Gewinnerin Isabell Rabe freut sich über ihre Auszeichnung mit dem BdP-Nachwuchsförderpreis. (c) Kasper Jensen
Gewinnerin Isabell Rabe freut sich über ihre Auszeichnung mit dem BdP-Nachwuchsförderpreis. (c) Kasper Jensen
Masterarbeit ausgezeichnet

BdP-Nachwuchsförderpreis geht an Isabell Rabe

Isabell Rabe hat den Nachwuchsförderpreis des Bundesverbands deutscher Pressesprecher (BdP) gewonnen. Die Absolventin der Universität Hohenheim setzte sich gegen zwei weitere Finalisten durch.
Katrina Geske

Die Gewinnerin des diesjährigen Nachwuchsförderpreises des Bundesverbands deutscher Pressesprecher (BdP) heißt Isabell Rabe. Die Absolventin des Studiengangs Kommunikationsmanagement der Universität Hohenheim wurde am Donnerstagabend im Rahmen der Speakersnight des Kommunikationskongresses im Berliner Admiralspalast ausgezeichnet.

Mit ihrer Masterarbeit „Wer fährt besser? Eine Analyse der Innovationskommunikation von Politik und Wirtschaft am Beispiel der Elektromobilität in Deutschland“ konnte sie die Jury überzeugen. Die zentrale Frage ihrer Arbeit ist: Wer kommuniziert besser – Politik oder Wirtschaft? Die Jury zeigte sich besonders von ihrem ganzheitlichen Blick auf das Problem sowie von deren Lösungsorientiertheit beeindruckt. Isabell Rabe darf sich über eine Geldprämie freuen. Zusätzlich wird ihre Arbeit in einer Schriftenreihe des BdP veröffentlicht.

Die Nominierten und ihre Arbeiten

Isabell Rabe setzte sich gegen Daniel Kurr, ebenfalls von der Univerisität Hohenheim, und Karolin Köhler von der Universität Leipzig durch.

Daniel Kurr beschäftigte sich in seiner Arbeit mit der Innovation und Change-Kommunikation während eines IT-Projekts in einem Großunternehmen. Am Fallbeispiel der Einführung von Model-Based-Systems Engineering erforschte er, welche Erwartungen interne Stakeholder an die Kommunikation haben.

Karolin Köhler befasste sich in ihrer Arbeit mit der Frage, wie börsennotierte Unternehmen ihre Unternehmensstrategien kommunizieren. Dazu analysierte sie die Unternehmenswebseiten der 20 stärksten Unternehmen in Deutschland, Großbritannien und den USA.

Eine Sonderauszeichnung erhielt in diesem Jahr Katharina Sieß von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie untersuchte in ihrer Masterarbeit die Propagandastrategien des sogenannten Islamischen Staates zwischen 2014 und 2016.  Aus Sicht der Jury zeichnet sich die Arbeit durch besondere Relevanz und Aktualität aus. Sieß habe mit ihrer Wahl eines so relevanten und aktuellen Themas besonderen Mut bewiesen, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Im Anschluss an die Preisverleihung sprachen wir mit Gewinnerin Isabell Rabe.

„In der Kommunikation muss sich noch einiges tun“

Frau Rabe, in Ihrer Arbeit haben Sie sich mit der Innovationskommunikation in Politik und Wirtschaft am Beispiel der Elektromobilität auseinandergesetzt. Warum ist das Thema wichtig?

Für mich war es ganz besonders von Interesse, wie wir Innovationen kommunikativ weiterbringen können, die sowohl gesellschaftlich als auch ökonomisch relevant sind. Gerade die Elektromobilität ist in diesem Zusammenhang ja sehr aktuell. In diesem Bereich hat sich die Bundesregierung ja einige Ziele gesetzt.

Welches Problem haben Sie untersucht?

Während der Zeit, in der ich mein Thema ausgewählt habe, kamen gerade viele neue Automobilmodelle heraus. Ich habe mir dann überlegt: Wie wird eigentlich mit dem Verbraucher kommuniziert, sodass er denkt, „ja, ich kaufe ein Elektroauto“? Es waren bereits viele Studien veröffentlicht worden, die darauf hinwiesen, dass genau diese Botschaft den Kunden nicht erreicht hat, was natürlich auch auf technische Gründe zurückzuführen ist. Ich habe dann überlegt: Kann man aus kommunikativer Sicht etwas ändern?

Und wie sind Sie dann vorgegangen?

Da die Elektromobilität eine sowohl gesellschaftspolitisch als auch wirtschaftlich relevante Innovation ist, habe ich mir gedacht: Man muss beide Seiten betrachten – auch bundesweit. Daraufhin habe ich mich dazu entschieden, Pressemitteilungen zu analysieren, weil diese mir als das auf beiden Seiten vergleichbarste Kommunikationsinstrument erschienen.

Am Ende haben meine Analysen gezeigt, dass sich in der Kommunikation noch einiges tun muss. Beispielsweise müssten auch Nutzen und Anwendungsmöglichkeiten der Fahrzeuge besser kommuniziert werden. Die Kunden sollten verstehen, wie ihnen eine solche Innovation konkret nutzt. Auch rechtliche Aspekte wurden von beiden Seiten komplett vernachlässigt.

Warum, glauben Sie, hat sich die Jury gerade für Ihre Arbeit entschieden?

Ich glaube, die Verbindung von Politik und Wirtschaft hat der Jury besonders gefallen. In unserer Branche – jedenfalls im Studium, untersuchen wir oft konkret nur eine Seite – oft die wirtschaftliche. Wir fragen: Wie kommunizieren Unternehmen Produkte? Auch in Zukunft wird es sicher noch zahlreiche sowohl gesamtgesellschaftlich als auch ökonomisch relevante Innovationen geben. Dabei muss meiner Meinung nach darauf geachtet werden, dass beide Seiten – Wirtschaft und Politik – zusammenarbeiten, um die Gesellschaft als Ganzes nach vorne zu bringen.

Frau Rabe, Sie haben Ihren Masterabschluss bereits im vergangenen Jahr erlangt und sind nun persönliche Referentin einer Abgeordneten im baden-württembergischen Landtag. Was haben Sie in der Zukunft beruflich vor?

Tatsächlich würde ich sehr gerne einmal Pressesprecherin werden. (lacht)


Lesen Sie mehr Berichte und Interviews vom Kommunikationskongress 2018 in unserem Dossier (hier klicken).

 

 
 


randbemerkung

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