Der britische Premierminister Boris Johnson. (c) UK Government
Der britische Premierminister Boris Johnson. (c) UK Government
Bis zu 100 Millionen Pfund

Boris Johnson plant gigantische Brexit-PR-Kampagne

Bis zu 100 Millionen Pfund sind für die kommunikative Vorbereitung des EU-Austritts vorgesehen.
Aus der Redaktion

Die neue Regierung Großbritanniens plant die womöglich größte PR-Kampagne seit dem Zweiten Weltkrieg, um die Bevölkerung auf den für den Herbst geplanten Brexit vorzubereiten.

Wie britische Medien berichten, will das Kabinett von Premierminister Boris Johnson dafür bis zu 100 Millionen Pfund (etwa 109 Millionen Euro) investieren. Laut Finanzminister Sajid Javid soll die britische Bevölkerung in den nächsten Monaten unter anderem mit TV-Spots, Plakaten und Onlinewerbung umfassend über die Auswirkungen des EU-Austritts informiert werden. Außerdem sei eine Postwurfsendung an alle Haushalte angedacht – insbesondere für den Fall eines „No Deal“, eines Brexit ohne vertragliche Vereinbarung mit der Europäischen Union.

Johnson hatte angekündigt, das Vereinigte Königreich werde „ohne Wenn und Aber“ am 31. Oktober 2019 aus der EU austreten.

Eine offizielle Bestätigung für das Volumen der Brexit-PR der Regierung steht noch aus. Als bislang umfangreichste PR-Aktionen in der Geschichte Großbritanniens gelten die Informationskampagne zur Einführung des Gesundheitssystems National Health Service (NHS) im Jahr 1948 und die AIDS-Aufklärungsaktion “Don’t die of ignorance“ ("Stirb nicht aus Ignoranz"), die Mitte der Achtziger Jahre gestartet worden war.

Parallel hat die die Konservative Partei Johnsons damit begonnen, systematisch Social-Media-Botschaften für einen möglichen neuen Wahlkampf zu testen. Ende Juli lief bei Facebook ein umfangreicher A/B-Test der Partei an. Mit ihm sollen verschiedene Botschaften und Bilder auf ihre Effektivität unter potenziellen Wählern hin getestet werden. Der Test umfasst offensichtlich mehr als 500 verschiedene Anzeigenmotive. Die Herbeiführung von Neuwahlen noch vor dem Brexit-Termin Ende Oktober gilt als eine denkbare politische Taktik Johnsons.

 

 
 


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