fußabdruck“ beträgt damit null.

"Zeit für Sonntagsreden vorbei"

„Klimawandel ist keine Science-Fiction. Er findet real statt“, erklärte Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Ausdrücklich unterstützt werden die Anstrengungen von der Eigentümerfamilie. Christof Bosch, der Enkel des Firmengründers, sagte: „Die Zeit für Sonntagsreden ist vorbei. Beim Klimaschutz muss gehandelt, nicht länger nur angekündigt werden.“

Um sein Ziel der Klimaneutralität bereits bis 2020 erreichen zu können, plant Bosch die Investition von Milliardenbeträgen – schließlich muss das Unternehmen innerhalb eines Jahres und dann langfristig rund 3,3 Millionen Tonnen CO2 „neutralisieren“, die es derzeit noch jährlich erzeugt.

Dies soll in einer ersten Phase vor allem über Kompensationsmaßnahmen gelingen. Dabei wird die derzeit noch stattfindende CO2-Erzeugung durch Investitionen in Maßnahmen ausgeglichen, die Kohlendioxid abbauen. Bosch wird dafür entsprechend zertifizierte Umweltprojekte unterstützen und deutlich mehr Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen hinzukaufen.

Massive Investitionen, deutliche Einsparungen

Diese Kompensationsmaßnahmen will das Unternehmen in einer zweiten Phase innerhalb von zehn Jahren herunterfahren und stattdessen in zunehmendem Maße die eigene CO2-Produktion selbst drastisch reduzieren. Dazu sollen unter anderem die Bosch-eigenen Solaranlagen in Indien erweitert und langfristige Lieferverträge mit in Wind- und Sonnenenergie-Parks abgeschlossen werden. Die Kosten dafür schätzt Bosch auf etwa eine Milliarde Euro.

Eine weitere Milliarde Euro will das Unternehmen bis 2030 in die energetische Sanierung von Gebäuden an seinen rund 400 Standorten weltweit investieren. Durch den verringerten Energieverbrauch rechnet Bosch wiederum mit deutlich sinkenden Stromkosten.

Bemerkenswert ist die sehr konkret kommunizierte Bosch-Initiative auch vor dem Hintergrund des Dieselskandals, in den das Unternehmen verwickelt ist, und aufgrund seiner Position als größter Automobilzulieferer der Welt. Verbrennungsmotoren in Autos gelten als wichtigster Kohlendioxid-Erzeuger überhaupt.

Bosch-Chef Denner kündigte an, bereits 2025 wolle das Unternehmen fünf Milliarden Euro mit Elektromobilität umsetzen und versprach: „Wir wollen die Luftbelastung durch den Verkehr gegen Null führen. Dafür schauen wir über die Motorhaube hinaus.“

 

 
 


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